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Zahntechnik

Was ist ein Sinuslift?

Ein Sinuslift stellt eine spezielle Operationsmethode dar, bei der der knöcherne Boden der Kieferhöhle (Sinus maxillaris) durch die Einbringung von geeignetem Knochenersatz verdickt wird. Ohne diese Operationsmethode ließen sich viele der notwendigen implantologischen Eingriffe im Oberkiefer nicht zuverlässig durchführen, da die Dicke der Knochenschicht in der Kieferhöhle nicht ausreicht, um das zylindrische Implantat vollumfänglich aufzunehmen. Durch einen Sinuslift kann hingegen eine ausreichende Knochenhöhe erreicht werden, in der die Implantatinsertion einheilen kann.

Die ersten Wochen nach einer Sinuslift-Operation sind besonders wichtig

Der Sinuslift stellt heute eine Routineoperation dar, die jedoch wie jede chirurgische Operation mit Komplikationen verbunden sein kann. So kann es beim Öffnen der Kieferhöhle zu Problemen kommen, ebenso, wenn die Kieferhöhlenmembran verletzt wird. Zudem muss die Operation unter sterilen Bedingungen durchgeführt werden, um die Kontamination mit Keimen und eine daraus folgende Entzündung der Kieferhöhle zu vermeiden.

Schmerzen sind nach einem solchen Eingriff nicht ungewöhnlich, daher sollten Patienten sich nicht scheuen, nach der Operation ein wirkungsvolles Schmerzmittel zu nehmen. In den kommenden zwei Wochen muss jeder Druck auf die Kieferhöhle unbedingt vermieden werden, daher sind beim Schneuzen, Niesen oder beim Anheben schwerer Lasten besondere Vorsicht notwendig. Auch auf Tauchausflüge oder Flugreisen sollte man in dieser Zeit komplett verzichten.

Raucher sollten wissen, dass das Nervengift Nikotin die Wundheilung negativ beeinflusst und damit die Einheilungsphase verlängern oder sogar gefährden kann. Eine Sinuslift-Operation ist also eine willkommene Gelegenheit, das Rauchen endgültig aufzugeben oder zumindest für einige Wochen einzuschränken.

Verschiedene Verfahren für den Sinuslift

Grundsätzlich lässt sich ein Sinuslift mit zwei unterschiedlichen Verfahren realisieren, deren Auswahl davon abhängt, wieviel Eigenknochen noch im Kiefer vorhanden ist: beim internen/indirekten Sinuslift wird der Kieferknochen bis knapp unter den knöchernen Boden aufgebohrt und die Kieferhöhlenschleimhaut durch die entstandene Bohrung vorsichtig vom Knochen getrennt. In diesen entstandenen Hohlraum wird dann Eigenknochenmaterial (das beim Öffnen des Kiefers anfällt), oft vermischt mit Knochenersatzmaterial, eingefüllt. Dieser Kieferknochenaufbau erfolgt nur indirekt über die Implantatbohrung, daher wird diese Technik auch als interner Sinuslift bezeichnet. In die neue, verdickte Knochenschicht wird dann das eigentliche Implantat eingesetzt, um dort einzuheilen. Es dauert mehrere Monate, bis der Knochenaufbau abgeschlossen und der Sinuslift ausreichend stabilisiert ist, um mit Zahnersatz versorgt zu werden.

Beim direkten Sinuslift erfolgt der Zugriff im lateralen (seitlichen) Bereich. Diese Methode wird angewendet, wenn die Knochensubstanz bereits soweit reduziert ist, dass ein indirekter Sinuslift nicht mehr in Frage kommt. Dies ist regelmäßig dann der Fall, wenn fehlende Zähne nicht direkt nach dem Entfernen ersetzt werden, sondern mehrere Jahre oder länger fehlen. Dann fehlt nicht nur den Gegenzähnen der wichtige Kaudruck, wodurch sie langfristig geschädigt werden können, auch die Knochensubstanz baut mangels Belastung langsam und kontinuierlich ab.

Beim direkten Sinuslift muss unter Umständen zunächst abgewartet werden, wie sich der Knochenaufbau entwickelt und bis wieder eine ausreichende Stabilität in der Kieferhöhle erreicht wird, bis das eigentliche Implantat eingesetzt werden kann. Hierdurch verlängert sich die Einheilungszeit, zudem muss sich der Patient in einem solchen Fall mehrmals in kieferchirurgische Behandlung begeben.


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