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Was kann man machen, wenn die Winterkälte schmerzhaft wird?

Winterzeit – da denken viele an Schnee, Glühwein oder gemütliche Abende vor dem lodernden Kaminfeuer. Doch die kalte Witterung ist für viele Menschen auch mit Schmerzen verbunden, denn Erkrankungen wie Rheuma oder Arthrose sorgen bei Kälte für stärkere oder zusätzliche Beschwerden. Auch wenn die Ursachen für diese Kälteempfindlichkeit nicht endgültig geklärt sind, gehen Experten davon aus, dass der im Winter verlangsamte Stoffwechsel mitverantwortlich für Knie- oder Schulterschmerzen ist. Die Durchblutung ist im kalten Winter vermindert, und dadurch können leichter schmerzhafte Verspannungen in der Muskulatur entstehen, die einen dumpfen, intensiven Schmerz in Muskeln und Gelenken auslösen.

Gegen diesen Kälteschmerz helfen Wärme und Bewegung: Wer sich im Winter warm einpackt und nur mit Schal, Handschuhen, Pulswärmern und Mütze nach draußen geht, widersteht der Winterkälte besser und schmerzfreier. Trotz Schmerzen sollte man die Gelenke täglich bewegen und moderat belasten, denn nur so können sie ausreichend Gelenkflüssigkeit produzieren. Ohne Bewegung trocknen sie regelrecht aus, was den Bewegungsschmerz noch verschlimmert. 

Die Winterkälte macht auch den Zähnen zu schaffen

Etwa jeder Vierte in Deutschland leidet unter schmerzempfindlichen Zähnen. Die Zähne reagieren mit einem blitzartig stechenden Schmerz auf intensive Reize wie kalte Winterluft oder heißen Glühwein. Auch Süßes oder Saures kann diese intensiven Zahnschmerzen auslösen, die oftmals nur einige Minuten anhalten und dann wieder abebben. Der Schmerz kann entstehen, wenn der empfindliche Zahnnerv nicht ausreichend durch Zahnschmelz geschützt ist, also beispielsweise bei kariösen Defekten am Zahn, bei undichten oder fehlenden Füllungen oder Kronen sowie – und das ist statistisch gesehen die häufigste Ursache – bei freiliegenden Zahnhälsen

Im gesunden Mund reicht der Zahnschmelz bis an den Zahnfleischrand, so dass die Zahnhälse geschützt sind. Bei einer bakteriellen Entzündung am Zahnfleischsaum geht das Zahnfleisch zurück, die Zahnhälse sind nicht mehr bedeckt und Umweltreize wie die Winterkälte können direkt durch tausende von kleinen Dentinkanälchen auf den Zahnnerv wirken. Und das verursacht diesen einschießenden, intensiven Schmerzreiz.

Gegen bakterielle Entzündungen im Mundraum helfen Hausmittel, z. B. das Spülen mit einer Salzlösung, nur begrenzt. Besser ist es, das Problem von einem Zahnarzt untersuchen und behandeln zu lassen. Denn aus einer Gingivitis, einer Entzündung des Zahnfleisches, kann sich ohne Behandlung eine Parodontitis entwickeln, bei der der Zahnhalteapparat irreversibel zerstört wird. Die Folgen sind dann Schmerzen und Zahnverlust. Daher sollte man bereits bei den ersten Anzeichen wie häufigem Zahnfleischbluten seinen Zahnarzt aufsuchen und so schlimmere Folgeschäden verhindern. 

Auch falsches Zähneputzen kann das Zahnfleisch schädigen

Der Zahnarzt kann auch erkennen, ob die Ursache für den Zahnfleischrückgang bakterielle Plaque am Zahnfleischsaum ist oder ob der Patient selber die Schäden zu verantworten hat. Denn das tägliche Zähneputzen kann das Zahnfleisch verletzen und schädigen, etwa durch eine Zahnbürste mit harten Borsten oder zu hohen Putzdruck. Hierdurch kann das empfindliche Zahnfleisch verletzt werden, vernarben und so immer weiter zurückgehen, bis die Zahnhälse freiliegen und mit ihnen die Dentinkanälchen.

Wer unter schmerzenden oder schmerzempfindlichen Zähnen leidet, sollte daher grundsätzlich nur Zahnbürsten mit abgerundeten und weichen Borsten verwenden. Sie reinigen den Zahnfleischsaum schonend und sanfter und sind bei regelmäßiger Verwendung ohne weiteres in der Lage, die Zähne von bakteriellen Ablagerungen zu befreien. Zudem sollte eine Zahnpasta mit Aminfluorid verwendet werden, die den Zahnschmelz mineralisiert und stärkt. Es gibt auch spezielle Zahncremes mit einem besonders hohen Anteil von Fluoriden, die bei Bedarf auch direkt auf den schmerzenden Zahn aufgetragen und einmassiert werden können, um so die Dentinkanälchen zu verschließen. Damit lassen sich zumindest die Symptome lindern und akute Zahnschmerzen behandeln. Den Besuch beim Zahnarzt kann allerdings auch die beste Zahnpasta nicht ersetzen.

Der Zahnarzt kann bei schmerzempfindlichen Zähnen helfen

Neben einer professionellen Zahnreinigung, die mindestens einmal im Jahr durchgeführt werden sollte, kann der Zahnarzt auch sonst einiges gegen empfindliche Zähne und freiliegende Zahnhälse tun. Zunächst wird er, ggf. mit einer Röntgenaufnahme des Kiefers, nach versteckter Karies an den Zähnen suchen und diese nötigenfalls mit Füllungen oder Zahnersatz behandeln. Auch bei Entzündungen des Zahnfleisches kann der Zahnarzt helfen: Zahnfleischtaschen, in denen sich Bakterien und Nahrungsreste trotz regelmäßigen Putzens ansammeln, reinigt er und entfernt festsitzenden Zahnstein. Wenn erforderlich, kann auch ein Antibiotikum in das entzündete Zahnfleisch eingebracht werden, um die Entzündung direkt vor Ort zu bekämpfen.

Bei freiliegenden Zahnhälsen kann der Zahnarzt die Dentinkanälchen mit einem speziellen, sehr dünnflüssigen Kunststoff oder einem Fluoridlack versiegeln, so dass die Winterkälte oder der heiße Glühwein keine Schmerzen mehr verursachen. Dieser Schutz muss jedoch regelmäßig erneuert werden, denn diese Versiegelungen halten nur einige Monate. 


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