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Gesundheit , Behandlung

Die Zahngesundheit in Deutschland verbessert sich zunehmend

Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) hat ihr aktuelles Jahrbuch für 2016 vorgestellt. Darin sind aktuelle Zahlen zur Zahl der Füllungen und Extraktionen enthalten, die eine deutliche Verbesserung der Mund- und Zahngesundheit der Deutschen aufzeigen. Die Statistiken zeigen etwa, dass die Anzahl der Zahnextraktionen nach einem kurzen Anstieg in den Jahren 1991/92 um insgesamt 27 Prozent gesunken sind – das entspricht einem jährlichen Rückgang um 1,3 Prozent. Als mögliche Ursachen für diesen positiven Trend gelten eine bessere flächendeckende zahnärztliche Versorgung, eine breitere und wirkungsvollere Aufklärung sowie generell ein gestiegenes Bewusstsein für Gesundheitsthemen in der Bevölkerung. 

Weniger Füllungen und Extraktionen

Bevor ein Zahn extrahiert werden muss, hat er meist eine lange Leidensgeschichte hinter sich – oft nicht allein mit oberflächlicher Karies, sondern zusätzlich mit Wurzelkanalfüllungen oder einer Wurzelspitzenresektion, dem letzten Mittel vor einer endgültigen Entfernung des Zahns aus dem Kiefer. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die sinkende Anzahl von Extraktionen mit einer ebenfalls abnehmenden Zahl von Füllungen einhergeht. So sind im aktuellen Jahrbuch auch die durch vertragszahnärztliche Versorgung gelegten Füllungen deutlich rückläufig: Wurden 2014 noch 52,1 Millionen Füllungen ausgewiesen, waren es ein Jahr später nur noch 51,6 Millionen, also 500.000 weniger. Das entspricht einem Rückgang von 2,2 Prozent pro Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). 

Am stärksten war der Rückgang bei den drei- und mehrflächigen Füllungen, von denen im Vergleich zum Vorjahr 2,5 Prozent weniger eingesetzt wurden. Bei den ein- bis zweiflächigen Füllungen fiel der Rückgang mit 2,1 Prozent etwas geringer aus, dennoch ist auch hier ein positiver Trend zu erkennen. Insbesondere beim Langzeitvergleich mit dem Referenzjahr 1991 zeigt sich eine deutliche Verbesserung, denn die Anzahl der Füllungen konnte um fast die Hälfte (47 Prozent) reduziert werden. Im Schnitt sind das 2,3 Prozent weniger pro Jahr.

Patienten wählen häufiger zahnerhaltende Behandlungen

Die Statistiken zeigen deutlich, dass zunehmend wirkungsvolle zahnerhaltende Behandlungen gewählt werden und dass die Zahl der Behandlungsfälle mit schweren, irreparablen Zahnschäden kontinuierlich zurückgeht. Dies ist nicht zuletzt mit einer besseren Aufklärung über die Bedeutung von regelmäßiger Mundhygiene zu erklären, die auch in den Zahnarztpraxen verstärkt betrieben wird. Möglicherweise wird der positive Trend auch teilweise dadurch begünstigt, dass die GKV ihre Leistungen für Zahnersatz einerseits erheblich reduziert, durch die Festzuschüsse jedoch gleichzeitig auch erweitert haben. Damit steht es jedem gesetzlich Versicherten frei, eine höherwertige Versorgung (z. B. eine Kompositfüllung anstelle von Amalgam) zu wählen. Allerdings müssen die entstehenden Mehrkosten privat mit dem behandelnden Zahnarzt abgerechnet werden.

Mehr Information und Aufklärung

Der Vorsitzende des Vorstandes der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung, Dr. Wolfgang Eßer, sieht auch eine erfolgreiche Umorientierung hin zu einer präventionsorientierten zahnmedizinischen Versorgung, betont jedoch, dass die Aufklärung des Patienten auch angesichts der erreichten Erfolge nicht vernachlässigt werden darf: „Um gemeinsam mit dem Zahnarzt über die individuelle Therapie entscheiden zu können, ist es wichtig, dass Patienten umfassend über Behandlungsmöglichkeiten informiert sind“, so Eßer. 

Die KZBV hat darum ihre Informationsbroschüre „Zahnfüllungen – Was Sie als Patient wissen sollten“ grundlegend überarbeitet und in einer aktualisierten Fassung neu aufgelegt. In die Überarbeitung sind aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse eingeflossen, dazu werden allgemeine Hinweise zu Karieserkrankungen und deren Vorbeugung gegeben. Ebenfalls enthalten sind Erläuterungen zu unterschiedlichen Füllungsmaterialien und ihren möglichen Einsatzbereichen sowie zur Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenversicherungen. Die Broschüre kann kostenlos bei der KZBV bestellt oder als digitale Version im Format .pdf heruntergeladen werden (http://www.kzbv.de/kzbv2017-zahnfuellungen-de.media.dd34822bd2bef77a41bdd380ede8b557.pdf) und steht sowohl in deutscher als auch in russischer und türkischer Sprache zur Verfügung. 


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