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Gesundheit

Zahnschmelz-Erosion – etwa ein Drittel der Bevölkerung ist betroffen

Mit dem Begriff Zahnschmelz-Erosion wird die Tatsache beschrieben, dass der Zahnschmelz der Zähne im Laufe der Zeit immer stärker geschädigt wird. Ähnlich wie Felsen in der Brandung erodieren (vom Lateinischen erodere, „abtragen“), können auch die Zähne im Mund durch beständige Säureattacken geschädigt werden. Immer mehr des schützenden Zahnschmelzes wird durch Säuren angegriffen und abgetragen, bis das empfindliche Zahnbein immer weiter freigelegt wird.

Zahnschmelz-Erosion lässt sich nicht umkehren

Leider kann die Zahnerosion nur gestoppt, nicht aber rückgängig gemacht werden. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dem Zahnschmelzabbau aktiv vorzubeugen, durch regelmäßiges Putzen der Zähne wie auch durch eine bewusstere Ernährung. Denn einen erheblichen Anteil an der fortschreitenden Zahnschmelz-Erosion hat unsere Ernährung, die oftmals zu sauer ist. Zahnärzte machen besonders Getränke mit einem hohen Säuregehalt dafür verantwortlich, dass rund jeder Dritte Bundesbürger unter Zahnschmelz-Erosion leidet.

Das ist schlimm, denn die Schäden an der Zahnoberfläche lassen sich nicht mehr rückgängig machen, wenn der Zahnschmelz einmal abgetragen ist, lässt er sich nicht mehr auftragen. Daher ist es umso wichtiger, sich der möglichen Gefährdungen für die Zahngesundheit bewusst zu werden und diese zu reduzieren.

Sauer macht lustig und verursacht Zahndefekte

Die Zahnhartsubstanz besteht zu großen Teilen aus anorganischen Materialien, die wenig säurebeständig sind. Wenn bei der Ernährung saure Lebensmittel eine große Rolle spielen, ist das für die Zähne eine zusätzliche Belastung, denn diese greifen die Zähne direkt beim Verzehr an und senken den pH-Wert des Speichels ab, so dass auch noch nach dem Genuss die Zahnschmelz-Erosion fortschreitet.

Aus diesem Grund ist es auch keine gute Idee, unmittelbar nach dem Essen die Zähne zu putzen. Besonders dann nicht, wenn die letzten Bissen mit einem Schluck Limonade heruntergespült werden oder zum Nachtisch ein Stück Obst gereicht wird. Denn die enthaltenen Säuren wirken beim Verzehr auf den Zahnschmelz und greifen diesen chemisch an. Folgt dann direkt im Anschluss noch eine mechanische Belastung mit der Zahnbürste, kann das die Erosion ungewollt beschleunigen.

Dennoch sollte die Angst vor einem ungewollten Zahnschmelz-Abbau nicht zum Grund für eine unzureichende Mundhygiene werden, denn bei mangelnder Reinigung können sich schädliche Bakterien im Mundraum festsetzen und Zahnstein sowie Karies verursachen, was die Zähne ebenfalls durch Säure angreift und die Zahnschmelz-Erosion so beschleunigt.

Was schützt vor der gefährlichen Zahnschmelz-Erosion

Um die Zähne möglichst lange gesund und vital zu erhalten und den schützenden Zahnschmelz zu bewahren, ist die regelmäßige Mundpflege unverzichtbar. Es empfiehlt sich, Zahnpasten zu verwenden, die eine Kombination von Zinn und Fluorid enthalten, denn diese Wirkstoffkombination verspricht einen gewissen Schutz vor einer Demineralisierung und Erosion des Zahnschmelzes. Um bereits geschädigten Zahnschmelz nicht durch das Putzen zusätzlich zu beeinträchtigen, sollte eine möglichst weiche Zahnbürste verwendet und wenig Druck beim Putzen ausgeübt werden.

Wichtig ist, die Zähne nicht unmittelbar nach dem Essen zu putzen, denn dann sind schädliche Säuren oft noch in hoher Konzentration im Mund vorhanden. Schonender ist es, den Mund nach dem Essen nur mit einem Schluck Wasser zu spülen und wenn, dann etwa eine Stunde später die Zähne zu putzen. Auch ein zuckerfreier Kaugummi kann helfen, denn das Kauen regt die Speichelproduktion an.

Ein spezielles Fluoridgel, das einmal in der Woche anstelle von Zahnpasta zum Putzen genutzt wird, kann den Zahnschmelz zusätzlich härten und kleine Schäden reparieren. Mundspüllösungen mit Zinn und Fluorid können ebenfalls eine Unterstützung sein.

Doch neben der richtigen Reinigung kann man auch bei jeder Mahlzeit etwas für die Gesunderhaltung der Zähne tun: Wer häufiger auf Limonaden oder Fruchtsaft verzichtet und stattdessen Wasser oder ungesüßten Kräutertee trinkt, schont seine Zähne bereits beim Trinken. Nach dem Essen sollte man den Mund mit klarem Wasser spülen und so die Speichelproduktion anregen, denn auch der Speichel hat eine wichtige Funktion, um den pH-Wert des Mundes zu neutralisieren und so die schädliche Wirkung von Säuren auszugleichen.

Obst ist grundsätzlich gesund, jedoch kann übermäßiger Konsum aufgrund der enthaltenen Fruchtsäuren die Zahnschmelz-Erosion beschleunigen. Aus diesem Grund sollte man eine Portion Obst möglichst an einem Stück direkt nacheinander essen und nicht über den Tag verteilt. Zudem kann man durch eine calcium- und phosphatreiche Ernährung (etwa in Form von Milch und Milchprodukten) den Körper mit wichtigen Mineralstoffen versorgen, die auch für gesunde Zähne benötigt werden.

Auch eine professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt trägt dazu bei, die Zähne gesund zu erhalten und etwa schwer erreichbare Ablagerungen zu beseitigen. Mindestens einmal im Jahr sollte man sie durchführen lassen, um Schäden möglichst früh zu erkennen und durch eine Veränderung der Ernährungsgewohnheiten und der Mundpflege gegensteuern zu können.


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