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17. November 2015 / 0 Kommentare

Zahntechnik

Wie lässt sich optimaler Prothesenhalt erreichen?

Wenn von einer Zahnprothese die Rede ist, ist meist herausnehmbarer Zahnersatz gemeint. Festsitzender Zahnersatz, etwa eine Brücke oder eine Implantatkrone, wird selten als Zahnprothese bezeichnet. Optimaler Prothesenhalt bedeutet, dass der Zahnersatz sich beim Tragen, beim Kauen und Sprechen nicht lockert. Er darf nicht wackeln, verrutschen oder gar aus dem Mund herausfallen. Außerdem muss der Tragekomfort stimmen: Wenn eine Zahnprothese nicht richtig passt oder nicht stabil sitzt, können durch Druck und Reibung schmerzhafte Druckstellen entstehen.Diese führen im schlimmsten Fall zu chronischen Entzündungen des Zahnfleischs oder sogar des Kieferknochens, in deren Folge sich der Prothesenhalt noch weiter verschlechtern kann.

Bei einer Zahnprothese, die an echten Zähnen befestigt wird, hängt der Prothesenhalt immer von der Stabilität dieser Pfeilerzähne ab. Sie müssen also gut gepflegt und geschützt werden, damit sie lange gesund und stabil bleiben. Eine klassische herausnehmbare Vollprothese wird jedoch nur vom Ansaugdruck auf dem Kieferkamm, dem Zahnfleisch und der Mundschleimhaut gehalten. Oberkieferprothesen haben in aller Regel eine Gaumenplatte, die den Prothesenhalt durch die größere Auflagefläche deutlich verbessert. Bei einer Unterkieferprothese gibt es hier weniger Möglichkeiten, denn die Prothesenbasis darf weder die Bewegungen der Zunge noch die des Kiefers behindern.

Besserer Prothesenhalt durch Unterfütterung

Damit der Unterdruck für den optimalen Prothesenhalt ausreicht, dürfen zwischen der Prothesenbasis und dem Kieferkamm keine Hohlräume bleiben. Die Form der Prothese muss perfekt zu der ihrer Auflagefläche passen, so dass nur Raum für einen feinen Speichelfilm bleibt. Allerdings verändern sich das Zahnfleisch und auch der Kieferknochen mit der Zeit – denn wie alle organischen Formen sind sie nicht statisch, sondern stetigem Wandel unterworfen.

So kann es passieren, dass eine Zahnprothese, die anfangs perfekt gepasst hat, nach und nach ihren optimalen Prothesenhalt einbüßt. Dem können der Zahnarzt bzw. der Zahntechniker im Labor mit einer Unterfütterung entgegenwirken. Bei einer Unterfütterung wird auf die Unterseite der Prothesenbasis zusätzliches Material aufgebracht, um die durch Veränderungen oder Verluste entstandenen Hohlräume aufzufüllen und Unregelmäßigkeiten auszugleichen. Nach dieser Maßnahme ist der Ansaugdruck wieder hoch genug, und der Prothesenhalt entspricht wieder dem der Anfangszeit.

Fester herausnehmbarer Zahnersatz

Zahnmedizin, Kieferchirurgie, Implantologie und Zahntechnik haben in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. So gibt es mittlerweile auch beim zahnlosen Kiefer die Möglichkeit, den Zahnersatz direkt im Kieferknochen zu verankern. Das geschieht, indem die Zahnprothese beim Tragen auf Implantaten, also künstlichen Zahnwurzeln, befestigt wird. Implantatgetragener Zahnersatz kann entweder dauerhaft fest sitzen oder herausnehmbar sein, beispielsweise zum leichteren und gründlicheren Reinigen.

Naturgemäß ist der Prothesenhalt auf festsitzenden Implantaten weitaus zuverlässiger als der durch reinen Ansaugdruck. Denn die Verbindung zwischen Zahnprothese und Implantat(en) kann sich auch bei starker Belastung, durch Zungen- und Kieferbewegung oder Seitenkräfte nicht lösen. Darum werden solche Zahnprothesen auch als fester herausnehmbarer Zahnersatz bezeichnet. Sie können einige oder alle Zähne ersetzen.

Für eine implantatgetragene Vollprothese setzt der Zahnarzt bzw. Implantologe üblicherweise zwischen vier und acht Implantate pro Kiefer. Die individuelle Prothese wird dann im Dentallabor angefertigt und in der Arztpraxis eingesetzt, sobald die Implantate fest in den Knochen eingewachsen sind. Natürlich berät der Zahnarzt den Patienten dann auch rund um die Reinigung und Pflege des Zahnersatzes. Denn gewissenhafte Mundhygiene beugt Druckstellen, Zahnfleischentzündungen und Knochenabbau vor und ist damit in jedem Fall eine wichtige Voraussetzung für den Prothesenhalt.


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