• Wissenswertes

Wieso haben unsere Zähne Nummern, und welcher Zahn ist was?

Wer regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung der Zähne geht, hat die Zahnnummern schon oft gehört. Denn die Zahnärztin oder der Zahnarzt spricht sie aus, während das Gebiss untersucht wird. So diktiert sie bzw. er einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter für jeden einzelnen Zahn seinen Befund, und die Befunde können dann mithilfe der Zahnnummern bzw. des Zahncodes schnell und eindeutig in den Unterlagen der Patientinnen und Patienten vermerkt werden.

Diktiert die Zahnärztin oder der Zahnarzt beispielsweise: „Zwei-Drei kariös“, dann wurde im linken oberen Eckzahn ein Loch entdeckt. Der Vermerk: „Vier-Sieben überkront“, sagt aus, dass der hintere rechte Backenzahn im Unterkiefer eine Zahnkrone trägt. Und mit „Drei-Acht fehlt“ ist der linke untere Weisheitszahn gemeint. Aber welches System steckt hinter den Zahnnummern, und wie wird es verwendet?

Das Zahnschema: Zu jedem Zahn gehört eine Nummer

Jeder Zahn hat eine Nummer, mit der sich seine Position in der Zahnreihe, im Zahnbogen und im Kiefer eindeutig benennen lässt. Das System zur Nummerierung bzw. Bezeichnung der Zähne heißt Zahnschema. Weltweit gibt es rund 40 verschiedene Zahnschemata, doch hierzulande wird in aller Regel das der "Fédération Dentaire Internationale" verwendet. Dabei wird das Gebiss zuallererst in vier Viertel oder Quadranten unterteilt, die aus Sicht der Patientin bzw. des Patienten gegen den Uhrzeigersinn durchnummeriert sind:

1 = rechter Oberkiefer

2 = linker Oberkiefer

3 = linker Unterkiefer

4 = rechter Unterkiefer

Die Zahnnummern, die Zahnärztinnen und Zahnärzte diktieren, beginnen immer mit der Ziffer des Kieferquadranten. Dann folgt die Ziffer des entsprechenden Zahnes. Dabei beginnt die Nummerierung am mittleren Frontzahn, also dem großen Schneidezahn:

1 und 2 sind die Frontzähne,

3 ist der Eckzahn,

4 und 5 sind die kleineren Backenzähne oder Prämolaren (manchmal auch Seitenzähne genannt),

6 und 7 sind die Mahlzähne oder Molaren,

8 ist der Weisheitszahn.

Vier Kieferquadranten und in jedem acht Zähne: Das ergibt zusammen 32 Zähne. Das entspricht einem vollständigen Gebiss eines erwachsenen Menschen. Und weil die Zahnnummern nach dem Zahnschema der FDI keine Gesamtzahlen, sondern Koordinaten aus zwei Ziffern sind, sagen Zahnärztinnen und Zahnärzte „Zwei-Drei“ und nicht „Dreiundzwanzig“, wenn der Zahn 23, also der dritte Zahn im zweiten Quadranten gemeint ist.

Unterschiedliche Zahnnummern bei Kindern und Erwachsenen

Im Milchgebiss von Kindern sind die Zahnreihen kürzer: In jedem Kieferquadranten sitzen 5 Zähne, was zusammen die 20 Milchzähne ergeben. Im Milchgebiss werden der 4er- und 5er-Backenzahn als Milchmolaren bezeichnet. Der große 6er-Backenzahn ist der erste bleibende Molar, der beim Zahnwechsel durchbricht. Weil das meist im sechsten Lebensjahr geschieht, wird er auch als Sechsjahrmolar bezeichnet.

Um bei den Zahnnummern sofort klar zu erkennen, dass es sich um ein Milchgebiss handelt, sind die Quadranten hier mit 5, 6, 7 und 8 durchnummeriert, wieder oben rechts beginnend und dann aus Sicht der Patientinnen und Patienten gegen den Uhrzeigersinn. 8 ist also der rechte Unterkiefer, und der letzte Backenzahn rechts unten im Milchgebiss ist 85.

Anwendungsgebiete der Zahnnummern

Neben der Dokumentation von Zahnstatus und Befunden in den Patientenakten wird das Zahnschema auch bei der Erstellung von Heil- und Kostenplänen und der Planung von Zahn- und Zahnersatzbehandlungen verwendet. Mit Hilfe der Zahnnummern können von den Zahnärztinnen und Zahnärzten bis hin zu den gesetzlichen Krankenkassen und privaten Krankenversicherungen einfacher und effizienter kommunizieren. Mit dem klaren und einheitlichen System, das in Plänen, Dokumenten, Formularen meist schon vorgedruckt ist, sind Missverständnisse oder Verwechslungen nahezu ausgeschlossen.

Für epidemiologische Studien, z. B. über Karies oder andere Zahnprobleme, wird das international verständliche Schema mit Zahnnummern ebenfalls genutzt. Und in der Rechtsmedizin und forensischen Zahnmedizin kann mithilfe des Zahnschemas die Identität eines Menschen festgestellt werden, beispielsweise bei der Suche nach Vermissten oder der Aufklärung von Verbrechen. Denn das Gebiss jedes Menschen ist einzigartig – wie die Fingerabdrücke oder die DNA.

Weitere gebräuchliche Zahnschemata neben dem der FDI sind das amerikanische Zahnschema, bei dem es auch Buchstaben gibt, das im vereinigten Königreich (UK) gängige Palmer-Zahnschema und die Zahnschemata nach Zsigmondy und Haderup, die jedoch eher von lokaler bzw. historischer Bedeutung sind.

Weitere Begriffe bzw. Kürzel aus der „Zahnarztsprache“

Außer den Zahnnummern zur Positionsbezeichnung gibt es weitere standardisierte Zahlen- und Buchstabenkürzel für Befunde. Der Buchstabe c (nach der Zahnnummer) steht etwa für Karies, f bezeichnet einen fehlenden Zahn und k eine Zahnkrone. Die Position kann zudem mit dem entsprechenden medizinischen (lateinischen) Wort angegeben werden: Okklusal bedeutet „an der Kaufläche“ oder „in Richtung der Kaufläche“, zervikal heißt „am/beim Zahnhals“ und mesial bedeutet „in Richtung der Kiefermitte“. So lassen sich mit wenigen Ziffern, Buchstaben und Worten viele Informationen sicher dokumentieren und transportieren. 

Weiterhin tragen die Zähne lateinische Namen, die mit den Anfangsbuchstaben abgekürzt werden:

I = Incisivi (Schneide- bzw. Frontzähne)

C = Canini (Eckzähne)

P = Praemolares (Prämolaren)

M = Molares (Molaren)

Wenn es sich um Milchzähne handelt, werden die Buchstaben kleingeschrieben. 

Im Heil- und Kostenplan gibt es eine für Laien schier unüberschaubare Menge von Kürzeln: für Befunde, vorhandene bzw. erwartete Komplikationen, Krankenkassenzuschüsse, Regelversorgung oder abweichende Versorgung, Abrechnungsmodalitäten der Praxis und Vieles mehr. Wer diese Codes und Kürzel verstehen will, kann entweder direkt in der Zahnarztpraxis fragen oder sich den Heil- und Kostenplan hier näher erklären lassen.

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