Themenwelt

0 Kommentare

Gesundheit

Zahnwurzelentzündung

Wenn es pocht und schmerzt – Zahnwurzelentzündung

Zahnschmerzen sind unangenehm und können die Lebensqualität massiv einschränken. Ihre Ursache sind meistens Entzündungen am Zahnmark (Pulpa, auch als „Zahnnerv“ bezeichnet), das sich im Inneren jedes Zahnes befindet. Beim gesunden Zahn ist das Zahnmark durch eine feste Schicht aus Zahnschmelz und Zahnbein geschützt. Diese verhindert, dass Reize wie Druck, Kälte oder Hitze direkt auf den empfindlichen Zahnnerv einwirken können. Bekommt diese Schutzschicht jedoch Löcher, etwa durch Karies, können Bakterien bis zur Pulpa vordringen und dort Entzündungen verursachen. Da diese häufig im Bereich der Zahnwurzel auftritt, wird sie auch Zahnwurzelentzündung genannt.

Auch mechanische Einwirkungen, etwa ein Schlag auf den Zahn oder das fortgesetzte Knirschen mit den Zähnen, können eine Zahnwurzelentzündung auslösen. Ein gesunder Backenzahn kann sich zudem auch durch einen schief wachsenden und gegen die Zahnwurzel drückenden Weisheitszahn entzünden. Die häufigste Ursache für eine Wurzelentzündung ist jedoch die Karies, die den Zahn nach und nach zerstört und dann auf das weiche Zahnmark übergreift.

Typische Symptome für eine Zahnwurzelentzündung

Zahnwurzelentzündungen werden von besonders starken, heftigen Schmerzen begleitet. Der entzündete Zahn reagiert dabei auch auffällig auf Reize wie Druck (beim Kauen oder durch mechanische Belastung), Kälte und Hitze. Viele Patienten beschreiben starke, pochende Schmerzen, die unvermittelt auftreten. Im fortgeschrittenen Stadium kann die Entzündung auf den Kieferknochen und das umliegende Weichgebe übergreifen, es bildet sich ein Abszess, der durch das Anschwellen des Gewebes charakterisiert wird. Spätestens mit einer solchen „dicken Backe“ sollte man umgehend den Zahnarzt aufsuchen und sich behandeln lassen.

Zwar können die Schmerzen nach einiger Zeit komplett verschwinden, dieses ist jedoch kein Zeichen für eine mögliche Selbstheilung, sondern vielmehr ein Indiz dafür, dass der Zahnnerv abgestorben ist und daher keine Schmerzreize mehr weiterleiten kann – die eigentliche Entzündung ist jedoch nach wie vor vorhanden und akut und kann sich unbehandelt auch auf umliegende Zähne oder den gesamten Kiefer ausbreiten.

Welche Behandlungsmöglichkeiten hat der Zahnarzt?

Eine Zahnwurzelentzündung ist nicht immer von außen eindeutig zu erkennen, daher wird der Zahnarzt zunächst das Zahnfleisch und den schmerzenden Zahn genauer untersuchen und den Patienten nach seinen konkreten Beschwerden und ihrem Verlauf befragen. Ob ein Zahnnerv noch vital ist oder bereits abgestorben, kann etwa mit einem einfachen Kältetest ermittelt werden: Der Zahnarzt vereist einen Wattetupfer und drückt diesen auf die Zahnoberfläche. Bei einem vitalen Zahn würde dieser Kältereiz ohne Zeitverzögerung als unangenehm empfunden werden, ist der Zahnnerv hingegen abgestorben, nimmt der Patient die Kälte nicht mehr wahr.

Eine Röntgenaufnahme des betroffenen Zahnes kann verborgene Ursachen, beispielsweise eine versteckte Karies unter einer Krone oder im Bereich der Zahnzwischenräume, aufdecken und Hinweise auf die Ursache der Zahnwurzelentzündung liefern. Auch lässt sich mit einem Röntgenbild feststellen, ob bereits umliegendes Knochengewebe in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Bei einer Entzündung im Bereich des Zahnmarks muss der Zahnarzt den betroffenen Zahn aufbohren, um das entzündete Gewebe im Inneren zu entfernen. Dazu verwendet der Zahnarzt winzige Spezialfeilen, mit denen er die einzelnen Wurzelkanäle mechanisch reinigt, um sie abschließend mit einer antibakteriellen Lösung zu spülen. So soll sichergestellt werden, dass sich keine Bakterienherde mehr im Zahn befinden, bevor der Zahn mit einer Füllung neu verschlossen und so die Kaufunktion wieder hergestellt werden kann.

In einigen Fällen muss die Behandlung wiederholt werden, denn nicht immer gelingt es dem Zahnarzt, auch bis in die feinen Wurzelspitzen zu gelangen und auch diese von Bakterien zu befreien. In besonders schweren Fällen kann es daher notwendig sein, die entzündete Wurzelspitze zu entfernen, also eine Wurzelspitzenresektion vorzunehmen. Bei dieser wird unter örtlicher Betäubung ein kleines Loch in den Kiefer gebohrt, durch das der Zahnarzt die entzündete Wurzelspitze erreichen kann. Dieses ist die letzte Möglichkeit, einen entzündeten Zahn zu erhalten, hilft auch diese nicht dauerhaft, muss der Zahn komplett gezogen werden, um ein Übergreifen der Entzündung auf andere Zähne oder den Kieferknochen zu verhindern.

Wer zahlt die Behandlung?

Eine Wurzelbehandlung ist nicht in jedem Fall eine Kassenleistung, daher sollten Patienten sich im Vorfeld bei ihrer Krankenkasse informieren, ob diese die Kosten übernimmt und in welcher Höhe. Da jedoch die Heilungsaussichten für einen behandelten Zahn durchaus positiv sind, kann es sich lohnen, die Mehrkosten aus eigener Tasche zu zahlen und dafür den Zahn möglichst lange zu erhalten.


Neuer Kommentar
Um unsere Internetseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Internetseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.
OK!