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17. März 2016 / 0 Kommentare

Zahnersatz

Wenn der Zahn abgebrochen ist, bekommt man einen schnellen Notfallzahnersatz?

Sportunfälle oder ein Sturz vom Fahrrad können oft einen vollständigen oder teilweisen Zahnverlust zur Folge haben. In einem solchen Fall ist es wichtig, sofort einen Zahnarzt aufzusuchen, um den möglichen Schaden zu begrenzen, denn je schneller die Behandlung beginnt, desto besser sind die Heilungschancen. Dabei muss grundsätzlich unterschieden werden zwischen einem abgebrochenen und einem komplett ausgeschlagenen Zahn.

Bei einem abgebrochenen Zahn ist die Zahnwurzel noch im Kiefer verblieben, während die Frakturen den oberen Zahnbereich betreffen. Wenn hierbei nur die oberste Zahnschicht beschädigt wurde, reicht es oftmals aus, die Oberfläche des Zahnes zu beschleifen und damit zu glätten. Kleinere Verletzungen können direkt in der Praxis mit einer Füllung versehen werden, die ein herausgebrochenes Stück im Zahn ersetzt und so die natürliche Kaufunktion wieder herstellt. Im sichtbaren Front- und Seitenzahnbereich müssen beim Notfallzahnersatz zudem auch ästhetische Aspekte berücksichtigt werden, daher kommen hier metallische Füllungen nicht oder nur mit einem zahnfarbenen Überzug aus Keramik in Frage.

Wenn durch die Fraktur auch der Zahnnerv freigelegt wurde, ist das in der Regel mit großen Schmerzen für den Patienten verbunden. Die Zahnheilkunde kennt verschiedene Möglichkeiten, um den Schmerz zu lindern, von lokalen Anästhetika bis zum Entfernen des Nervs – was im konkreten Fall zu tun ist, entscheidet der behandelnde Zahnarzt anhand seiner Diagnose. Als Notfallzahnersatz kann der Zahnarzt eine provisorische Versorgung für den betroffenen Zahn anfertigen, die aus Kunststoff hergestellt wird und die Kaufunktion für eine gewisse Zeit wiederherstellt. Diese ist jedoch als Dauerversorgung nicht geeignet, hierzu muss der Zahn vom Zahnarzt präpariert (abgeschliffen) und eine Krone im Labor angefertigt werden.

Bei ausgeschlagenen Zähnen schnell reagieren

Wenn der Zahn mitsamt seiner Wurzel aus dem Kieferknochen gebrochen ist, ist schnelles Handeln gefragt. Denn ein unbeschädigter Zahn kann, wenn er rechtzeitig wieder eingesetzt wird, wieder in den Knochen einheilen, damit kann auf einen provisorischen Notfallzahnersatz verzichtet werden. Um das zu erreichen, muss der Zahn jedoch zunächst gefunden und dann richtig gelagert werden. Optimal ist eine sogenannte Zahnrettungsbox, in der der Zahn in einem speziellen sterilen Medium gelagert wird, ist eine solche nicht zur Hand, kann auch H-Milch oder eine isotonische Kochsalzlösung verwendet werden. Den Zahn im Mund aufzubewahren, ist hingegen keine gute Idee, zum einen besteht die Gefahr des Verschluckens, dazu befinden sich im Mund Bakterien, die der empfindlichen Zahnwurzel schaden können.

Wichtig ist, schnell zum Zahnarzt oder alternativ zum zahnärztlichen Notdienst zu gehen, nur dort kann der Zahn korrekt wieder in die Mundhöhle eingepflanzt werden. Es ist dringend davon abzuraten, einen ausgeschlagenen Zahn selber wieder einsetzen zu wollen, zu leicht kann hierbei ein Stück Wurzel abbrechen oder die Wunde im Mund zusätzlich beschädigt oder infiziert werden. Die Chance, dass ein Zahn wieder einwächst, ist relativ hoch, wenn die Behandlung unmittelbar nach dem Unfall begonnen wird.

Wenn der Zahn nicht gefunden werden kann oder er bei einem Unfall komplett zerstört wurde, ist eine Versorgung mit Notfallzahnersatz nur sehr eingeschränkt möglich. Um die Lücke im Gebiss zu schließen, kann entweder eine Brückenkonstruktion eingesetzt oder muss auf die Implantologie zurückgegriffen werden, also eine künstliche Zahnwurzel als Implantat in den Kiefer eingesetzt werden, die jedoch einige Monate braucht, um einzuheilen. Erst dann kann der endgültige Zahnersatz eingesetzt werden, der sowohl die Ästhetik wie auch die Funktion im Mund wieder herstellt.


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