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Gesundheit

Wie erhalte ich mein Zahnfleisch?

Gesundes Zahnfleisch ist wichtig für die Zahngesundheit und das Allgemeinbefinden. Daher verdienen das Zahnfleisch und die Mundflora besondere Aufmerksamkeit bei der Zahnpflege. Regelmäßige und richtige Mundhygiene ist die beste Vorbeugung gegen chronische Zahnfleischprobleme. Denn Zahnfleischbluten und Entzündungen wie Gingivitis oder die gefürchtete Parodontitis werden durch Bakterien verursacht, die sich beim gewissenhaften Reinigen gut entfernen lassen.

Neben gründlicher Mundhygiene spielt auch die Ernährung eine Rolle für gesundes Zahnfleisch. Zucker- und säurehaltige Speisen bilden einen guten Nährboden für Bakterien und greifen zudem den Zahnschmelz an. Weitere Risikofaktoren für Zahnfleischprobleme sind Rauchen, Alkohol und chronische Krankheiten wie Diabetes. Auch schwangerschaftsbedingte Hormonschwankungen und manche Medikamente können Zahnfleischbeschwerden begünstigen.

Bei der regelmäßigen Vorsorgeuntersuchung, die jeder Versicherte kostenlos ein- bis zweimal pro Jahr wahrnehmen sollte, untersucht der Zahnarzt auch das Zahnfleisch und gibt Ratschläge zu dessen Pflege und Gesunderhaltung. Zudem kennen die moderne Zahnmedizin und Parodontologie zahlreiche Behandlungsmethoden, wenn bereits Entzündungen oder Schäden (z. B. Zahnfleischtaschen oder Zahnfleischschwund) diagnostiziert worden sind.

Patienten mit Zahnfleischentzündungen, bei denen sich schon Zahnfleischtaschen gebildet haben, sollten spätestens jetzt einen Termin beim Zahnarzt vereinbaren, um gegen die Parodontitis vorzugehen, bevor es zu spät ist. Tiefe Zahnfleischtaschen können nur noch vom Arzt richtig von Bakterien gereinigt und behandelt werden. Wenn die Entzündung nicht therapiert wird und zum Stillstand kommt, kann sie zur Lockerung und zum Ausfallen der Zähne führen.

Zahnärztliche Prophylaxe und professionelle Zahnreinigung

Die halbjährliche Untersuchung von Zähnen und Zahnfleisch durch den Zahnarzt und die Zahnsteinentfernung einmal pro Jahr sind für versicherte Patienten kostenlos, da sie von der Krankenkasse bezahlt werden. Das Entfernen von Zahnbelägen bzw. die professionelle Zahnreinigung ist jedoch keine Kassenleistung.

Selbst wenn sie mit Kosten verbunden ist, lohnt sich eine professionelle Zahnreinigung von Zeit zu Zeit. Dabei werden die Zähne mit Spezialinstrumenten sehr gründlich von Belägen befreit und poliert, um neue Anhaftungen zu erschweren. Je nach Umfang der Reinigung und ärztlicher Empfehlung können die Zahnoberflächen zusätzlich noch versiegelt werden; dabei kommt ein fluoridhaltiger Zahnlack zum Einsatz

Gesundes Zahnfleisch bei herausnehmbarem Zahnersatz

Damit eine Prothese dauerhaft gut sitzt und beim Tragen weder drückt noch schmerzt, ist gesundes Zahnfleisch eine Voraussetzung. Nach dem Anfertigen einer neuen Prothese bilden sich vermehrt kleinere Druckstellen, die nach der Gewöhnungszeit jedoch verschwinden sollten. Tun sie das nicht, kann es sein, dass der Zahnarzt oder Zahntechniker die Prothese noch einmal justieren muss. Das sollte rechtzeitig geschehen, damit  sich die Zahnfleischbeschwerden nicht verschlimmern.Zahnprothesen müssen ebenso gewissenhaft gereinigt und gepflegt werden wie echte Zähne, denn auch auf ihnen können sich Bakterien und Zahnbelag festsetzen. Ergänzend zur Prothesenreinigung sollte der Mund nach den Mahlzeiten gut ausgespült und gegebenenfalls mit einem milden Mundwasser gepflegt werden.

Wenn ältere Zahnprothesen nicht mehr richtig sitzen und das Zahnfleisch reizen, kann das an Veränderungen des Zahnfleischs und Kieferknochens liegen. Manchmal hilft eine Unterfütterung der Prothese, damit sie wieder perfekt auf Zahnfleisch, Kieferkamm oder Gaumen aufliegt. Bei den kostenlosen Vorsorgeuntersuchungen prüft der Zahnarzt Halt und Funktion der Prothese und gibt Tipps zum richtigen Umgang mit dem Zahnersatz.

Mit der richtigen Putz- und Pflegetechnik Zahnprobleme verhindern

Über 300 Sorten Bakterien leben in der Mundhöhle des Menschen. Gute Zahn- und Mundpflege verhindern, dass sich schädliche Keime zu stark vermehren. Wenn Zahnbelag nicht regelmäßig entfernt wird, kann er sich festsetzen und zur Bildung von Karies und Zahnstein führen. Die Bakterien im Zahnbelag sondern Stoffwechselprodukte ab, die auch das Zahnfleisch angreifen.

Der beste Zeitpunkt für die Mundhygiene ist eine halbe Stunde nach dem Essen. Direkt danach sollte man höchstens den Mund ausspülen, aber die Zähne nicht bürsten, da der Zahnschmelz durch Säuren in der Nahrung noch „aufgeweicht“ sein kann. Beim Putzen der Zähne sollte eine Bürste verwendet und am Zahnfleischsaum nicht zu stark geschrubbt werden, da sich dort sonst das Zahnfleisch zurückbilden kann, bis der Zahnhals freiliegt. Viele Erwachsene leiden unter nicht entzündungsbedingten Zahnfleisch- und Zahnhalsdefekten, die durch früher weit verbreitete falsche Putztechniken entstanden sind.

Die Zahnzwischenräume können nach dem Zähneputzen sehr gut mit Zahnseide gereinigt werden – aber vorsichtig, um das Zahnfleisch nicht zu verletzen. Alternativen zur Zahnseide aus dem Spender sind Zahnseidenhalter (Zahnseidensticks), feine Zahnzwischenraumbürsten oder spezielle Zahnhölzer.

Medizinische Zahncremes und natürliche Mundspülungen (z. B. Kräuterwasser, Salbeitee) pflegen das Zahnfleisch, lassen kleine Entzündungen oder Verletzungen schneller abheilen und erhalten das biologische Gleichgewicht der Mundflora.


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