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Zahnausfall bei Asthma

In einer aktuellen Studie von koreanischen Wissenschaftlern wird der Zusammenhang von Asthma und dem Verlust von Zähnen genauer untersucht. Die Forscher kommen dabei zu dem vorläufigen Ergebnis, dass der regelmäßige Gebrauch eines Asthmasprays durchaus negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Mundhöhle und Zähne haben kann, insbesondere bei Kindern. In ihrer Studie haben sie einen signifikanten Zusammenhang von Zahnverlust durch Karies und dem Alter der betroffenen Patienten nachweisen können, indem sie die Daten einer nationalen Umfrage zur Gesundheit und Ernährung statistisch ausgewertet haben. 

Dabei wurden die Daten von mehr als 65.000 Personen untersucht, mit durchaus alarmierenden Ergebnissen: Eine frühe Asthmadiagnose führt vor allem bei Kindern im Alter von 0 bis 12 Jahren zu einem deutlich erhöhten Risiko für Karies, ausgelöst durch die für Asthmamedikamente typische Mundtrockenheit. Gerade kleine Kinder können diese schlechter artikulieren, so dass Eltern kaum frühzeitig darauf reagieren können. In der Konsequenz können sich als Nebenwirkung der Asthmabehandlung Kariesbakterien im Mund schneller vermehren und die Zahnoberfläche angreifen, so dass im schlimmsten Fall der Verlust von Zähnen droht.

 

Mundtrockenheit ist eine typische Nebenwirkung von Asthmasprays

Luftnot, unkontrollierter Husten und rasselnde, pfeifende Atemgeräusche sind typische Symptome für eine Asthmaerkrankung. Fast jeder 10. Deutsche leidet unter dieser Erkrankung der Atemwege und greift deswegen mehr oder weniger regelmäßig zu einem Asthmaspray, das die Symptome mit Kortison lindert. Allerdings wirkt Kortison nicht nur gegen die Asthmasymptome, sondern kann – besonders bei regelmäßiger und langjähriger Anwendung – auch Knochen- und Zahnschäden zur Folge haben.

Eine der unerwünschten Nebenwirkungen von Kortison – ob in Pulverform oder als Aerosol verabreicht – ist Mundtrockenheit. Der entzündungshemmende Wirkstoff hemmt den Speichelfluss, die Mundhöhle ist trockener als bei gesunden Menschen – was insbesondere bei kleinen Kindern ein Problem darstellt. Denn während Jugendliche und Erwachsene Durst intensiver wahrnehmen und bei einem trockenen Mund mit erhöhter Flüssigkeitsaufnahme reagieren, sind jüngere Kinder stärker gefährdet. Dazu kommt, dass asthmakranke Kinder häufiger durch den Mund atmen und so das Phänomen der trockenen Mundhöhle noch verstärken. Wird dann der Durst mit zuckerhaltigen Getränken gestillt, steigt das Kariesrisiko zusätzlich an.

Eltern von asthmakranken Kindern sollten daher besonders aufmerksam beobachten, wie oft und was ihr Kind trinkt, und es mehrmals täglich zum Trinken motivieren. Statt Limonaden, Säften oder anderen zuckerhaltigen Getränke sollten sie besser zuckerfreie Alternativen wie Mineralwasser oder ungesüßten Tee anbieten und zudem mit ihrem Kind bereits ab dem ersten Milchzahn die richtige Mund- und Zahnpflege einüben.

 

Warum ein trockener Mund das Kariesrisiko erhöht

Der Speichel in der Mundhöhle erfüllt mehrere Funktionen, darunter auch die, den Mund zu reinigen und Säuren zu verdünnen, die von Kariesbakterien als Stoffwechselprodukt ausgeschieden werden. Im Speichel sind zudem Mineralstoffe enthalten, die den Zahnschmelz remineralisieren und kleine Beschädigungen in der Oberfläche reparieren. Wird die Speichelproduktion durch Medikamente wie Kortison reduziert, kann der Speichel diese Schutzfunktion nicht mehr erfüllen. Nahrungsreste müssen dann durch Mundspülungen und das mechanische Putzen der Zähne beseitigt werden, andernfalls bieten sie Karies auslösenden Bakterien optimale Lebensbedingungen.

Asthmaspray kann auch den Kieferknochen schädigen

Die koreanischen Forscher haben nicht nur die bereits bekannte Nebenwirkung der Mundtrockenheit als Ursache für Zahnprobleme ausgemacht, sondern auch anhand der ausgewerteten Daten ermittelt, dass Asthmapatienten ein höheres Risiko aufweisen, an Osteoporose des Unterkieferknochens zu erkranken. Basierend auf den ausgewerteten Datensätzen stellen die Wissenschaftler einen Zusammenhang zwischen der Langzeittherapie mit kortisonhaltigen Asthmasprays und einer Abnahme der mineralischen Knochendichte fest. Besonders stark betroffen ist dabei der Unterkieferknochen, wobei hier gerade neue, lokal sehr wirkungsvolle Asthmamedikamente das Risiko für Osteoporose signifikant erhöhen.

Als Konsequenz aus ihren Studienergebnissen empfehlen die Wissenschaftler daher, die mineralische Knochendichte von Patienten, die neuere Corticosteroide lokal anwenden, regelmäßig zu untersuchen. Das gilt in besonderem Maße dann, wenn weitere Risikofaktoren für Osteoporose in der Familie vorhanden sind. 

Zahnverlust durch Asthma lässt sich vermeiden

Die aktuellen Studienergebnisse zeigen zwar einen Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Karies und Osteoporose und der regelmäßigen Verwendung von kortisonhaltigen Asthmasprays auf, dennoch müssen Betroffene zum Schutz ihrer Zähne nicht auf eine wirkungsvolle Asthmatherapie verzichten. Denn mit einigen einfachen Maßnahmen können die schädlichen Auswirkungen verringert werden:

  • Nach jeder Benutzung eines Asthmasprays sollte der Mund mit klarem Wasser gespült werden. Damit wird die Speichelproduktion angeregt, und Speisereste werden aus dem Mund entfernt.
  • Eine gründliche, regelmäßige Zahnpflege ist unerlässlich. Mindestens zwei Mal am Tag sollten die Zähne mit einer weichen Zahnbürste geputzt werden, um bakterielle Ablagerungen auf dem Zahnschmelz mechanisch zu entfernen.
  • Zudem sollten auch jüngere Patienten mindestens zweimal im Jahr, besser häufiger, eine professionelle Zahnreinigung und Prophylaxe beim Zahnarzt durchführen lassen. Hierbei werden die Oberflächen der Zähne und die Zahnzwischenräume gründlich gereinigt und der Zahnschmelz mit einem fluoridhaltigen Lack versiegelt.
  • Asthmatiker sollten ihren Zahnarzt über die Atemwegserkrankung und die dagegen regelmäßig eingenommen Medikamente informieren, damit dieser die Behandlung und Vorsorge entsprechend anpassen kann.
  • Mit dem Hausarzt sollte zudem abgeklärt werden, ob und unter welchen Umständen eine Reduzierung der Dosierung von kortisonhaltigen Asthmasprays in Erwägung gezogen werden kann.

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