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25. September 2016 / 0 Kommentare

Wissenswertes

Wohin mit dem Zahngold und wie viel Geld bringt es ein?

Gold gilt seit Menschengedenken als stabile und krisensichere Wertanlage. Denn das Edelmetall mit dem besonderen Glanz und Schimmer verfügt über besondere Eigenschaften, die nicht nur bei der Herstellung von hochwertigem Schmuck oder als Zahlungsmittel geschätzt werden. Auch in der Elektronikindustrie wird es eingesetzt, um beispielsweise Leiterplatten oder Schaltkontakte zu vergolden und damit die Korrosionsbeständigkeit zu erhöhen sowie die elektrische Leitfähigkeit zu optimieren.

Gold ist ein Werkstoff mit besonderen Eigenschaften

Auch in der Medizin wurde und wird Gold eingesetzt, insbesondere in der Zahnmedizin. Denn das Edelmetall bietet herausragende Eigenschaften, die es als Werkstoff für Zahnersatz wie Inlays, Kronen oder Brücken empfehlen. Dazu zählt vor allem seine Eigenschaft, sehr korrosionsbeständig zu sein, es ist also unempfindlich gegenüber den meisten Säuren sowie Sauerstoff. Auch ist Gold sehr gut bioverträglich, kann also auch bei Allergikern verwendet werden. Zudem lässt sich Gold verhältnismäßig leicht verarbeiten, da es in Reinform weich wie Zinn ist.

Aus diesem Grund wird in der Zahnmedizin kein reines Gold verarbeitet, sondern nur als Goldlegierung. Dabei werden dem geschmolzenen Reingold andere Edelmetalle wie Silber, Platin, Palladium sowie Kupfer beigemischt, um die gewünschten Materialeigenschaften zu erreichen. Ebenso sind Legierungen mit Nicht-Edelmetallen möglich, etwa mit Chrom-Kobalt, Chrom oder Molybdän, was dem Gold einen silbergrauen Farbton verleiht.

Aus welcher Legierung mit welcher konkreten Zusammensetzung eine Füllung oder Krone besteht, ist auf dem Begleitschein ersichtlich, der vom Zahnlabor, das den goldhaltigen Zahnersatz angefertigt hat, ausgestellt wird. Eine nachträgliche Ermittlung der Zusammensetzung ist nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand möglich, daher können mit Zahngold generell nicht die Preise erzielt werden, die für eine Feinunze Gold auf den Weltmärkten gezahlt werden.

Gold im Mund – eine Geldanlage mit Biss?!

Die Goldpreise sind in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer weiter gestiegen, da die weltweite Nachfrage nach Gold sich beständig erhöht. Aus diesem Grund gilt das Edelmetall trotz seiner hervorragenden Eignung nicht mehr als erste Wahl, wenn es um festsitzenden Zahnersatz geht. Zudem müssen Goldfüllungen oder – Kronen im sichtbaren Bereich der Front- und Eckzähne keramisch verblendet werden, um optisch und ästhetisch wie ein echter Zahn zu wirken.

Daher werden Kronen, Brücken und Inlays heute eher direkt aus keramischen Werkstoffen hergestellt, die wie Gold optimal bioverträglich, stabil und haltbar sind. Zudem lässt sich Keramik gut verarbeiten und formen, so dass selbst komplexe Aufbauten daraus problemlos angefertigt werden können. Und nicht zuletzt sind die verwendeten Hochleistungskeramiken deutlich günstiger als Gold, die Versorgung ist also für den Patienten zu geringeren Kosten zu realisieren.

Zahngold zu Geld machen

Auch wenn Kronen und anderer festsitzender Zahnersatz in der Regel 10, 15 und mehr Jahre halten, müssen sie dennoch nach dieser Zeit erneuert und ausgetauscht werden. Die neue Versorgung wird dann oftmals aus Keramik angefertigt, so dass der Patient über die alte Goldkrone oder – Füllung frei verfügen kann. Denn auch, wenn diese nicht für neuen Zahnersatz eingeschmolzen und genutzt werden darf, stellt sie doch einen gewissen Wert dar, daher ist der Zahnarzt verpflichtet, dem Patienten seinen ehemaligen Zahnersatz auszuhändigen.

Der genaue Wert des Materials hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Gesamtgewicht
  • Anteil Feingold
  • Anteil und Art anderer Edelmetalle
  • Anteil sonstiger Materialien (Keramikverblendung, Zementreste)

Für die Ermittlung des genauen Wertes muss also zunächst das Gewicht des Zahngoldes möglichst genau ermittelt werden. Eine einzelne Zahnkrone kann leicht 1-2 Gramm wiegen, bei einem großen Backenzahn auch mehr, allerdings sollte man beim Auswiegen mindestens eine Feinwaage mit einer Genauigkeit von 0,1 Gramm nutzen, um das Gewicht möglichst exakt zu bestimmen.

Zahngold ist – wie Altgold generell – ein begehrter Rohstoff, denn die natürlichen Goldvorkommen auf der Erde sind weitgehend erschöpft. Daher ist auch bei diesem Edelmetall Recycling eine wichtige Quelle, um den Bedarf zu decken. Aus diesem Grund gibt es zahlreiche Ankäufer, die in lokalen Geschäften und im Internet damit werben, Zahn- und Altgold anzukaufen. Hier werden selbst kleine Mengen aufgekauft, allerdings unterscheiden sich die Konditionen teilweise deutlich. Mögliche Käufer sind entweder Juweliere, die das Zahngold nutzen, um daraus Schmuck anzufertigen, Edelmetallhändler und Scheideanstalten.

Grundsätzlich orientiert sich der Preis für Gold am Weltmarktpreis, der wiederum durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird. Da Gold überwiegend in Dollar an- und verkauft wird, beeinflusst auch der Währungskurs den Goldpreis, der selbst innerhalb eines einzelnen Tages stark schwanken kann. Aus diesem Grund wird der Ankaufpreis für Zahngold jeweils stunden- oder sogar minutengenau ermittelt.

Wo lohnt sich der Verkauf mehr, im Internet oder beim niedergelassenen Goldhändler?

Wer sein Zahngold bei einem nahegelegenen Händler verkaufen möchte, sollte den Werbeversprechen zum Trotz mindestens zwei Angebote vergleichen. Denn oftmals unterscheiden sich die Preise, die für ein Gramm Zahngold gezahlt werden, deutlich. Je mehr Zahngold zu verkaufen ist, desto wichtiger wird ein solcher Vergleich, um einen möglichst guten Kurs zu erhalten.

Viele niedergelassene Goldhändler bieten mittlerweile ihre Dienste auch im Internet an, wer nach Stichworten wie „Goldkrone verkaufen“ oder „Zahngold verkaufen“ sucht, findet schnell eine Vielzahl von Anbietern. In der Regel übernimmt der Händler die Kosten für den Versand des Altgoldes und erstellt dann ein verbindliches Ankaufangebot. Wenn der Preis passt, kann der Einsender zustimmen und erhält den Ankaufbetrag überwiesen, wenn nicht, wird das Altgold zurückgesendet – allerdings unfrei, die Kosten dafür muss also der Empfänger tragen.

Wer also einen möglichst hohen Verkaufserlös erzielen will, sollte sich nicht nur auf einen möglichen Ankäufer konzentrieren. Besser ist es, sowohl vor Ort wie auch im Internet die Konditionen zu vergleichen und sich dann erst für einen Händler entscheiden. Bewährt hat sich dabei das Vorgehen, das exakte Gewicht des Altgoldes bei einem niedergelassenen Händler ermitteln zu lassen und dieses Gewicht als Basis für alle Preisvergleiche zu nutzen.

Alternativen zum Verkauf

Trotz hoher Goldpreise sind die zu erzielenden Ankaufspreise für alte Goldkronen und anderen Zahnersatz aus Gold kaum für große finanzielle Sprünge geeignet. Statt das Gold zu verkaufen, bringen es daher immer mehr zu einem Juwelier oder Goldschmied und lassen sich daraus ein Schmuckstück anfertigen. Ob goldener Anhänger, Ring oder Ohrring – da es sich bei Zahngold immer um eine bioverträgliche Metalllegierung handelt, können auch Allergiker daraus hergestellte Schmuckstücke bedenkenlos tragen.

Eine andere sinnvolle Alternative ist, das Altgold zu spenden und so beispielsweise karitative Initiativen zu unterstützen. Einige Zahnarztpraxen bieten an, Zahngold zu sammeln und in größeren Mengen zu verkaufen – die Erlöse gehen dann beispielsweise an Hilfsorganisationen. Informationen dazu erhalten Patienten entweder direkt bei ihrem Zahnarzt, bei der Kassenzahnärztlichen Vereinigung oder direkt bei Hilfsorganisationen.


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