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22. April 2016 / 0 Kommentare

Zahnersatz

Was ist eine Cover-Denture-Prothese?

Die Cover-Denture-Prothese ist eine besondere Art der Teilprothese. Sie kann als Zahnersatz verwendet werden, wenn nur noch einige wenige Zähne im Kiefer vorhanden sind. Dieser sogenannte Restzahnbestand gibt der Prothese zusätzlichen Halt. Doch die noch übrigen eigenen Zähne sind beim Tragen nicht sichtbar, sondern werden von der Prothese vollständig bedeckt. Darum wird dieser Zahnersatz auch als Deckprothese, Overdenture oder Onlay-Denture bezeichnet.

Die Ausdehnung und die Form einer Cover-Denture-Prothese entsprechen denen einer Totalprothese. Ersetzt werden also alle Zähne des Oberkiefers oder Unterkiefers. Der Hauptunterschied zur Vollprothese ist, dass die Cover-Denture für einen nicht völlig zahnlosen Kiefer angefertigt wird. Aus Gründen der Zahnerhaltung und für mehr Stabilität und Tragekomfort dienen die letzten natürlichen Zähne als Anker, an denen der Zahnersatz mit Teleskopkronen (Doppelkronen) befestigt wird.

Wie die herkömmliche Vollprothese liegt die Deckprothese auf der Mundschleimhaut auf und wird hauptsächlich vom Kieferkamm gehalten und getragen. Die Verankerung am Restzahnbestand sorgt dafür, dass die Prothese nicht kippen oder bei starken Belastungen seitlich verrutschen kann. Als Regelversorgung der gesetzlichen Krankenkassen kann eine Deckprothese empfohlen werden, wenn im entsprechenden Kiefer noch drei Zähne vorhanden sind.

Wie wird die Cover-Denture-Prothese an den restlichen Zähnen verankert?

Die Doppel- oder Teleskopkronen, mit denen die Deckprothese beim Tragen an den eigenen Zähnen befestigt ist, bestehen jeweils aus einer Innen- bzw. Primärkrone und einer Außen- oder Sekundärkrone. Die Primärkrone sitzt auf dem Zahn bzw. dem präparierten Zahnstumpf, die dazu passende Sekundärkrone in der Prothese. Wird die Deckprothese eingesetzt, schieben sich die Außenkronen über die Innenkronen, und dadurch bekommt der Zahnersatz festen Halt. Von diesem Prinzip des teleskopartigen Ineinanderschiebens leitet sich der Name „Teleskopkrone“ für diese Art der Doppelkrone ab.

Cover-Denture-Prothesen sind eine mögliche Alternative, wenn die restlichen Zähne erhalten werden sollen, obwohl sie als Pfeilerzähne für eine festsitzende Brücke nicht ausreichen. Um den Prothesenhalt zu verbessern oder doch noch die nötigen Voraussetzungen für festsitzenden Zahnersatz zu schaffen, können zusätzlich Zahnimplantate gesetzt werden. Die Gegenstücke dazu werden dann ebenfalls in die Deckprothese integriert. Eine Implantatversorgung ist allerdings in der Regelversorgung der Krankenkassen nicht vorgesehen.

Im Vergleich zu einer konventionellen Teleskopprothese liegt die Cover-Denture-Prothese auf einem größeren Bereich der Mundschleimhaut bzw. des Kieferkamms auf. Der Unterdruck bzw. Saugeffekt gewährleistet auch dann guten Prothesenhalt und festen Sitz, wenn die Ankerzähne aus Altersgründen, durch Parodontose oder Knochenabbau geschwächt oder ein wenig locker sind.

Vorteile einer Cover-Denture-Prothese

Deckprothesen stellen einen langlebigen, komfortablen, ästhetischen und wirtschaftlichen Zahnersatz dar. Sie kommen ohne Befestigungsklammern aus und sind daher zahnschonender als Klammerprothesen. Die Doppelkronen belasten die Ankerzähne weniger stark als Klammern. Außerdem sind bei der Deckprothese von außen keine Halteelemente zu sehen. Das verbessert die Ästhetik des Zahnersatzes und sorgt dafür, dass die Prothese ganz natürlich wirkt.

Hybrid- bzw. Teleskopprothesen wie die Cover-Denture-Prothese sitzen beim Sprechen und Kauen besonders stabil im Mund, da sie feste und herausnehmbare Elemente kombinieren. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich eine solche Teilprothese leicht bis hin zur Totalprothese erweitern lässt. Falls einer der Ankerzähne später ebenfalls entfernt werden muss oder ausfällt, ist es nicht notwendig, neuen Zahnersatz anzufertigen. Es reicht aus, die Prothese an dieser Stelle anzupassen, zum Beispiel durch eine Unterfütterung.

Neben Langlebigkeit, Komfort, Wirtschaftlichkeit und Ästhetik gehört auch die Möglichkeit der Bisshebung zu den Vorteilen der Deckprothese. Durch fehlende Zähne, starke Abnutzung und den Rückgang des Kieferknochens kann sich der Abstand zwischen Ober- und Unterkiefer verringern. Der Zahnarzt spricht dann von einer Bisssenkung.

Eine zu tiefe Bisslage beeinträchtigt die Kau- und Sprechfunktion und ist bei stärkerer Ausprägung auch von außen zu erkennen, etwa durch eingefallene Hautpartien oder eingesunkene Lippen. Daraus wiederum ergeben sich nicht nur kosmetische bzw. ästhetische Probleme, sondern häufig auch chronische Entzündungen im Bereich der Mundwinkel. Die Cover-Denture-Prothese vergrößert den Abstand zwischen den Kiefern und sorgt so für einen normalen Biss und ein natürliches Erscheinungsbild.

Aus welchen Materialen wird eine Cover-Denture-Prothese hergestellt?

Eine Deckprothese besteht überwiegend aus biokompatiblem Kunststoff in Zahn- bzw. Zahnfleischfarbe. Die Farben werden so ausgewählt, dass sie dem natürlichen Aussehen bzw. dem Patientenwunsch entsprechen. Für die Doppelkronen kommen in aller Regel Edelmetalllegierungen (z. B. eine Goldlegierung) oder Galvanotechnik zum Einsatz. Mittlerweile können Teleskopkronen aber auch aus Titan oder Nichtedelmetall-Legierungen hergestellt werden.

Jede Primärkrone wird nach dem Beschleifen des entsprechenden Zahnes mit speziellem Zahnzement dauerhaft auf dem Stumpf befestigt. Die mit den Außenkronen versehenen Ersatzzähne werden einfach in die Prothesenbasis aus Kunststoff eingearbeitet. Sie müssen nicht durch zusätzliche Metallgerüste verbunden werden, um stabil zu halten. Damit die Außenteleskope nicht als Metallteile zu erkennen sind, können sie zahnfarben verblendet werden. Das ist zumindest im Sichtbereich auch eine Kassenleistung.

Die Verblendung der Außenkronen wird ebenfalls mit Kunststoff realisiert. Keramische Verblendungen sind bei der Deckprothese nicht empfehlenswert, da Keramik sehr hart ist und daher bei starken Belastungen leichter splittert. Ersatzzähne aus Kunststoff haben eine bruchfeste Oberfläche und überstehen es daher auch, wenn die Prothese beim Einsetzen, Herausnehmen oder Reinigen einmal herunterfällt.


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