Themenwelt

Wissenschaftliche Studie: E-Zigarette schädigt Zähne und Zahnfleisch

E-Zigaretten oder auch E-Shishas sind insbesondere bei jungen Menschen sehr beliebt. Auch Raucher greifen immer häufiger zu den elektronischen Geräten, etwa um ein Rauchverbot am Arbeitsplatz zu umgehen oder sich vermeintlich weniger mit schädlichen Kondensaten zu belasten. Doch eine aktuelle Studie der Universität des Rochester Medical Centers in New York entzaubert E-Zigaretten und die darin verdampften Liquids.

Die Forscher kommen zu dem Ergebnis, dass elektrische Zigaretten das Zahnfleisch schädigen können und so das Risiko für einen Zahnverlust erhöhen. Denn das in den E-Zigaretten verdampfte E-Liquid enthält ähnlich wie Tabakrauch eine Vielzahl von chemischen Verbindungen und Aromen, die sich negativ auf den Zahnhalteapparat auswirken können.

Statt Tabak wird in E-Zigaretten eine Flüssigkeit (englisch: Liquid) erhitzt, die Aromen sowie ggf. auch Nikotin enthält. Wenn der Raucher am Mundstück der E-Zigarette zieht, wird im Inneren ein Verdampfer aktiviert, der das Liquid erhitzt. Dieser Dampf kann inhaliert oder „gepafft“ werden, wird also eingeatmet oder direkt wieder ausgepustet. Beides schadet nach Erkenntnissen des Forscherteams dem Zahnfleisch, da beim Ziehen an dem Gerät unter anderem entzündungshemmende Stoffe freigesetzt werden, die die Schleimhautzellen schädigen und so Erkrankungen im Mundraum zur Folge haben können.

Weitere Studie weist auf Zellschädigungen durch E-Liquids hin

Auch eine andere Studie der University of California zeigt, dass E-Zigaretten kein harmloser Freizeitspaß sind, sondern wie das Tabakrauchen gefährliche Nebenwirkungen haben können. So konnten die kalifornischen Forscher neben schädlichen Substanzen auch Nanopartikel im Dampf nachweisen, die ebenfalls das Zahnfleisch schädigen können. Nach Einschätzung der Forscher werden durch die Dämpfe die natürlichen Abwehrmechanismen der Mundflora beeinträchtigt, so dass die oberste Schicht der Hautzellen in der Mundhöhle abgetötet wird.

Die Forscher entnahmen für ihre Untersuchung Zellkulturen aus der äußeren Schicht der Mundhöhle und setzten diese im Labor für einen längeren Zeitraum den Dämpfen von E-Zigaretten aus. Untersucht wurden dann die Konzentration von bestimmten Partikeln, deren Größenverteilung und die Auswirkungen auf das Gewebe. Allerdings unterscheiden sich die Liquids verschiedener Anbieter in ihrer Zusammensetzung erheblich, dennoch kommen die Initiatoren der Studie zum eindeutigen Ergebnis, dass das Risiko von E-Zigaretten nicht zu unterschätzen ist.

Das gilt insbesondere deswegen, weil viele Aromen von E-Liquids sich eindeutig an eine junge Zielgruppe richten. Ob grüner Apfel, Cola oder Brausebonbon, die Sortenvielfalt ist groß und verleitet insbesondere Kinder und Jugendliche dazu, das Dampfen zu bagatellisieren, obwohl die langfristigen gesundheitlichen Konsequenzen noch nicht ausreichend erforscht sind. Dabei gibt es auch weniger gefährliche Alternativen wie ein echter Apfel, ein Glas echte Cola oder ein richtiges Brausebonbon – am besten jeweils in einer zuckerfreien Variante, um die Zähne zu schützen.

Gefahr droht auch von der Technik selber

Nicht nur wissenschaftliche Studien beschäftigen sich mit der möglichen Gefahr von E-Zigaretten, auch die technische Umsetzung ist nicht risikofrei. So gab es in Großbritannien einen Fall, bei dem die E-Zigarette eines britischen Rauchers aufgrund von Überhitzung explodierte, leider in dem Moment, wo dieser am Mundstück zog. Er verlor drei Zähne und musste mit Verbrennungen im Gesicht und an den Händen in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

Und auch ein 20-jähriger Kölner musste Anfang 2016 ärztlich behandelt werden, da seine E-Zigarette nach dem Einsetzen eines neuen Akkus offenbar ebenfalls zu heiß wurde und beim ersten Zug explodierte. Der Mann verlor mehrere Zähne und erlitt schwere Schnitt- und Brandwunden im Gesicht.


Neuer Kommentar

1 Kommentare

Elke /

22. März 2017

Persönliche Erfahrung

Meine persönliche Erfahrung ist eine andere. Seit ich vor ca. einem Jahr von Zigaretten aufs Dampfen umgestiegen bin, hat sich mein Zahnfleisch sehr gut erholt. Das Zahnfleischbluten, das ich vorher beim Zähneputzen hatte, hörte schon nach kurzer Zeit auf. Meine Parodontose ist so weit zum Stillstand gekommen, das mein Zahnarzt fragte, ob ich mit dem Rauchen aufgehört hätte. Er sah eine deutliche Verbesserung des Zustands. Auch die heiß/kalt Empfindlichkeit ist nun endlich Vergangenheit. Ich fühle mich auch insgesamt fitter und bin sehr froh von der Zigarette aufs Dampfen umgestiegen zu sein.

 

Ich frage mich, ob man die Ergebnisse der Studie überhaupt so auf die Realität übertragen werden können, wenn Hautzellen entnommen und im Labor unter Dauerdamf gesetzt wurden? Im Mund gibt es ja einen ständigen Speichelfluss, man isst und trinkt zwischendurch etwas usw. Eine Studie die das nicht berücksichtigt? Hm, find ich seltsam, irgendwie...