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15. April 2016 / 0 Kommentare

Zahnersatz, Wissenswertes

Wissenswertes über Teilkronen

Eine Zahnkrone dient grundsätzlich dazu, beispielsweise aufgrund von Karies verlorengegangene Zahnhartsubstanz zu ersetzen und so die natürliche Kaufunktion wieder herzustellen. Je nachdem, wie viel Zahnsubstanz verloren ist, kann eine Überkronung zirkulär (umlaufend am Zahnfleischrand) als Vollkrone oder in Form einer Teilkrone ausgeführt werden. Teilkronen werden indirekt (also außerhalb des Mundes des Patienten) angefertigt und je nach verwendetem Material adhäsiv mit Kunststoff oder konventionell mit Zement im präparierten Zahn befestigt.

Durch Teilkronen werden Teilbereiche der Zahnkrone stabilisiert, während gesunde Zahnsubstanz, die den auftretenden Belastungen noch standhält, erhalten bleibt. Unabhängig von der Kronenart muss der Zahn beschliffen werden, um eine möglichst gute Auflagefläche für die im Labor angefertigte Krone zu bieten. Damit unterscheidet sich eine Krone deutlich von einer Zahnfüllung, die in einem Arbeitsgang direkt vom Zahnarzt in den betroffenen Zahn eingebracht werden kann und sofort belastbar ist.

Materialien für Teilkronen

Teilkronen sind Versorgungen, die auf Maß individuell für jeden Patienten angefertigt werden. Früher wurden Teilkronen vor allem aus Goldlegierungen gegossen, und auch heute wird der „Goldstandard“ für Versorgungen im nicht sichtbaren Backenzahnbereich von vielen Zahnärzten geschätzt. Allerdings haben Teilkronen aus Metall einen entscheidenden Nachteil: die Ästhetik ist unbefriedigend, da das Metall nicht wie ein natürlicher Zahn aussieht und wirkt.

Eine Alternative zu Teilkronen aus einer Goldlegierung sind Teilkronen aus Vollkeramik. Dieses Material bietet vergleichbare Eigenschaften wie Metall, es ist etwa ebenso biokompatibel und damit verträglich, lässt sich optimal bearbeiten und bietet eine ausreichende Härte, um auch im Backenzahnbereich viele Jahre seinen Dienst zu versehen. Zugleich lässt sich bei Teilkronen aus Keramik die Farbe exakt bestimmen, so dass sie auch im Bereich der sichtbaren Zähne eingesetzt werden können.

Ebenso sind so genannte Galvanokronen möglich, die Metall und Keramik verbinden und damit die Vorzüge beider in sich vereinen: Auf eine Trägerschicht aus Feingold, die mit Galvanotechnik aufgebracht wird, wird ein mit Keramik aufgebaut und so eine Versorgung ermöglicht, die stabil und passgenau sitzt, und das für lange, lange Zeit.

Welche Art von Teilkronen genutzt werden, entscheidet der Zahnarzt gemeinsam mit dem Patienten. Die Entscheidung ist sowohl von der konkreten Situation im Mund abhängig wie auch von den finanziellen Möglichkeiten des Patienten. Generell sind Teilkronen aus Keramik im Vergleich zu gegossenen Metallkronen besser verträglich, da manche Menschen auf Gusslegierungen allergisch reagieren können. Auf der anderen Seite können jedoch auch die kunststoffbasierten adhäsiven Befestigungsmaterialien eine Allergie auslösen, was wiederum für den Einsatz einer Gusskrone spricht, die mit Zement befestigt wird.

Wer allerdings unter Bruxismus (Zähneknirschen) leidet, sollte besser auf gegossene Teilkronen setzen, diese halten die beim andauernden Zähneknirschen auftretenden Kaukräfte besser aus, während bei keramischen Kronen die Gefahr besteht, dass die gegenüberliegenden Zähne beschädigt werden, da die Keramik härter als normaler Zahnschmelz ist.

Wie ist der Behandlungsverlauf bei Teilkronen?

Zunächst muss durch den Zahnarzt in einer ersten Sitzung der betroffene Zahn präpariert, also beschliffen werden. Von diesem präparierten Zahn nimmt der Zahnarzt einen exakten Abdruck, der dem Labor als Basis für die anzufertigende Krone dient. Auch muss ein Abdruck des Gegenkiefers genommen werden, um die genaue Lage der Kauflächen zu bestimmen. Der so präparierte Zahn wird mit einer provisorischen Versorgung (in der Regel aus Kunststoff) versorgt, um den Zahn zu schützen und etwa das Kauen zu ermöglichen.

Anhand des Abdrucks wird im zahntechnischen Labor die Teilkrone angefertigt und nachbearbeitet, um sowohl die optimale Passung zu erreichen wie auch den gewünschten optischen Eindruck bei Vollkeramikkronen oder keramischen Überzügen. Ist die Krone fertiggestellt, wird sie vom Labor an den Zahnarzt ausgeliefert und kann eingesetzt werden. Dazu prüft der Zahnarzt zunächst, ob die Teilkrone korrekt sitzt, bevor der betroffene Zahn gereinigt und die Krone dauerhaft eingesetzt wird. Sie ist danach sofort voll belastbar und hält bei guter Pflege viele Jahre. Dennoch sollten Teilkronen im Rahmen der regelmäßigen zahnärztlichen Kontrollen überprüft werden, da an den Rändern zwischen Zahn und Krone der Zement auswaschen kann, an diesen Stellen kann sich dann Randkaries bilden, die vom Zahnarzt entfernt werden muss.


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