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08. Juli 2016 / 2 Kommentare

Zahnersatz

Welcher Zahnersatz bei fehlenden Schneidezähnen?

Die vier Schneidezähne erfüllen im menschlichen Gebiss wichtige Funktionen und sind auch für die Ästhetik unverzichtbar. Ein Lächeln kann nur dann wirklich strahlen, wenn auch die Schneidezähne gepflegt und natürlich aussehen. Erkrankte oder vollständig fehlende Schneidezähne sind damit sowohl ein ästhetisches als auch ein funktionelles Problem, das möglichst schnell von einem Zahnarzt behandelt werden muss.

Schneidezähne sind besonders gefährdet

Zahnfrakturen, also Brüche im Zahn, treten bei Schneidezähnen besonders häufig auf. Der Grund hierfür ist leicht nachzuvollziehen, denn bei einem Sturz, etwa vom Fahrrad, beim Sport oder auf Glatteis, sind die Schneidezähne weniger gut geschützt als Eck- oder Backenzähne. Zudem sind sie auch von ihrem Aufbau her dünner und damit bruchgefährdeter als die dickeren und kompakteren Seitenzähne.

Wenn etwa durch einen Sportunfall ein Teil des Schneidezahnes beschädigt ist, muss die Zahnkrone erneuert und durch eine künstliche Schneidezahn-Krone ersetzt werden. Diese muss sowohl die Funktion sicherstellen, also das (Ab-)Beißen und Kauen von Nahrung, als auch unter ästhetischen Gesichtspunkten einwandfrei sein, denn die Schneidezähne sind bei jedem Lächeln immer zu sehen.

Auch für die Sprechfunktion und Artikulation sind die Frontzähne wichtig.Werden ererbte oder erworbene Fehlstellungen bzw. Zahnverluste nicht versorgt, können sie zu Sprachstörungen führen. Kritisch sind hier besonders Zahnverluste in der Kindheit oder fehlende Zahnanlagen, die die Sprachentwicklung der Kinder stark beeinträchtigen und verzögern können. Und das kann sich auch auf die Entwicklung anderer Fertigkeiten auswirken, etwa das soziale Verhalten, die Gedächtnisleistung sowie Ausdrucks- und Abstraktionsfähigkeit.

Die Lücken schließen – Brücken und Implantate

Fehlt der komplette Zahn oder ist der Restzahn nach einer Fraktur nicht mehr zu retten und muss gezogen werden, hilft nur noch eine Brücke oder ein Implantat. Bei einer Brücke werden die beiden benachbarten Zähne beschliffen, um die Brücke aufzunehmen, sie bilden also die Brückenpfeiler, zwischen denen der eigentliche Zahnersatz befestigt wird. Eine solche Versorgung ist von langer Haltbarkeit, allerdings muss für einen solchen Zahnersatz gesunde Zahnhartsubstanz an den Pfeilerzähnen entfernt werden.

Ein Implantat stellt eine besonders hochwertige Versorgung dar, für die keine gesunden Zähne beschliffen werden müssen. Hierbei wird eine künstliche Zahnwurzel aus Titan in den Kieferknochen eingebracht und verwächst im Verlauf von mehreren Monaten dort. Auf diese künstliche Zahnwurzel wird dann nach dem Einheilen eine Zahnkrone aufgesetzt, die wie ein gesunder, natürlicher Zahn geformt ist und auch optisch nicht von einem solchen unterschieden werden kann.

Was zahlt die Krankenkasse?

Bei Zahnersatz, gleich ob KronenBrücken, Implantate oder eine andere Versorgung, übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung seit 2005 befundorientierte Festzuschüsse. Damit haben Patienten die freie Wahl, was die Versorgung angeht, müssen jedoch höhere Behandlungskosten für hochwertigen, über die Regelversorgung hinausgehenden Zahnersatz aus eigener Tasche zahlen.

Bei Zahnersatz für einen Schneidezahn ist in der Regelversorgung auch eine zahnfarbene Verblendung inkludiert, Patienten müssen also auch bei geringen finanziellen Eigenmitteln nicht auf eine unauffällige Optik verzichten. Die Verblendung erfolgt im sichtbaren Bereich des Zahnes, also auf der Vorder- und Oberseite und wird in der Regel mit einer speziellen Keramik erreicht, die nicht nur sehr widerstandsfähig ist, sondern auch besonders natürlich aussieht. Um das zu erreichen, überprüft der Zahnarzt anhand von normierten Zahnfarbtafeln die Zahnfarbe der umliegenden Zähne und teilt diese dem Zahnlabor mit, in dem der Zahnersatz gefertigt wird. So wird erreicht, dass der Zahnersatz für den Schneidezahn sich später auch farblich unauffällig in den Mund einfügt und nicht als solcher zu erkennen ist.

Bevor bei einem Implantat oder einem präparierten Zahn die endgültige Versorgung mit einer metallischen oder keramischen Krone erfolgen kann, versorgt der Zahnarzt den Zahnstumpf oder die künstliche Wurzelspitze mit einem Provisorium. Dieses soll die Kau- und Sprechfunktion ermöglichen, ist jedoch naturgemäß nicht so haltbar wie der finale Zahnersatz für den Schneidezahn. Auch die Ästhetik einer provisorischen Versorgung entspricht nicht der des endgültigen Zahnersatzes. Da beispielsweise die Einheilungszeit eines Implantates im Oberkiefer mehrere Monate betragen kann, ist eine provisorische Versorgung jedoch unverzichtbar, damit der Patient die Übergangszeit möglichst ohne weitere Beeinträchtigungen übersteht.


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2 Kommentare

Owings /

14. August 2017

Zahnfarbene Verblendung

Ist eine zahnfarbende Verblendung ohne Betäubung möglich? Bitte um Antwort. Mfg

DIE32 /

14. August 2017

Zahnfarbene Verblendung

Guten Tag Frau Owings,

generell ist auch eine Verblendung, beispielsweise mit Veneers, ohne Betäubung möglich. Viele liebe Grüße, Ihre Redaktion vom Online Magazin DIE32

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