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01. Januar 2015 / 0 Kommentare

Zahnersatz

Zahnersatz bei Kindern

Es gibt verschiedene Gründe, die Zahnersatz bei Kindern sinnvoll oder erforderlich machen. Zu den häufigsten gehören Zahnunfälle, Zahnschäden durch Karies, schwere Fehlstellungen des Kiefers und der Zähne sowie fehlende Veranlagungen für einen oder mehrere Zähne.

Milchzähne werden meist nur dann ersetzt, wenn der entsprechende Zahn gar nicht erst angelegt ist (also an dieser Stelle einfach kein Milchzahn wächst) oder der Zahnverlust so früh erfolgt, dass es nicht ratsam ist, die Lücke bis zum Nachwachsen des bleibenden Zahns unversorgt zu lassen. Dabei dient der Zahnersatz weniger ästhetischen als medizinischen bzw. gesundheitlichen Zwecken: Wird die Zahnlücke nicht rasch geschlossen, kann das zur Beeinträchtigung der Sprachentwicklung oder zu Verformungen, Fehlstellungen und Schäden im Restgebiss führen.

Zahnersatz bei Kindern kann also sowohl Milchzähne als auch bleibende Zähne ersetzen. Zur Überbrückung von Lücken im Milchgebiss werden in der Regel sogenannte Lückenhalter verwendet. Im bleibenden Gebiss bieten sich nach einem Zahnverlust Zahnimplantate besonders an, da dieser natürliche und fest im Knochen verankerte Zahnersatz bei Kindern in der Regel sehr rasch und gut einheilt.

Zur Befestigung von Zahnimplantaten müssen keine gesunden Nachbarzähne abgeschliffen oder mit Klammern malträtiert werden. Gezielt ersetzen die künstlichen Zahnwurzeln die fehlenden oder verlorengegangenen eigenen, und das Implantat kann viele Jahrzehnte lang halten – im Idealfall für das ganze Leben.

Zum Reparieren bzw. Sanieren geschädigter Zähne kommt herkömmlicher Zahnersatz auch bei Kindern und Jugendlichen zum Einsatz. Bei der Planung von festsitzenden Kronen und Brücken muss der Zahnarzt natürlich das weitere Wachstum seines Patienten berücksichtigen. Um nach einem Zahnverlust die Lücke sofort zu schließen, kann ein Kurz- oder Langzeitprovisorium eingesetzt werden, während der Zahnersatz für die spätere Dauerlösung im Labor hergestellt wird.

Zahnersatz bei Kindern mit fehlender Zahnveranlagung

Das Wachstum der Zähne des Menschen folgt einem biologischen Plan. Schon im Kiefer des ungeborenen Kindes sind sämtliche Milchzähne und auch die bleibenden Zähne angelegt. Die 20 Milchzähne brechen bis zum vierten Lebensjahr durch das Zahnfleisch – manche Neugeborene haben sogar bereits sichtbare Zähnchen im Mund. Beim sogenannten Zahnwechsel, der meist bis zum 14. Lebensjahr abgeschlossen wird, bilden sich die Milchzähne zurück und fallen aus, während 28 bleibende Zähne nachwachsen. Die vier letzten Zähne lassen sich mit dem Wachstum viel mehr Zeit, weshalb die auch Weisheitszähne genannt werden.

Da jeder Mensch ein Individuum ist, folgt auch nicht jedes Gebiss dem Masterplan. Es kommt vor,  dass einer oder mehrere Zähne nicht angelegt sind und die Lücken daher früher oder später mit Zahnersatz geschlossen werden müssen. Fehlt die Veranlagung für den Milchzahn, kann ein Lückenhalter die normale Entwicklung von Phonetik (Lautbildung/Sprache) und Gebiss gewährleisten. Sind weder der Milchzahn noch der bleibende Zahn angelegt, plant der Zahnarzt eine prothetische Versorgung so früh wie möglich und so spät wie nötig – immer im Hinblick auf die Entwicklung des gesamten Kiefers.

Ist einer der bleibenden Zähne nicht angelegt, kann ein starker, nicht zu kleiner Milchzahn bei guter Pflege unter Umständen bis weit ins Erwachsenenalter hinein als Platzhalter dienen: Drückt kein weiterer Zahn von unten gegen seine Wurzel, bildet sich diese nicht zwangsläufig zurück, der Zahn wird also nicht von alleine locker.

Weil Milchzähne aber einen viel weicheren Schmelz haben und sich schneller abnutzen, muss auch ein solcher Held unter den Milchzähnen irgendwann gezogen und ersetzt werden – am besten durch ein Implantat, das die Nachbarzähne und das Zahnfleisch nicht belastet und die beste Ästhetik bietet.

Fehlt die Veranlagung für einen Schneide- oder Eckzahn, kann alternativ eine spezielle Zahnspange angefertigt werden, die die hinter der Lücke liegenden Backenzähne sanft, aber stetig nach vorne zieht. So kann die komplette Zahnreihe einige Millimeter nach vorne wandern und dadurch die Lücke im Sichtbereich mit echten Zähnen schließen. Allerdings sollte dann zeitnah Zahnersatz für den fehlenden Antagonisten im hinteren Kieferbereich geplant werden.

Kosten für Zahnersatz bei Kindern

Was die Kosten angeht, gelten für Zahnersatz bei Kindern grundsätzlich dieselben Regeln wie bei Erwachsenen. Es gibt die von der Krankenkasse bezahlte bzw. durch einen Festzuschuss teilfinanzierte befundabhängige Regelversorgung – und es gibt die sogenannten andersartigen oder gleichartigen Versorgungen, für die ein höherer Eigenanteil zu entrichten ist.

Auch die Preise für Zahnersatz bei Kindern lassen sich durch Auslandsfertigung drastisch reduzieren. Das kommt vor allem jenen Eltern zugute, die sich für ihr Kind die beste, langlebigste und ästhetischste Versorgung wünschen – denn das ist selten die von der Kasse vorgesehene Standardversorgung. Ist schon früh abzusehen, dass Zahnersatz für das Kind notwendig wird, kann es sinnvoll sein, eine Zahnzusatzversicherung abzuschließen.

Allerdings sieht die Bonusregelung für Zahnersatz bei Kindern und Jugendlichen über 12 Jahre eine Vorsorgeuntersuchung pro Kalenderhalbjahr vor – nicht nur eine pro Kalenderjahr wie bei erwachsenen Versicherten. Da Zahnerhalt immer besser ist als Zahnersatz, sollten Familien darauf achten, dass alle empfohlenen kostenlosen Prophylaxetermine auch wahrgenommen werden. So werden Entwicklungsstörungen des Kiefers sowie eventuelle Zahnschäden schnell erkannt, und Eltern wie Kinder profitieren im Ernstfall vom vollen Bonus.


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