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09. April 2015 / 0 Kommentare

Gesundheit, Zahnpflege

Wie putze ich richtig meine Zähne?

Tägliches Zähneputzen ist wichtig, um Zähne und Zahnfleisch gesund und vital zu erhalten. Ziel dabei ist es, die bakterielle Plaque von den Zahnoberflächen mechanisch zu entfernen und so die Zähne vor den Folgen von Karies zu schützen. Doch richtig Zähneputzen ist nicht so einfach, wie viele es täglich praktizieren: Die oft auch von Erwachsenen angewendete Rotationsmethode, bei der die Zahnbürste mit kreisenden Bewegungen geführt wird, ist kaum geeignet, eine ausreichende Mundhygiene sicherzustellen und die Plaque zu entfernen. Stattdessen werden die Bakterien im Mundraum verteilt und können so im schlimmsten Fall unter den Zahnfleischrand gelangen, wo sie Entzündungen am Zahnfleisch zur Folge haben können. Nach Expertenmeinung ist die Rotationsmethode nur für Kinder altersgerecht, da sie einfach umzusetzen ist. Wenn jedoch die Milchzähne durch die bleibenden Zähne abgelöst werden, sollten andere Methoden angewendet werden, um die Zahngesundheit möglichst lange zu erhalten.

Richtig Zähneputzen will gelernt sein

Zahnärzte empfehlen heute die „Fegemethode“, bei der die Zahnbürste die Plaque wie ein Besen vom Zahnfleischrand wegfegt, denn es gilt: Immer von rot (Zahnfleisch) zu weiß (Zähne). Die Zahnbürste wird dazu leicht schräg zwischen Zahnfleisch und Zahnrand angesetzt, die Beläge werden mit einer wischenden Bewegung entfernt. Einfacher geht das mit einer Elektrozahnbürste, die diese Bewegung des Bürstenkopfes automatisiert und so eine gründliche Reinigung ohne Mühe ermöglicht.

Ebenfalls weit verbreitet sind Elektrozahnbürsten mit rotierendem rundem Bürstenkopf. Sie erfordern eine besondere Putztechnik, bei der die Zahnbürste jeden Zahn einzeln entlang des Zahnfleischrandes reinigt. Dazu muss die Bürste in Zahnzwischenräume und -Lücken geführt werden, um auch hier eine Reinigungswirkung zu erzielen.

Viel hilft nicht immer viel

Wer richtig Zähneputzen will, sollte Zahnbürsten mit weichen oder mittelharten Borsten nutzen. Zu harte Borsten oder ein starker Anpressdruck können nicht nur das Zahnfleisch verletzen, sondern mittel- und langfristig auch die Zähne, besonders die Zahnhälse, schädigen. Es ist besser, die Putzdauer zu erhöhen, als den Putzdruck.

Zahnärzte empfehlen, die Zähne zwei Mal am Tag zu putzen, morgens nach dem Frühstück und vor dem Schlafen. Um die Zähne gründlich zu reinigen, sind im Durchschnitt fünf Minuten notwendig, mit elektrischen Zahnbürsten kann diese Dauer zwar verkürzt werden, doch auch hier sind mehrere Minuten erforderlich, um alle Beläge zu entfernen. Wer unsicher ist, kann in der Apotheke Färbetabletten kaufen, von denen jeweils eine vor dem Zähneputzen im Mund zerkaut wird und die Plaque auf den Zähnen gut sichtbar einfärbt. Erst wenn diese Verfärbungen beim Blick in den Spiegel vollständig entfernt sind, sollte das Zähneputzen beendet werden.

Zur gründlichen Zahnpflege gehört auch die Reinigung der Stellen, die mit der Zahnbürste nicht erreicht werden können, also zwischen den Zähnen. Hierfür sollte einmal am Tag nach dem Zähneputzen Zahnseide verwendet werden. Da sich im Laufe des Lebens das Zahnfleisch immer weiter zurückbildet und zwischen den Zähnen immer größere Abstände entstehen, sind im Handel auch Interdentalbürsten erhältlich, die für die Reinigung von Zahnzwischenräumen entwickelt wurden und eine bessere Reinigungswirkung erzielen als Zahnseide. Zahnseide und Interdentalbürsten sind für die einmalige Verwendung vorgesehen und sollten nach Verwendung entsorgt werden, während Zahnbürsten spätestens nach drei Monaten ausgetauscht werden sollten.

Zahnfleischbluten bei der erstmaligen Verwendung von Zahnseide ist übrigens kein Grund zur Besorgnis, es wird durch bakterielle Zahnbeläge, die sich in der Nähe des Zahnfleisches befinden, ausgelöst. Die Belege werden bei regelmäßiger Reinigung dauerhaft entfernt, das Bluten hört dann auf.

Welche Zahncreme fürs tägliche Zähneputzen?

Neben der Zahnbürste und der korrekten Putztechnik ist die Zahnpasta die dritte wichtige Säule der Mundhygiene. In fast allen erhältlichen Sorten sind Fluoride enthalten, die den Zahnschmelz härten und damit den Kariesschutz erhöhen. Gegen schmerzende Zahnhälse – in der Regel eine Konsequenz falscher Zahnpflege – sind spezielle Wirkzahncremes erhältlich, die die schmerzempfindlichen Dentinkanälchen verschließen und damit das Schmerzempfinden senken.

Von Zahncremes, die weißere Zähne nur durch Zähneputzen versprechen, raten viele Experten ab. Die optische Aufhellung ist selbst bei langfristiger Anwendung oftmals gering, dafür enthalten diese Zahncremes mehr und größere Abriebkörper, die den Zahnschmelz mit der Zeit abschmirgeln und so selbst gesunde Zähne schädigen können.


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