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Behandlung , Zahnersatz

Zahnimplantat - in die Zahnklinik oder zum Zahnarzt vor Ort?

Mit einem Zahnimplantat lässt sich eine Zahnlücke dauerhaft und vollkommen unauffällig schließen. Allerdings ist die Behandlung sowohl mit einigem Aufwand wie auch mit hohen Kosten verbunden, dazu kommt, dass die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für ein Zahnimplantat nur in wenigen Ausnahmefällen übernehmen (etwa bei Unfällen oder Zahnverlust aufgrund von schweren Grunderkrankungen). In den meisten Fällen muss der Patient die Mehrkosten - die sich pro Implantat auf tausend oder mehr Euro belaufen können - aus eigener Tasche zahlen. 

Ein Zahnimplantat ist kein normaler Zahnersatz

Während bei anderem Zahnersatz der Patient meist nur eine Behandlung über sich ergehen lassen muss, ist eine Zahnimplantation erheblich aufwendiger. Denn hierbei muss zunächst das eigentliche Implantat - meist ein Metallstift mit Gewinde - in den Knochen eingesetzt werden und dann im Verlauf von mehreren Monaten einheilen. Oft ist, vor allem im Oberkiefer, dafür ein Knochenaufbau erforderlich, damit das Implantat ausreichend Stabilität erhält und fest im Kiefer verwachsen kann.

Ist das Implantat eingesetzt, wird das Zahnfleisch darüber mit einer Naht verschlossen und der Patient erhält ggf. eine Prothese, um die kommende Einheilungszeit zu überbrücken. Diese beträgt je nach Patient zwischen drei und sechs Monaten, erst danach ist die künstliche Zahnwurzel im Kiefer soweit mit neuem Knochengewebe umgeben, dass sie wie eine echte belastet werden kann.

Im Labor wird dann eine Krone angefertigt, die vom Zahnarzt anschließend eingesetzt wird. Sie wird fest mit dem Implantat verbunden und stellt dann im Front- oder Seitenzahnbereich die normale Kau- und Sprachfunktion wieder her. Dazu werden unter örtlicher Betäubung das Zahnfleisch geöffnet und das Implantat freigelegt, danach kann der Zahnersatz eingesetzt werden. 

Implantate gibt es nur beim Spezialisten

Nicht in jeder Zahnarztpraxis ist eine Behandlung mit Zahnimplantaten möglich. So ist die Tätigkeitsbezeichnung „Implantologie“ nicht geschützt und auch keine Zusatzbezeichnung gemäß Weiterbildungsverordnung, dennoch bietet nur ein kleiner Teil der niedergelassenen Zahnärzte in Deutschland diese Leistungen an.

Für Patienten bedeutet das, dass sie je nach Wohnort intensiver suchen müssen, bis sie einen Zahnarzt finden, der Zahnimplantate anbietet. Hilfestellung dabei bieten neben den Zahnärztekammern auch Interessenverbände für Implantologie an:

  •  ·Deutsche Gesellschaft für Implantologie e. V. (DGI)

·         Deutsche Gesellschaft für orale Implantologie e. V. (DGOI)

·         Deutsches Zentrum für orale Implantologie e. V. (DZOI) sowie

·         Bundesverband der implantologisch tätigen Zahnärzte in Europa e. V. (BDIZ EDI).

Hier können sich Patienten nach niedergelassenen Zahnärzten oder nach Zahnkliniken in der Nähe erkundigen. Die dort vermittelten Zahnärzte haben in der Regel zusätzliche Qualifikationen im Bereich der Implantologie nachgewiesen und verfügen über einen großen Erfahrungsschatz mit dieser Art von Zahnbehandlung. 

Besser in die Klinik statt in die Praxis?

Ein Grund, warum nur wenige Zahnärzte Zahnimplantate in ihrer Praxis anbieten, liegt in den hohen technischen Anforderungen und den erforderlichen medizinischen Geräten. Ohne hohe Investitionen in die entsprechende Praxiseinrichtung kann der Zahnarzt die Behandlung nur teilweise selber durchführen und muss den Patienten dann zu einem Spezialisten überweisen, um etwa das Implantat einsetzen zu lassen.

Aus Patientensicht wäre es jedoch natürlich erheblich attraktiver, sämtliche Behandlungsschritte auf einmal durchführen lassen zu können. Das ist etwa in einer Zahnklinik möglich, da hier oftmals Implantologen, Kieferchirurgen, Parodontologen und andere Fachärzte in einer gemeinsamen Praxisklinik tätig sind.

So kann der Patient von den erforderlichen Voruntersuchungen über die eigentliche Behandlung bis zur Nachsorge alles an einem Ort erledigen, was Zeit spart. Zudem arbeiten die Kliniken oft mit einem eigenen Zahnlabor zusammen, sodass auch der erforderliche Zahnersatz direkt aus eigenem Haus geliefert werden kann. Und für Angstpatienten bieten viele Kliniken auch Behandlungen unter Lachgas, im Dämmerschlaf oder in Vollnarkose an, allerdings müssen die zusätzlichen Kosten hierfür meist auch vom Patienten getragen werden.

Zahnkliniken finden sich in vielen großen Städten und auch im Ausland, allerdings sollten Patienten sehr genau abwägen, ob die vermeintlichen Kostenvorteile für einen Besuch etwa einer Klinik im Ausland sich auf lange Sicht tatsächlich lohnen. Denn gerade bei Implantaten kann es während der Einheilungsphase zu Komplikationen wie Schmerzen, Entzündungen oder Blutungen kommen, die schnell von einem Zahnarzt begutachtet und behandelt werden sollten.

Wer dafür jedoch erneut ins Ausland reisen muss, hat schnell alleine für die Reisekosten mehr Geld ausgegeben, als bei der Zahnbehandlung eingespart wurde, dazu kommt die Reisezeit, die erheblich länger ist als ein Besuch beim Zahnarzt vor Ort. Daher raten viele Krankenkassen davon ab, umfangreiche Zahnbehandlungen im Ausland vornehmen zu lassen, und empfehlen eher, eine Zahnklinik in der Nähe zu suchen, um bei Problemen auch kurzfristig behandelt werden zu können. 

Gute Gründe für die Zahnarztpraxis

Wer einen zuverlässigen und vertrauenswürdigen Zahnarzt gefunden hat, sollte bei einem geplanten Zahnimplantat zunächst dort nachfragen, ob dort die Behandlung möglich ist. Zahnärzte, die implantologische Leistungen anbieten und sich entsprechend weitergebildet haben, werben oftmals damit, sind also etwa im Internet oder Telefonbuch einfach zu finden.

Ein seriöser Zahnarzt wird bereitwillig Auskunft über seine Erfahrungen, Erfolgsaussichten und mögliche Komplikationen erteilen und ggf. auch geeignete Kollegen empfehlen. Und er wird sich Zeit nehmen für alle Fragen, Bedenken und Unsicherheiten des Patienten und erst dann mit der Behandlung beginnen, wenn diese zufriedenstellend geklärt sind.

Immer mehr Zahnärzte, die implantologische Leistungen anbieten, arbeiten mit modernen Anästhesiemethoden wie Dämmerschlaf oder Lachgas. Diese haben im Vergleich zu einer klassischen örtlichen Betäubung den Vorteil, dass der Patient den chirurgischen Eingriff in seinen Kiefer nicht nur schmerz-, sondern auch angstfrei erlebt, und das ohne die belastenden Nebenwirkungen einer Vollnarkose. 

Am Ende entscheidet immer der Patient

Sowohl die Behandlung in einer Klinik als auch in der Zahnarztpraxis haben ihre spezifischen Vor- und Nachteile. Während Zahnkliniken im Ausland oft mit geringen Behandlungskosten werben, können die Kosten in einer Zahnklinik in Deutschland sogar höher sein als bei einem niedergelassenen Zahnarzt, da die Klinik in der Regel höhere laufende Kosten hat als die Praxis. Dafür können Patienten hier meistens sämtliche erforderlichen Behandlungsschritte durchführen lassen und müssen nicht verschiedene Fachärzte aufsuchen, um etwa zunächst eine Parodontitis behandeln zu lassen, bevor das Zahnimplantat eingesetzt werden kann. 

Ist das nicht notwendig und findet sich auch vor Ort ein niedergelassener Zahnarzt, der implantologische Leistungen anbietet, spricht nichts dagegen, sich auch von diesem ein Angebot in Form eines Heil- und Kostenplans erstellen zu lassen. Denn Patienten haben grundsätzlich ein freies Wahlrecht, auch beim Zahnarzt, sodass es sich durchaus lohnt, verschiedene Angebote einzuholen und dann die Behandlung dort durchführen zu lassen, wo sowohl die Kosten als auch der Gesamteindruck passen. 


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2 Kommentare

Johann Wimmer

Ich habe vor 3 Jahren 3 Implantate gesetzt bekommen. Sitzen sehr gut.

Nun mochte ich 3 kronen haben.

Was kommt an Kosten auf mich zu brutto? Den Barmer-abzug berechne ich selbst.

Vielen Dank

 

 

DIE32
Was kosten 3 Kronen?

Guten Tag Herr Wimmer,

die Kosten von Zahnersatz hängen nicht nur von der Art der Versorgung ab, sondern auch davon aus welchem Material der Zahnersatz gefertigt wird. Wir können Ihnen also erst einen genauen Preis sagen, wenn uns ein Bild Ihres Heil- und Kostenplans vorliegt, auf welchem wir ersehen können, was Ihr Zahnarzt geplant hat. Sollten Sie bereits einen Heil- und Kostenplan vorliegen haben, dann können Sie gerne ein Bild davon per Mail an unseren Patientenservice senden. Die Mailadresse lautet: info@zahnersatzsparen.de . Sie erreichen unseren Patientenservice auch telefonisch unter der kostenfreien Rufnummer 0800-160 0 170. Beste Grüße, Ihre Redaktion vom Online Magazin DIE32

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