Mundhöhlenkrebs
Immer mehr Menschen erkranken an Krebs in der Mundhöhle oder im Hals- und Rachenbereich. Allein in Deutschland wird pro Jahr bei rund 17.000 Patienten Mundhöhlenkrebs, Rachenkrebs oder Kehlkopfkrebs diagnostiziert. Früherkennung ist hier lebenswichtig, denn so lange sich die Krebszellen noch nicht weiter im Körper ausgebreitet und Metastasen gebildet haben, sind die Heilungschancen am besten.
Bei Mundhöhlenkrebs bzw. Mundkrebs ist der regelmäßige Zahnarztbesuch die ideale Maßnahme zur Früherkennung eines Mundhöhlenkarzinoms. Denn die halbjährliche Vorsorgeuntersuchung in der Zahnarztpraxis dient nicht nur der Zahngesundheit, sondern auch der Krebsvorsorge. Wie viele andere gesundheitliche Früherkennungs- und Präventionsmaßnahmen wird die zahnärztliche Prophylaxe von den Krankenkassen empfohlen und ist für Versicherte kostenlos.

Inhaltsverzeichnis
- Was ist Mundhöhlenkrebs?
- Mögliche Hinweise auf Mundhöhlenkrebs
- Risikofaktoren und Ursachen
- Erste Anzeichen und Symptome
- Diagnostik und Untersuchung
- Behandlungsmöglichkeiten bei Mundhöhlenkrebs
- Der Zahnarzt hilft auch nach der Krebstherapie
- Volle Kostenübernahme bei Zahnersatz nach der Krebstherapie
- Mundpflege und Nachsorge
Was ist Mundhöhlenkrebs?
Mundhöhlenkrebs ist eine Form von Krebs, die in der Schleimhaut der Mundhöhle entsteht. Dazu zählen Zunge, Lippen, Zahnfleisch, Wangeninnenseiten, Gaumen und der Boden der Mundhöhle. In den meisten Fällen handelt es sich um sogenannte Plattenepithelkarzinome – bösartige Tumoren, die aus den obersten Zellschichten der Schleimhaut hervorgehen. Mundhöhlenkrebs gehört zu den Kopf-Hals-Tumoren und tritt häufiger bei Männern als bei Frauen auf. Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend, da der Krankheitsverlauf stark vom Stadium bei Entdeckung abhängt.
Mögliche Hinweise auf Mundhöhlenkrebs

Eine gesunde Mundschleimhaut ist hellrosa und hat eine weiche, glatte Oberfläche. Gerötete und/oder schmerzende Stellen weisen in aller Regel auf Zahn- oder Zahnfleischprobleme hin, etwa eine Zahnfleischentzündung, Parodontitis oder Karies. Dagegen können Verhärtungen und Einziehungen, rote oder weiße Flecken sowie Geschwüre Warnzeichen für Mundkrebs sein. Vor allem Veränderungen, die nicht schmerzen, sind gefährlich, denn im Anfangsstadium verursacht ein Mundhöhlenkarzinom keine Schmerzen. Darum sollte jede Auffälligkeit, die sich nicht innerhalb von zwei Wochen deutlich zurückbildet oder ganz verschwindet, vom Zahnarzt abgeklärt werden – auch und gerade dann, wenn sie keine Beschwerden bereitet.
Der Zahnarzt betrachtet und untersucht auffällige Stellen besonders sorgfältig, um zu erkennen oder auszuschließen, dass es sich um die Vorstufe eines Tumors handelt. Gegebenenfalls tastet er auch den Hals auf geschwollene Lymphknoten ab. Darüber hinaus kann er die Untersuchung durch einen weiteren Facharzt empfehlen oder in die Wege leiten. Wird tatsächlich ein Mundhöhlenkarzinom festgestellt, kann zeitnah mit der Behandlung begonnen werden, etwa einer Operation zur Tumorentfernung, Chemotherapie oder Strahlentherapie.
Risikofaktoren und Ursachen
Die Entwicklung von Mundhöhlenkrebs ist in den meisten Fällen auf eine Kombination aus mehreren Risikofaktoren zurückzuführen. An erster Stelle stehen Tabakkonsum und regelmäßiger Alkoholkonsum. Beide Substanzen wirken karzinogen und verstärken sich gegenseitig in ihrer schädlichen Wirkung. Wer sowohl raucht als auch trinkt, hat ein deutlich höheres Risiko für bösartige Veränderungen in der Mundschleimhaut.
Ein weiterer Risikofaktor ist eine chronische Reizung der Mundhöhle. Das können schlecht sitzende Prothesen sein, aber auch scharfe Zahnkanten oder unbehandelte Zahnfisteln. Dauerhafte Entzündungen im Bereich der Zahnwurzel oder des Zahnfleisches belasten die Mundschleimhaut ebenfalls und können als Entzündungsherd zur Entstehung beitragen.
Auch bestimmte Viren stehen im Zusammenhang mit der Entstehung von Mundhöhlenkrebs. Insbesondere eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV), vor allem Typ 16, wird in Zusammenhang mit Tumoren im Mundraum gebracht. Zudem gibt es Hinweise, dass eine unzureichende Mundhygiene sowie eine schlechte Ernährungslage das Risiko erhöhen.
Erste Anzeichen und Symptome
Mundhöhlenkrebs kann sich durch unterschiedliche Symptome äußern. Anfangs bleiben diese oft unbemerkt, da sie keine Schmerzen verursachen. Verdächtig sind anhaltende Schleimhautveränderungen, die nicht abheilen – zum Beispiel rote oder weiße Flecken (Leukoplakien bzw. Erythroplakien). Auch schlecht heilende Wunden, die über mehrere Wochen bestehen bleiben, sollten ernst genommen werden.
Weitere mögliche Hinweise sind Schwellungen, Knoten oder Verhärtungen im Mundraum, die sich tastbar vom umgebenden Gewebe abgrenzen. Manchmal treten Schmerzen beim Kauen oder Schlucken auf, ebenso kann es zu Blutungen kommen. Auch ein lockerer Zahn ohne erkennbare Ursache oder eine Fistelbildung kann ein Warnsignal sein. Ist der Tumor weiter fortgeschritten, können auch Lymphknoten im Halsbereich anschwellen.
Diagnostik und Untersuchung
Bei Verdacht auf Mundhöhlenkrebs ist eine frühzeitige Untersuchung entscheidend. Zahnärztinnen und Zahnärzte spielen dabei eine zentrale Rolle, da sie Veränderungen der Schleimhaut häufig als Erste erkennen. Eine gründliche Inspektion des Mundraums sowie das Abtasten verdächtiger Bereiche gehören zur Basisdiagnostik.
Ergänzend werden bildgebende Verfahren eingesetzt, um die Ausdehnung des Tumors zu erfassen. Dazu zählen Ultraschall, CT (Computertomografie) oder MRT (Magnetresonanztomografie). Eine Gewebeentnahme (Biopsie) ist notwendig, um die Art des Tumors sicher bestimmen zu können. Nur durch die feingewebliche Untersuchung kann eine eindeutige Diagnose gestellt werden.
Behandlungsmöglichkeiten bei Mundhöhlenkrebs
Die Behandlung hängt vom Stadium der Erkrankung, der genauen Lokalisation und vom allgemeinen Gesundheitszustand der betroffenen Person ab. In den meisten Fällen steht die chirurgische Entfernung des Tumors im Vordergrund. Ziel ist es, das betroffene Gewebe vollständig zu entfernen, einschließlich eines Sicherheitsrands.
Je nach Befund kann eine Operation durch eine Strahlentherapie ergänzt werden. Diese wird häufig eingesetzt, um verbliebene Krebszellen zu zerstören oder ein Wiederauftreten zu verhindern. Auch eine Chemotherapie kann sinnvoll sein, besonders in fortgeschrittenen Stadien oder bei inoperablen Tumoren.
In den letzten Jahren kommen vermehrt auch Immuntherapien zum Einsatz, insbesondere wenn herkömmliche Therapien nicht ausreichend wirksam sind. Diese Verfahren nutzen das körpereigene Immunsystem, um die Tumorzellen gezielt zu bekämpfen. Die Entscheidung über die geeignete Therapie erfolgt immer im interdisziplinären Team, oft in spezialisierten Tumorzentren.
Der Zahnarzt hilft auch nach der Krebstherapie
Durch die Behandlung oder Entfernung eines Tumors in der Mundhöhle können bleibende Schäden an den Zähnen und der Mundschleimhaut entstehen. Denn Strahlentherapie und Chemotherapie, die zur Bekämpfung von Krebsherden und Metastasen eingesetzt werden, sind aggressiv und schaden nicht nur den Krebszellen, sondern auch gesunden Körperzellen. Daher brauchen viele Patienten eine Zahnsanierung oder Zahnersatz, nachdem sie den Krebs besiegt haben.
Zu den möglichen Folgeschäden der Krebsbehandlung gehören die sogenannte Strahlenkaries sowie durch Chemotherapie bedingte Veränderungen an Zahnfleisch, Mundschleimhaut oder Kieferknochen. Zahndefekte, die durch Strahlung entstanden sind, können wie bakterienbedingte Kariesschäden je nach Schwere durch Füllungen, Inlays, Teilkronen oder Kronen versorgt werden. Durch therapiebedingte oder krankheitsbedingte Veränderungen an Zahnhalteapparat oder Kiefer (z. B. Zahnfleischrückgang, Knochenabbau oder Schäden am Zahnnerv) können sich Zähne lockern oder ganz ausfallen. Mit einer Brücke, einer Prothese oder einem Zahnimplantat lassen sich die Lücken schließen und die frühere Ästhetik wieder herstellen.
Volle Kostenübernahme bei Zahnersatz nach der Krebstherapie
Wer schon vor der Krebserkrankung Zahnersatz getragen hat, muss diesen nach Abschluss der Therapie häufig ersetzen oder ändern lassen, damit er zu den neuen Verhältnissen in der Mundhöhle passt. Menschen, die den Mundkrebs besiegt haben, wünschen sich häufig den besten und schönsten Zahnersatz – sowohl aus ästhetischen als auch aus psychologischen Gründen, die sehr gut nachvollziehbar sind. Zahnimplantate kommen dem natürlichen Zahn vom Aussehen und Gefühl her am nächsten, werden vom Körper bestens vertragen und sind zudem äußerst langlebig. Allerdings zählen sie nicht zu den Kassenleistungen, so dass Patienten dafür in der Regel einen hohen Eigenanteil aufbringen müssen.
Doch in Ausnahmefällen kann die Krankenkasse auch Versorgungen, die von der Regelversorgung abweichen bzw. darüber hinausgehen, doppelt bezuschussen bzw. die Kosten für den Zahnersatz voll übernehmen. Schäden und Folgeschäden durch Mundhöhlenkrebs, Chemotherapie oder Strahlentherapie werden grundsätzlich als Ausnahmeindikation gewertet – besonders dann, wenn die entstandenen Schäden und Veränderungen so weitreichend sind, dass sie mit einer Brücke oder Zahnprothese nicht versorgt werden können. In diesem Fall kann die Krankenkasse sogar die Kosten für Zahnimplantate voll übernehmen.
Mundpflege und Nachsorge
Nach einer abgeschlossenen Behandlung ist eine regelmäßige Nachsorge notwendig. Dabei geht es nicht nur darum, ein mögliches Wiederauftreten frühzeitig zu erkennen, sondern auch Nebenwirkungen der Therapie zu behandeln. Viele Patientinnen und Patienten leiden nach Operation oder Bestrahlung unter Trockenheit der Mundschleimhaut, Schmerzen oder Problemen beim Kauen und Schlucken.
Eine sorgfältige Mundhygiene ist in dieser Phase besonders wichtig. Entzündungen des Zahnfleischs oder kleine Verletzungen können sich in der geschwächten Schleimhaut schnell zu größeren Problemen entwickeln. Deshalb ist die Kontrolle durch den Zahnarzt unverzichtbar. Auch Ernährungsberatung und logopädische Unterstützung können hilfreich sein, um die Lebensqualität nach der Therapie zu verbessern.
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