Themenwelt

29. März 2015 / 5 Kommentare

Gesundheit

Welche Zahnfarbe ist die richtige?

Viele Menschen wünschen sich strahlend weiße und makellose Zähne. Doch ein helles Weiß ist auch bei gesunden Zähnen eher die Ausnahme als die Regel. Bei eigenen bleibenden Zähnen kann die Zahnfarbe in einem gewissen Grad durch professionelles Bleaching aufgehellt und vereinheitlicht werden. Für Veneers, sichtbare Kronen oder Prothesen muss der Zahnarzt gemeinsam mit dem Patienten die richtige Zahnfarbe festlegen.

Das ist bei näherem Hinsehen nicht so einfach, wie es klingt – denn selbst innerhalb des gleichen Gebisses unterscheiden sich die Zahnfarben. Sie schwanken zwischen Elfenbeinweiß, Gelb- und Grautönen. Dazu sind oft die Schneidezähne heller als etwa die sichtbaren Eck- oder Backenzähne. Und auch der Lebenswandel und das Alter schlagen sich in der Zahnfarbe nieder: Zigaretten, Tee, Kaffee und manche Medikamente können die Zähne verfärben und sie dunkler wirken lassen.

Verfärbungen richtig behandeln

Wenn die Verfärbungen aufgrund von Ablagerungen entstehen, typischerweise durch den regelmäßigen Genuss von Kaffee, schwarzem Tee oder Rotwein, können bereits das regelmäßige Zähneputzen und eine mindestens einmal im Jahr vorgenommene professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt helfen, den Zähnen wieder ihre natürliche Farbe zurückzugeben. Experten raten jedoch dringend davon ab, spezielle Zahnpasta zu verwenden, die eine Aufhellung der Zähne bewirken soll.

Der aufhellende Effekt wird oft durch die Beimischung von Schleifkörpern erreicht, die den Zahnschmelz abschmirgeln und so den natürlichen Schutzmantel des Zahnes beschädigen. Außerdem befindet sich unter dem weißlichen Zahnschmelz das gelbliche Dentin. Darum bewirken diese angeblichen Weißmacher mit der Zeit eher das Gegenteil von weißen Zähnen. Sie tragen Zahnschmelz ab und lassen die Zähne im schlimmsten Fall sogar unnatürlich wirken.

Besser ist es, die Zähne professionell beim Zahnarzt bleichen zu lassen. Der Arzt kann anhand der persönlichen Zahnfarbe geeignete Mittel und Methoden anwenden, um die Zähne dauerhaft um einige Nuancen aufzuhellen. Allerdings funktioniert dieses Verfahren ausschließlich bei echten Zähnen: Zahnersatz aus Keramik oder Kunststoff kann dadurch nicht mehr farblich verändert werden.

Die optimale Zahnfarbe hängt von vielen Faktoren ab

Vor allem ist es wichtig, dass der Patient gemeinsam mit dem Zahnarzt die richtige Zahnfarbe bestimmt. Entscheidend ist dabei auch, welche Farbe die verbleibenden Zähne aufweisen. Denn schließlich soll der Zahnersatz nicht wie ein optischer Fremdkörper wirken, sondern sich am besten vollkommen unauffällig einfügen. Rund 26 mögliche Farbtöne bilden die typischen Zahnfarben. Frauen haben dabei in der Regel hellere Zähne als Männer, ebenso wie die Zähne in jungen Jahren heller sind als im Alter.

Für die Farbbestimmung nutzt der Zahnarzt einen Farbring, der sämtliche mögliche Farbkombinationen anzeigt. Mit diesem kann er die Farbe von Kronen oder anderem Zahnersatz anhand der Nachbarzähne so auswählen, dass ein möglichst harmonischer und damit natürlicher optischer Eindruck entsteht. Allerdings ist dieses Verfahren fehleranfällig, denn die Farbwahrnehmung ist subjektiv geprägt und hängt auch von zahlreichen anderen Faktoren ab: der Beleuchtung, Gesichts- und Lippenfarbe sowie der Kleidung des Patienten. Besonders Frauen sollten berücksichtigen, dass Schminke und Lippenstift die Farbwahrnehmung beeinflussen und daher lieber ungeschminkt in der Praxis erscheinen, um die richtige Zahnfarbe möglichst korrekt zu ermitteln.

Objektivere Ergebnisse liefert die digitale Farbmessung, hierzu werden die Farben der Nachbarzähne digital ermittelt und aus diesen Daten ein passender Wert für den Zahnersatz berechnet. Dieses Verfahren ist noch relativ neu und daher noch nicht zum Standard in allen Praxen geworden, darüber hinaus sind die Ergebnisse nicht in jedem Fall optisch optimal, weswegen sich viele Zahnärzte trotz digitaler Messtechnologie auch auf ihre visuelle Wahrnehmung verlassen und den Computer nur zur Kontrolle ihrer Ergebnisse nutzen.

Ob digital, visuell oder als Kombination von beidem: Die ermittelte Zahnfarbe wird im Ergebnis eindeutig codiert und dann zusammen mit den anderen relevanten Informationen an das ausführende Zahntechnik-Labor übermittelt. Dort wird die gewählte Zahnfarbe mit Hilfe von Computertechnik exakt umgesetzt, indem die sichtbare Außenhülle Schicht für Schicht aufgetragen wird. Auf diese Weise entsteht Zahnersatz, der rein optisch nicht von einem gesunden Zahn zu unterscheiden ist und den Patienten lange Jahre und Jahrzehnte begleit


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5 Kommentare

Léon /

07. März 2016

Vollsanierung

Guten Tag,

 

und woran soll man sich orientieren, wenn eine Vollsanierung vorgenommen wird? Mein bisheriges Gebiss bzw. die Reste davon sind zu gelblich. Könnten Sie mir einen Tipp geben?

 

MfG Léon

DIE 32 /

08. März 2016

Vollsanierung

Guten Morgen,

in der Regel bestimmt der Zahnarzt in der Praxis Ihre Zahnfarbe mit einem Zahnfarbring. Wichtig ist immer, dass sich der Zahnersatz in die Reihe der noch vorhandenen Zähne optisch harmonisch einfügt. In Ihrem Fall – also bei einer Vollprothese – sollten Sie Ihrem Zahnarzt mitteilen, dass die Zahnfarbe Ihres Zahnersatzes eine andere sein soll, als die bisherige Zahnfarbe. Jedoch sollten dann auch Unterkiefer und Oberkiefer die gleiche Farbe erhalten, damit das Ergebnis so natürlich wie möglich wirkt. Sprechen Sie Ihren Zahnarzt einfach direkt in der Praxis auf die Möglichkeiten an. Beste Grüße, Ihr Team von DIE 32.

Léon /

09. März 2016

Vollsanierung

Sehr geehrte Redaktion von DIE 32,

 

vielen Dank für Ihre rasche Antwort – dies wusste ich jedoch schon. Es geht mir vielmehr um eine unabhängige Zweitmeinung. Gerne auch Dritt-, Viert-… usw. Feedback, wenn ein erfahrener Zahnarzt oder behandelter Patient meinen Kommentar entdeckt. Mein Zahnarzt kennt sich zwar aus, dennoch schadet es m. E. nie, andere Meinungen zu lesen und zu berücksichtigen. :-)

 

Ich konkretisiere das Anliegen also besser, indem ich kurz mein Äußeres beschreibe: Extrem helle Hautfarbe, da ich nie in die Sonne gehen kann. Haare sind rotblond, Augen grünblau, Unterlippe breit und mittelrot, Oberlippe eher schmal in der gleichen Farbe, Zahnfleisch etwas dunkler, Zähne vermutlich A3. Falls für eine gute Beurteilung hilfreich, kann ich ein Foto (mit verdeckter Augenpartie) hochladen.

 

Fragen:

 

1) Wer hat letztendlich das Entscheidungsrecht – ich oder der Zahnarzt?

Immerhin beeinflusst es sein Honorar in keinster Weise. Mir ist unkalr, ob er sich weigern könnte, wenn er mit der Patientenansicht nicht einverstanden wäre (glaube ich kaum, aber trotzdem!).

 

2) Woran kann man sich orientieren – ginge der Augapfel, da zum Gesicht gehörend?

Meine sind weiß und durchschimmernd – entspräche also A1 oder B1 mit transparenter Nuance, bestimmt aber nicht A0 bzw. A2.

 

3) Was ist nun wirklich heller – A1 oder B1?

Hierzu bin ich auf widersprüchliche Informationen gestoßen. A0 soll die hellste Zahnfarbe sein, laut manchen Netzusern folgt darauf A1. Andere behaupten, zuerst komme noch B1, dann A1.

 

Ich würde mich sehr über eine öffentliche Antwort von Ihnen freuen.

MfG Léon

DIE 32 /

09. März 2016

Vollsanierung

Guten Morgen!

Gerne geben wir Ihnen in unserem Rahmen Antworten auf Ihre Fragen. Jedoch weisen wir Sie auch nochmal darauf hin, dass wir als Dentallabor keine Empfehlung abgeben können, welche die passende Zahnfarbe für Sie ist. Diese Frage kann Ihnen ausschließlich Ihr Zahnarzt beantworten. Zu Ihren weiteren Fragen: 1) Die Wahl der Zahnfarbe für Ihren Zahnersatz fällt Ihr Zahnarzt im Rahmen seiner Therapieentscheidung. Er wird Sie nach bestem Wissen beraten, welche Zahnfarbe sich am natürlichsten in Ihre Zahnreihe einfügt. Sollten Sie anderer Meinung sein, welche Zahnfarbe Ihr Zahnersatz erhalten soll, so sprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt.

2) Die Zahnfarbe für Ihren Zahnersatz richtet sich in der Regel an die Farbe der noch vorhandenen Zähne. Sprechen Sie in Ihrem Fall bitte mit Ihrem Zahnarzt und vertrauen Sie auch auf seinen fachmännischen Rat. Sie haben jederzeit auch die Möglichkeit sich eine zweite Meinung eines anderen Zahnarztes einzuholen. 3) Grundsätzlich sind A1 und B1 die beiden hellsten Zahnfarben. A1 ist jedoch von der Farbgebung etwas natürlicher als B1 und wirkt daher auch etwas wärmer. Darüber hinaus gibt es noch Bleaching-Farben. Wie die einzelnen Farben aussehen, kann Ihr Zahnarzt Ihnen an einem Zahnfarbring in der Praxis zeigen. Mit diesem Zahnfarbring wird auch die Farbe für Ihren Zahnersatz bestimmt. Sollten Sie darüber hinaus noch weitere Fragen haben, so können Sie sich auch gerne an unseren Patientenservice wenden. Sie erreichen unseren Patientenservice montags bis freitags von 08:00-17:00 Uhr unter der kostenlosen Rufnummer: 0800-160 0 170. Viele Grüße, Ihr Team von DIE 32

Léon /

09. März 2016

Vollsanierung

Vielen Dank für Ihre Antwort! Bei mir werden ab April keine völlig defekten Restzähne mehr vorhanden sein, nur noch 27 abgeschliffene Stümpfe. Dann werde ich wohl A1 wählen und „verteidigen“, wenn mein Zahnarzt etwas dagegen haben sollte. Was ich, wie gesagt, kaum glaube.

 

Er empfiehlt mir sowieso, die einzige Frontkrone aus keramikverblendeter Nicht-Edel-Medtall-Legierung ebenfalls durch Zirkon zu ersetzen. Erstens, um einen gleichen Lichteinfall (Transluzenz) zu bewirken. Zweitens, weil damit auch hier die Gefahr des Chippings (Abplatzen des Keramikmantels vom Metall- oder Zirkonkern) wegfällt – ich bekomme Monolithen ohne Keramikverblendung. Und drittens, weil die Zahnfarbe dann nicht an diesen einen Frontzahn angepasst werden muss.

 

Fazit: Insbesondere Punkt 3 spricht dafür, dass er mich zwar beraten, aber letztendlich mir die Entscheidung überlassen wird. Vielleicht ist er sogar der selben Meinung wie ich, dass A1 sinnvoll ist – immerhin bin ich ein sehr blasser Hauttyp und somit fällt es viel weniger auf als bei südländischem Teint. Und das ist auch gut so! Schließlich muss ich mich damit wohlfühlen bzw. für viele Jahre so rumlaufen und nicht er. Zudem hat die Zahnfarbe weder auf sein Honorar noch die Laborkosten (bei MDH AG) irgendeinen Einfluss. :-)

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