Themenwelt

0 Kommentare

Zahnersatz

Wie sollte der Knochenaufbau bei Implantaten aussehen?

Bei vielen zahnmedizinischen Befunden sind Implantate heute eine sehr gute Alternative. Eine Implantatversorgung kann entweder einen einzelnen oder mehrere fehlende Zähne ersetzen. Die künstlichen Zahnwurzeln aus Titan werden in den Kieferknochen eingesetzt und können, sobald sie fest eingewachsen sind, als Anker für verschiedene Arten von Zahnersatz dienen – etwa für Kronen, Zahnbrücken und implantatgetragene Zahnprothesen.

Damit das Implantat stabil eingepflanzt werden kann, muss an der entsprechenden Stelle jedoch ausreichend starke und gesunde Knochensubstanz vorhanden sein. Das ist bei Menschen, die über Jahre hinweg unversorgte Zahnlücken, klassische herausnehmbare Prothesen oder feste Brücken getragen haben, allerdings meist nicht der Fall. Denn wo die natürliche Zahnwurzel fehlt, bildet sich der Kieferknochen zurück. Hier setzt die moderne Implantologie an – mit einem gezielten Knochenaufbau für die geplante Implantatversorgung.

Knochenaufbau schafft das erforderliche Knochenvolumen

Je dichter, stärker und voluminöser der Kieferknochen ist, desto besser.Damit ein Implantat erfolgreich eingesetzt werden kann, muss es rundum von mindestens einem bis zwei Millimetern Knochen umgeben sein. Zudem sollte der Kieferknochen an dieser Stelle mindestens neun bis zehn Millimeter tief sein. Diese Knochenhöhe ist notwendig, da auch das Implantat eine gewisse Länge haben muss, um dauerhaft stabil zu sitzen.

Wenn nur sehr wenig Knochensubstanz fehlt, kann der Implantologe manchmal die kleinen Splitter wiederverwenden, die beim Aufbohren des Lochs für die künstliche Zahnwurzel entstehen. Diese werden dann mit Spezialfiltern aufgefangen. Um die Knochenmenge zu erhöhen, kann die eigene Knochensubstanz mit synthetischem Knochen „gestreckt“ werden. Künstlicher Knochen wird heute unter anderem aus Meeresalgen oder Tricalciumphosphat hergestellt. Das Knochenersatzmaterial kann allerdings den Eigenknochen nicht vollständig ersetzen.

Fehlt mehr zum nötigen Knochenvolumen, entnimmt der Arzt Knochensplitter aus den hinteren Kieferpartien oder dem Kinn des Patienten und baut sie dann dort ein, wo die künstliche Zahnwurzel gesetzt werden soll. Auch bei dieser Methode kann das Material mit künstlichem Knochen vermischt und vermehrt werden. Für die Entnahme der Knochensplitter ist ein kleiner ambulanter Eingriff notwendig, der für den Patienten in der Regel schmerzlos ist.

In schwierigeren Fällen hilft der Sinuslift

Bei einem sogenannten Sinuslift wird der Boden der Kieferhöhle an der Stelle, an der das Implantat eingesetzt werden soll, angehoben. Der Sinuslift hat sich als Maßnahme zum Knochenaufbau bewährt, wenn im Oberkiefer so viel Knochensubstanz fehlt, dass die künstliche Zahnwurzel nicht fest verankert werden könnte. Durch das Aufbringen von Knochenmaterial bzw. einem Knochenblock auf den Kieferhöhlenboden wird die entsprechende Stelle ausreichend verstärkt.

Je nach Befund und geplantem Behandlungsablauf können die Knochenaufbauten und das Einsetzen des Implantats gleichzeitig oder zeitverzögert erfolgen. Bei komplizierteren Fällen sind Wartezeiten von bis zu neun Monaten nach einer Sinuslift-OP keine Seltenheit. Denn der Kieferknochen wächst von Natur aus nur langsam, und die beim Knochenaufbau neu eingelagerte Knochensubstanz sollte sicher eingeheilt sein, bevor sie belastet wird.

Seit einigen Jahren kommen beim Sinuslift immer öfter eigens gezüchtete Knochentransplantate zum Einsatz. Um ein solches Transplantat züchten zu können, entnimmt der Implantologe ein kleines Stück Knochenhaut vom Kieferknochen des Patienten. In steriler Laborumgebung werden dann gezielt die Zellen vermehrt, die neues Knochengewebe produzieren können. So entstehen schließlich kleine Chips aus gezüchtetem Eigenknochen – immer mehr, bis das erforderliche Volumen erreicht ist.

Ein so hergestelltes Eigenknochen-Transplantat wird vom Körper sehr gut vertragen. Es kommt nicht zu Abstoßungsreaktionen, und nach einer Einheilzeit von drei bis fünf Monaten ist das Transplantat in alle Regel fest mit dem Kieferknochen verwachsen.


Neuer Kommentar
Unsere Seite verwendet Cookies, um die Funktionalität der Seite zu gewährleisten, die Nutzung durch die Besucher zu analysieren und um Ihnen auf anderen Plattformen z.B. Medienseiten, Suchmaschinen, Social Media, passende Werbung auszuspielen.

Weitere Informationen zur Funktionsweise und der Möglichkeit, dem Einsatz von Cookies zu widersprechen, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung
Verstanden und schließen