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Gesundheit

Zahnreport 2014 zeigt Ost-West-Gefälle bei der Zahnvorsorge in Deutschland

Laut dem aktuellen Zahnreport der Krankenkasse Barmer GEK gehen Ostdeutsche häufiger zur Zahnvorsorge. Auch in puncto Zahnpflege besteht Nachholbedarf vor allem in den alten Bundesländern. Dafür geben die Menschen dort mehr Geld für ihren Zahnersatz aus.

Im Durchschnitt nutzt nur jeder zweite Bundesbürger die Möglichkeit der kostenlosen jährlichen Vorsorgeuntersuchung beim Zahnarzt.

Im Jahr 2012 gingen über 60 Prozent der Thüringer und Sachsen zur Vorsorge. Bei den Bayern waren es 56 Prozent, und von den Bremern traten lediglich 44 Prozent den Gang zur empfohlenen jährlichen Zahnarztuntersuchung an. Das 2014 erneut festgestellte Ost-West-Gefälle bei der Zahnvorsorge ist nicht neu. Rolf-Ulrich Schlenker, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Barmer GEK, vermutet einen Hauptgrund in der Erziehung: In den Schulen und Kindertagesstätten der ehemaligen DDR wurden Zahnpflege und Prophylaxe ernster genommen und konsequenter vermittelt als in westdeutschen Bildungseinrichtungen.

Der durchschnittliche Eigenanteil für Zahnersatz betrug in Baden-Württemberg 936 Euro pro Fall, in Sachsen-Anhalt mit 508 Euro deutlich weniger. Im Schnitt 725 Euro für Zahnersatz bezahlte jeder Deutsche im Jahr 2012 aus eigener Tasche, im Jahr 2011 waren es rund 50 Euro mehr.

Wie der Zahnreport zeigt, gehen Frauen insgesamt häufiger zum Zahnarzt. Vor allem jüngere Männer sind Zahnarztmuffel; viele bleiben es auch als Familienväter. Das liegt zum Teil daran, dass meist die Mütter ihre Kinder zum Zahnarzt begleiten und sich dann um die eigene Zahnvorsorge ebenfalls besser kümmern. Dieser Unterschied zeigt sich auch in den Zahnarztkosten: Inklusive Eigenanteil gab jede versicherte Frau im Schnitt 202 Euro für zahnärztliche Leistungen aus und jeder Mann 179 Euro. Männer über 80 hingegen gehen öfter zum Zahnarzt als ihre Altersgenossinnen.

Für den Zahnreport 2014 wurden außerdem über 500.000 in den letzten Jahren durchgeführte Wurzelbehandlungen verglichen. Die Auswertung zeigt, dass sowohl im Westen als auch im Osten Deutschlands die überwiegende Mehrzahl der Wurzelbehandlungen erfolgreich verlaufen war: Nur jeder fünfte Patient musste innerhalb der nächsten drei Jahre zur Nachbehandlung.

Dennoch bleibt die Wurzelbehandlung riskant. Laut Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, stehe dabei die Rettung des Zahns bei immer mehr Patienten im Vordergrund. Bei schwer zugänglichen Zähnen und in komplizierten Fällen sei gute Beratung daher besonders wichtig.

Insgesamt 11,7 Milliarden Euro bezahlten deutsche Krankenkassen im Jahr 2012 für Zahnbehandlungen. Das entspricht rund 168 Euro pro Patient und bedeutet eine Steigerung von 0,7 Prozent gegenüber 2011.

Grundlage des Zahnreports 2014 sind anonymisierte Daten der Barmer GEK, einer Krankenkasse mit rund 8,6 Millionen Versicherten.


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