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16. September 2015 / 0 Kommentare

Zahnersatz

Was sind Langzeitprovisorien?

Ein Provisorium ist Zahnersatz, der nur zur vorübergehenden Versorgung einer Lücke oder eines präparierten Zahns angefertigt und eingesetzt wird. Es gibt Kurzzeit- und Langzeitprovisorien, je nachdem, wie lange und zu welchem Zweck der provisorische Zahnersatz getragen werden soll. Provisorien, die nur wenige Tage oder Wochen überbrücken sollen, bis der endgültige Zahnersatz im Dentallabor hergestellt worden ist und angepasst werden kann, sind in der Regel aus Kunststoff. Langzeitprovisorien für mehrere Monate oder einen noch längeren Zeitraum sind aus Kunststoff und/oder verblendetem Metall.

Kleine und einfache Langzeitprovisorien aus Kunststoff, etwa eine Krone, kann der Zahnarzt direkt in der Praxis bzw. im Mund des Patienten herstellen. Dazu nimmt er vor dem Beschleifen des entsprechenden Zahns einen Abdruck, der ihm als Form für das Provisorium dient. Ist der Zahn fertig präpariert, wird die mit Kunststoff gefüllte Form daraufgesetzt und ein wenig nachgefräst und poliert, bis sie der natürlichen Zahnkrone gleicht.

Die meisten Langzeitprovisorien werden aber wie definitiver Zahnersatz passgenau nach Maß im Labor hergestellt. Das gilt vor allem für Provisorien, die nicht nur eine Schutzfunktion erfüllen, sondern auch Einfluss auf die Zahn- und Kieferstellung nehmen. Hierzu formt der Zahnarzt beide Zahnreihen mittels konventioneller Abdrucktechnik oder digitalem Mundscan ab.

Notwendige Langzeitprovisorien werden auch von der Krankenkasse bezuschusst. Der Eigenanteil des Patienten ist jedoch höher, wenn das Provisorium aus Metall hergestellt oder zahnfarben verblendet wird.

Oft sind Langzeitprovisorien notwendig, damit der Zahnarzt beobachten kann, ob sich Kauschluss, Zahnstellung und Okklusion während einer kieferorthopädischen Behandlung wie geplant verändern. Werden Zahnimplantate in den Kiefer eingepflanzt, wird das Implantat mit einem Provisorium versorgt, bis die künstlichen Zahnwurzeln fest eigeheilt und voll belastbar sind.

Wenn Kinder oder Jugendliche Zahnersatz benötigen, wartet man oft mit der endgültigen Versorgung, bis der Zahndurchbruch beendet oder der Kiefer ausgewachsen ist. Nach einer Parodontitisbehandlung oder Wurzelbehandlung muss üblicherweise eine Wartezeit eingehalten werden. Erst, wenn die Entzündung sicher zum Stillstand gekommen bzw. ausgeheilt ist, kann der endgültige Zahnersatz getragen werden.

Für welche Wartezeiten sind Langzeitprovisorien gedacht?

Kurz- oder Langzeitprovisorien können verschiedene Zwecke erfüllen. Provisorische Kronen oder Brücken schützen die beschliffenen und entsprechend empfindlichen Zähne vor Berührungen, Hitze, Kälte, chemischen Reizen, Bakterien und Schadstoffen. Langzeitprovisorien werden zudem angefertigt, um die natürliche Ästhetik und Funktion des Gebisses während einer längeren Zahnbehandlung zu sichern. So kann der Patient in der Übergangszeit normal essen, trinken und sprechen, und von außen sieht man ihm die laufende Zahnbehandlung nicht an.

Ein Langzeitprovisorium kann auch als Platzhalter dienen und eine Zahnlücke für den späteren definitiven Zahnersatz offen halten. Denn wird die Lücke nicht mit Zahnersatz versorgt, kann es passieren, dass sich die Nachbarzähne sich mit der Zeit einander nähern oder schräg stellen. Das Provisorium sichert dann die Zahnposition und die Okklusion, also das Verhältnis, in dem die Zähne und Kiefer zueinander stehen. Es verhindert unerwünschte Veränderungen, bis die Lücke mit definitivem Zahnersatz geschlossen wird.


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