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07. Oktober 2015 / 1 Kommentare

Gesundheit

Zahnfleischentzündung (Parodontitis)

Zahnfleischentzündung und Parodontitis – die unterschätzte Gefahr im Mund

Wer beim Zähneputzen Blut auf der Zahnbürste entdeckt, sollte dieses Alarmsignal nicht ignorieren: Oft ist das ein Zeichen für eine Zahnfleischentzündung, die sich zu einer Parodontitis entwickeln kann. Und die endet im schlimmsten Fall damit, dass die Zähne keinen ausreichenden Halt im Kiefer mehr finden und ausfallen. Das Problem betrifft fast jeden, denn rund 80 Prozent aller Deutschen haben entzündetes Zahnfleisch. Da eine Zahnfleischentzündung jedoch nicht immer schmerzhaft verläuft, wissen es nur die wenigsten und wägen sich damit in falscher Sicherheit.

Eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) wird meistens durch Bakterien in der Mundhöhle ausgelöst. Eine unzureichende Mundhygiene ist die häufigste Ursache, da sich dann die Bakterien ungehemmt vermehren und im gesamten Mundraum ausbreiten können. Wenn eine Gingivitis, also eine Zahnfleischentzündung, nicht rechtzeitig behandelt wird, kann sich daraus eine Parodontitis entwickeln: Die Bakterien greifen hierbei auf den gesamten Zahnhalteapparat über und befallen auch die Knochenstrukturen im Kiefer. Die Folge ist Zahnfleischrückgang, was nicht nur schmerzhaft ist, sondern auch die Zähne gefährdet, die keinen sicheren Halt mehr im Kiefer finden, locker werden und letztendlich ausfallen.

Schutz vor Zahnfleischentzündung und Parodontitis

Der beste Schutz vor einer Zahnfleischentzündung und ihren Folgen ist eine regelmäßige Mund- und Zahnreinigung mit einer weichen Zahnbürste. Wer zusätzlich sein Zahnfleisch schützen und ein ungünstiges Milieu für Bakterien schaffen will, kann handelsübliche Mundspüllösungen nutzen. Allerdings sind diese Präparate nicht unumstritten, da sie nicht nur gegen schädliche Bakterien wirken, sondern die Mundflora insgesamt beeinflussen. Aus zahnmedizinischer Sicht ist es meist ausreichend, die Zähne mindestens zweimal täglich für jeweils drei Minuten zu putzen, um die Ausbreitung der schädlichen Bakterien zu begrenzen und einer Zahnfleischentzündung vorzubeugen. Wichtig ist auch, die Zahnbürste regelmäßig zu ersetzen, da sich auch hier im Laufe der Zeit Bakterien bilden und vermehren können.

Auf der Zunge können sich ebenfalls bakterielle Beläge bilden, die beim normalen Zähneputzen nicht entfernt werden. Um die Zunge zu reinigen, gibt es spezielle Zungenschaber für die Zungenoberfläche. Sie sollten vorsichtig eingesetzt werden, um die empfindliche Zunge nicht zu verletzen und müssen wie Zahnbürsten regelmäßig erneuert werden.

Zur täglichen Mundpflege sollte auch die Reinigung der Zahnzwischenräume gehören: Mit Zahnseide oder speziellen Zwischenraumbürsten lassen sich diese Stellen gut reinigen und bakterielle Beläge mechanisch entfernen. Allerdings muss hierbei darauf geachtet werden, das Zahnfleisch nicht zu verletzen, was insbesondere bei mangelnder Routine leicht passieren kann. Im Zweifelsfall sollte man seinen Zahnarzt befragen und sich dort Tipps für die Pflege von Zähnen und Zahnfleisch geben lassen.

Dort kann auch eine professionelle Zahnreinigung erfolgen, bei der Zahnstein und hartnäckige Beläge entfernt werden. Zwar übernehmen die Krankenkassen die Zahnreinigung beim Zahnarzt in der Regel nicht, dennoch stellt sie eine wichtige Vorsorge für die Gesunderhaltung insbesondere des Zahnfleisches dar. Die Kosten hängen von der Anzahl der Zähne und der Dauer der Behandlung ab und werden vom Zahnarzt privat in Rechnung gestellt.

Neue Studie belegt: Blaubeere hilft bei Zahnfleischentzündungen und Parodontitis

Kanadische Wissenschaftler haben festgestellt, dass die nordamerikanische Blaubeerart Vaccinium Angustifolium dabei hilft, Zahnfleischentzündungen vorzubeugen. Ein Extrakt dieser Blaubeere war in der Lage, das Wachstum von Bakterien zu drosseln, die für Parodontitis verantwortlich sind. Zudem verhindert die Beere, dass sich die Bakterien zu einem Biofilm zusammenschließen können, was es einfacher macht, sie im Mundraum zu bekämpfen.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass in Zukunft der Extrakt dieser Blaubeere dabei helfen kann, bakterielle Beläge auf Zunge, Zahnfleisch und Zähnen zu unterbinden. Wenn es gelingt, den Wirkstoff der Beere langsam freizusetzen, könnte das eine wirkungsvolle Alternative zur bisherigen Behandlung mit Antibiotika bei bakteriellen Zahnfleischentzündungen und Parodontitis darstellen.


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