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01. September 2014 / 0 Kommentare

Wissenswertes

Was ist eine Zahnzusatzversicherung?

Die Zahnzusatzversicherung gehört zu den sogenannten Krankenzusatzversicherungen. Sie ergänzt die normale Krankenversicherung, indem sie bei Zahnbehandlungen und Zahnersatz Kosten übernimmt, die der Patient sonst aus eigener Tasche bezahlen müsste.

Meist decken Zahnzusatzversicherungen folgerichtig Bereiche ab, in denen es je nach Umfang und Anspruch für Sie richtig teuer werden kann. Klassische Risikobereiche, die Sie versichern lassen können, sind Zahnersatz, Implantologie und Kieferorthopädie, aber auch vorbeugende (prophylaktische) oder kosmetische/ästhetische Zahnbehandlungen, die nicht zur Regelversorgung der Krankenkassen gehören.

Im Leistungsfall übernimmt die Zahnzusatzversicherung Ihren Eigenanteil entweder ganz oder zu einem bestimmten Prozentsatz. Bei der Leistungsstaffelung orientiert sich die Versicherungsgesellschaft üblicherweise an der Rechnungshöhe. Es gibt aber auch Zahntarife, bei denen die Erstattung dem Festzuschuss der Krankenkasse entspricht und diesen beispielsweise verdoppelt.

Zahnzusatzversicherungen gibt es in etlichen Grundvarianten, die sich vielfach noch weiter individualisieren lassen, etwa durch konkrete Leistungsbereiche, -ausschlüsse oder -ergänzungen. Die meisten großen Versicherungsunternehmen bieten gleich mehrere Zahntarife zur Auswahl oder individuellen Kombination an. Auch gesetzliche Krankenkassen haben Zahnzusatzversicherungen für ihre Mitglieder im Angebot und arbeiten dafür mit privaten Versicherern zusammen.

Für wen ist die Zahnzusatzversicherung sinnvoll?

Da fast jeder im Lauf seines Lebens Zahnersatz benötigt, kann grundsätzlich auch jeder von einer Zahnzusatzversicherung profitieren. Denn in diesem Bereich sind selbst die Standardleistungen mit einem 50-prozentigen Eigenanteil verbunden. Wenn Sie etwas anderes möchten als den Standard, beispielsweise ein Implantat mit dem jeweiligen Aufbau statt einer Klammerbrücke, bleibt der Kassenzuschuss gleich, aber die Gesamtrechnung (und damit Ihr Eigenanteil) kann sich drastisch erhöhen.

Wichtig ist, die Zahnzusatzversicherung rechtzeitig abzuschließen. Denn erstens ist die Beitragshöhe vom Eintrittsalter abhängig: Wer später einsteigt, zahlt für die gleichen Leistungen einen höheren Beitrag. Zweitens zahlt die Versicherung nicht für bereits laufende Zahnbehandlungen, und normalerweise gibt es auch eine Wartezeit nach dem Abschluss, in der zwar die Versicherung schon besteht, der Versicherte aber noch nicht oder nicht in voller Höhe leistungsberechtigt ist. So wird gewährleistet, dass jeder Leistungsberechtigte zuvor mindestens einige Monatsbeiträge (z. B. sechs, acht oder zwölf) in den Versicherungstopf einbezahlt hat.

Zahnzusatzversicherungen sind für Menschen jeden Alters interessant, nicht nur als Investition in die Zukunft oder Altersvorsorge. Neben den Kosten für hochwertigen Zahnersatz federn sie auch die für zusätzliche Prophylaxemaßnahmen oder zahnerhaltende Behandlungen ab, beispielsweise für professionelle Zahnreinigung.

Um den Monatsbeitrag gering zu halten, können Sie mit einer niedrigeren Versicherungssumme oder Leistungsbegrenzungen einsteigen und die Versicherung dann nach Ihren Bedürfnissen aufwerten. Das empfiehlt sich vor allem, wenn Ihre Zähne noch gesund und keine aufwendigen Behandlungen abzusehen sind.

Wenn Sie in der näheren Zukunft eine umfangreiche Sanierung planen oder Zahnersatz notwendig wird, sollte der Vertrag so gestaltet sein, dass Sie bei der Wahl Ihrer Versorgung wirklich freie Hand haben und nicht auf den Preis achten müssen. Das bedeutet, dass die Zahnzusatzversicherung mindestens 70 Prozent Ihres Eigenanteils übernehmen sollte und der Tarif keine pauschalen Obergrenzen vorsieht  (Formulierungsbeispiel für eine solche Leistungsbegrenzung: Die Versicherung übernimmt 80 % der Kosten für Zahnimplantate, höchstens jedoch 500 Euro).

Was kostet eine Zahnzusatzversicherung?

Für 40 bis 50 Euro pro Monat gibt es schon sehr gute Zahnzusatzversicherungen; ein günstiger Tarif oder ein Einsteigermodell ist für rund 15 Euro im Monat zu haben.  Ein sinnvoller Tarif für Kinder kostet 15 bis 25 Euro pro Monat und schließt kieferorthopädische Behandlungen (z. B. Zahnspangen) ein. Der Monatsbeitrag hängt von Anbieter, Leistungsumfang, Laufzeit, Einstiegsalter und Marktlage ab.

Außerdem muss der aktuelle Zahnstatus betrachtet werden, denn er ist Grundlage für die Berechnung des persönlichen Risikos. Ohne entsprechende Kenntnisse kann die Versicherung nicht einschätzen, ob und welche Leistungen der Versicherte in absehbarer Zeit benötigen könnte bzw. wird.  Daher ist vor dem Versicherungsabschluss auch eine Untersuchung beim Zahnarzt notwendig. Wer bereits Zahnlücken, Parodontitis oder andere erhöhte Risiken hat, zahlt mehr als ein Einsteiger mit vollständigem, naturgesundem oder saniertem Gebiss.

Früher war die Zahnzusatzversicherung für Frauen generell teurer als für Männer. Das lag unter anderem daran, dass Frauen ein makelloses Gebiss noch wichtiger ist als Männern. Sie nehmen beispielsweise im Schnitt häufiger kosmetische, prophylaktische oder alternative Zahnbehandlungen in Anspruch und legen bei Materialien und Methoden viel Wert auf Ästhetik, Wohlbefinden und Nachhaltigkeit. Das hat sich mittlerweile allerdings geändert: Seit dem Jahr 2012 sind die Versicherer auch hier zu sogenannten Unisex-Tarifen verpflichtet, die Versicherungsbeiträge sind also für beide Geschlechter gleich.

Für mehr Übersicht: Hintergrundinformationen und Vergleiche

Bei der Berechnung des günstigsten Monatsbeitrags für die beste mögliche Leistung sind viele Variablen zu berücksichtigen – individuelle, zeitliche und marktbedingte. Wer es genauer wissen will, kommt um individuelle Anfragen, Berechnungen und Vergleiche nicht herum. Die Prognose des Zahnarztes kann Ihnen bei der Entscheidung ebenso helfen wie ein Vergleichsrechner im Internet oder das Erstellen einer persönlichen Checkliste mit Ihren Wünschen und Prioritäten bei der Zahnvorsorge, bei Zahnbehandlungen und für Ihren Zahnersatz von heute oder morgen.

Die sogenannte Waizmann-Tabelle bietet seit 2004 einen umfassenden, unabhängigen und kostenlosen Marktvergleich, den auch viele Zahnärzte ihren Patienten empfehlen. In der Waizmanntabelle sind wichtige Zahlen, Fakten und Informationen zur Zahnzusatzversicherung zusammengefasst – kompakt und auch für Versicherungslaien verständlich.

Bestehende Zahnzusatzversicherungen regelmäßig prüfen

Wenn Sie bereits eine Zahnzusatzversicherung haben, kann sich der Vergleich mit anderen Angeboten trotzdem lohnen. Oft ist ein Tarif, der früher besonders gut war, heute nur noch Mittelmaß, denn auf dem Versicherungsmarkt gibt es jede Menge Konkurrenz und daher auch immer wieder attraktive Neuerungen. Allein auf dem deutschen Versicherungsmarkt existieren zur Zeit mehr als 300 Zahntarife.

Auch die Zahnmedizin und die Zahntechnik entwickeln sich laufend weiter, und mit ihnen wachsen die Leistungskataloge und Optionen für Patienten. Manche Verfahren der Implantologie, Fertigungstechnik und Zahnprothetik, die der breiten Bevölkerung vor wenigen Jahren kaum bekannt waren, gehören heute in Praxen und Laboren zum Alltag und werden daher auch in Versicherungsverträgen stärker berücksichtigt.

Oft ist es möglich, den alten Vertrag ohne Anbieterwechsel aufzuwerten, indem er einfach rundum gründlich überprüft und auf den neuesten Stand gebracht wird. Manchmal lässt sich der alte Tarif unbürokratisch in ein passenderes und damit besseres Folgemodell desselben Anbieters umwandeln. Natürlich ist es auch möglich, eine langjährige Zusatzversicherung zu kündigen und woanders eine neue abzuschließen. Das lohnt sich aber nur, wenn das Preis-Leistungs-Verhältnis beim neuen Versicherer trotz der altersbedingt ungünstigeren Einstiegskonditionen besser ist.

Vorsicht, Lockvögel!

Bei Aussagen wie „die beste Zahnzusatzversicherung“, „Schnäppchen“, „günstigster Tarif aller Zeiten“  oder „garantiert 100 % Kostenübernahme“ ist ein kritischer Blick ins Kleingedruckte ratsam. Denn vielfach stehen dort fantasievolle und schwer durchschaubare Einschränkungen, mit deren Erklärung selbst Versicherungsprofis ihre Schwierigkeiten hätten. Was genau im Schadensfall übernommen würde, kann der Laie daher oft erst nach dem zehnten Lesen oder gar nicht nachvollziehen.

Um die Qualität der Zahnzusatzversicherung zu bewerten, genügt es nicht, die Preise zu vergleichen. Besonders wichtig sind die Ausschlussklauseln, die Staffelregelungen, die Leistungsvoraussetzungen und eventuelle Erstattungsgrenzen. Auch die nachträgliche Erweiterungs- und Erhöhungsmöglichkeiten sollten zum Versicherten passen. Die Wartezeiten variieren ebenfalls von Versicherer zu Versicherer.

Vorsicht ist auch geboten, wenn die Zahnzusatzversicherung nur in Kombination mit anderen Versicherungen verkauft wird. Versicherungspakete sind oft sehr unflexibel und enthalten Leistungen, die der Versicherte zwar mitbezahlt, aber gar nicht benötigt. Auch die Kombination mit Geldsparkonzepten ist meist wenig verbraucherfreundlich: Versicherungen sind keine Banken und eignen sich in der Regel nicht zum Vermögensaufbau.


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