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Gesundheit , Wissenswertes

Wasserqualität auf Reisen - Zahnpflege mit unangenehmen Folgen?

Nicht nur passionierte Weltenbummler und Vielreisende kennen das Problem: In vielen Urlaubsländern ist die Qualität des Leitungswassers deutlich schlechter als in Deutschland. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO sind rund 80 Prozent der Reiseerkrankungen Folgen des Kontakts mit unsauberem Wasser. Darin können sich beispielsweise Kolibakterien, Darmparasiten, Wurmeier oder Salmonellen befinden, die zu Magen-Darm-Infektionen und Durchfallerkrankungen führen können. Auch Pestizide und gefährliche Viren, die unter anderem Hepatitis A und E oder Polio (Kinderlähmung) verursachen, werden häufig über das Leitungswasser oral aufgenommen, etwa beim Zähneputzen. Am gefährlichsten ist das unsaubere Wasser, wenn es verschluckt bzw. getrunken wird. Doch viele Erreger sind auch gefährlich, wenn sie nur kurz in den Mund gelangen – selbst wenn das unsaubere Wasser zuletzt wieder ausgespuckt wird.

Reisenden wird daher immer wieder empfohlen, das Trinkwasser vorher abzukochen oder in Ländern mit erhöhtem Risiko ganz auf Leitungswasser zu verzichten und stattdessen Flaschenwasser zu verwenden. Das gilt natürlich auch für die Zahnpflege auf Reisen: Lieber die Handzahnbürste oder elektrische Zahnbürste mit Flaschenwasser anfeuchten und nach dem Putzen damit reinigen – und natürlich auch den Mund nur mit sauberem Wasser aus der Flasche ausspülen. Ist kein sauberes Wasser zur Hand, genügt auch der Speichel zum Anfeuchten der Zahnbürste. Auch Zahnseide muss nicht mit Wasser in Berührung kommen, um wirksam zu sein.

Beim Duschen sollten Sie darauf achten, kein Wasser in den Mund zu bekommen und erst recht nichts davon zu verschlucken. Keime, die lediglich auf die (intakte) Hautoberfläche gelangen, stellen zum Glück ein weitaus geringeres Risiko dar. Vorsicht ist nur bei Hautverletzungen geboten, denn über Wunden können Schadstoffe und Erreger ebenfalls ins Körperinnere vordringen. Besonders gefährdet sind kleine Kinder, Senioren und Menschen mit Vorerkrankungen, deren Immunsystem geschwächt, noch nicht oder nicht mehr voll leistungsfähig ist.

Zahnpflege auf Reisen: In welchen Ländern muss ich besonders vorsichtig sein?

In Deutschland, Skandinavien, Polen, Ungarn, den USA, Kanada, Island, Australien und Neuseeland, der Schweiz, Großbritannien und Japan ist das Leitungswasser in der Regel ohne Bedenken trinkbar. Dagegen besteht in Spanien, der Türkei, Russland, Südamerika, Mexiko, Indien, China, Korea, Hongkong, Malaysia, Taiwan, Singapur, Thailand, Vietnam sowie in vielen Ländern Afrikas und Arabiens ein erhöhtes Risiko für Reiseinfektionen durch unsauberes Trinkwasser. Oft ist das Problem bereits am starken Chlorgeruch des Wassers zu erkennen. Doch das Chlor selbst, das dem Wasser zum Abtöten von Keimen zugesetzt wird, ist längst nicht so gefährlich wie die Keime und Schadstoffe, die sich weder durch Geruch noch durch Geschmack verraten. Viele davon, zum Beispiel Pestizide oder giftige Schwermetalle, sind auch durch Abkochen des Wassers nicht zu beseitigen.

Eine oft unterschätzte oder übersehene Gefahrenquelle sind Cocktails und Eiswürfel in Kaltgetränken. Auch beim Essen unterwegs, etwa bei verlockend duftenden Garküchen und exotischem Streetfood, vergessen viele ihre guten Vorsätze und greifen zu. Doch Touristen, die sich zuverlässig vor Gesundheitsrisiken und Infektionen schützen möchten, sollten sich darüber im Klaren sein, dass hierfür in aller Regel Leitungswasser verwendet wird. Und dass schon ein wenig Alkohol oder das Erhitzen einiger Essenszutaten ausreicht, um Keime abzutöten oder Schadstoffe zu neutralisieren, ist leider ein Irrtum.

Quelle: Reisemedizinisches Zentrum am Bernhard-Nocht-Institut (MD Medicus Reise- und Tropenmedizin GmbH)


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