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Was hilft bei Zahnschmerzen? Hausmittel, Medikamente oder Notdienst?

Sie kommen oftmals, wenn man nicht damit rechnet und können die Lebensqualität empfindlich beeinträchtigen: Zahnschmerzen. Die Ursachen für Schmerzen im Mund und an den Zähnen können sehr unterschiedlich sein, und ebenso gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, mit Zahnschmerzen umzugehen. Angefangen bei Hausmitteln, die seit Generationen bekannt und bewährt sind, bis zu Schmerzmitteln aus der Apotheke, die zumindest den oft sehr dominierenden Zahnschmerz dämpfen sollen. Und natürlich der Besuch beim Zahnarzt, der insbesondere bei länger anhaltenden oder besonders intensiven Schmerzen angeraten ist.

Woher kommen die Schmerzen?

Die Ursache von Zahnschmerzen ist häufig eine Reizung oder Entzündung des Zahnnervs. Doch auch eine Entzündungen im Kiefer oder Zahnfleisch, Zahnfehlstellungen oder eine Fraktur des Zahnes können Zahnschmerzen auslösen. Auch eine einfache Erkältung kann erhebliche Schmerzen an den Zähnen auslösen, oft in Verbindung mit Ohrenschmerzen. Und Frauen leiden während der Schwangerschaft auch oftmals an empfindlichen Zähnen und Schmerzen im Kiefer aufgrund hormoneller Schwankungen.

Des Weiteren können Zahnschmerzen auch komplett andere Ursachen haben, die nicht im Kiefer zu finden sind, etwa als Folge von Viruserkrankungen wie Gürtelrose, Entzündungen der Nasennebenhöhlen oder im Mittelohr. Selbst Krankheiten wie ein Herzinfarkt oder Angina pectoris können bis in den Unterkiefer ausstrahlen und sich in Form von schmerzenden Zähnen äußern.

Aus diesem Grund sollten Sie bei Zahnschmerzen möglichst schnell einen Zahnarzt aufsuchen, insbesondere dann, wenn die Schmerzen mehrere Stunden andauern oder sich im Laufe der Zeit verschlimmern. Die meisten Zahnärzte behandeln Schmerzpatienten auch ohne Termin, der zahnärztliche Notdienst sogar am Wochenende und in der Nacht. 

Wie äußert sich der Schmerz?

Viele Betroffene spüren Zahnschmerzen beim Verzehr von heißen oder kalten, süßen oder sauren Speisen und Getränken. Dieser wird oft als sehr heller, stechender Schmerzreiz beschrieben, der unmittelbar auftritt und schnell nachlässt. Zahnschmerzen dieser Qualität entstehen häufig aufgrund von freiliegenden und damit besonders empfindlichen Zahnhälsen, können jedoch auch ein Hinweis auf eine undichte Füllung sein.

Ein pochender Zahnschmerz hat seine Ursache meist in einer Entzündung. Wenn der Zahn synchron zum Puls pocht oder die Zahnschmerzen vor allem im Liegen auftreten, kann das ein Hinweis auf einen abgestorbenen Zahnnerv sein. Dann hilft nur noch eine Wurzelbehandlung oder die komplette Entfernung des erkrankten Zahnes. Ist die schmerzende Stelle zudem spür- oder sichtbar geschwollen, weist das möglicherweise auf eine eitrige Entzündung hin, die schnellstmöglich untersucht und behandelt werden sollte.

Hausmittel gegen Zahnschmerzen

Wir stellen Ihnen im Folgenden neun Hausmittel gegen Zahnschmerzen vor, die sich häufig bewährt haben und akute Schmerzen zumindest lindern können. Sie sind jedoch in keinem Fall ein Ersatz für einen Besuch beim Zahnarzt und eine gründliche Untersuchung und Behandlung. 

1. Kältekompresse

Entzündliche Prozesse sind mit Wärmeentwicklung verbunden, auch bei Zahnschmerzen. Wenn die Backe pocht und sich von außen warm oder sogar heiß anfühlt, kann eine Kältekompresse oder ein mit kaltem Wasser angefeuchteter Waschlappen den Schmerz lindern. Wichtig: Legen Sie kein Eis direkt auf die Haut, sondern wickeln Sie Eiswürfel oder eine mit Gel gefüllte Kompresse in eine Lage Stoff ein (z. B. Waschlappen, kleines Handtuch), bevor Sie sie auflegen.

Auch eine Mundspülung mit kaltem (aber nicht zu kaltem) Wasser kann helfen. Ziehen Sie das Wasser dazu so oft durch die Zähne, bis es sich auf Körpertemperatur erwärmt hat. Das Wasser danach ausspucken und nicht schlucken. Oder legen Sie einen kleinen Eiswürfel in die Backentasche und kühlen Sie die schmerzende Stelle so direkt

2. Nelkenöl

Ob als ätherisches Öl aus der Apotheke oder als ganze Nelke aus dem Gewürzschrank: Der im Nelkenöl enthaltende Wirkstoff Eugenol wirkt oberflächlich schmerzstillend und hat zudem eine  antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung. Der Wirkstoff Eugenol wird auch in der Zahnmedizin eingesetzt, etwa zur Behandlung von Pulpitis (Zahnbeinentzündung) oder Parodontitis.

Bei akuten Schmerzen einfach auf eine (möglichst frische) getrocknete Gewürznelke beißen und mit dem so angereicherten Speichel den schmerzenden Zahn umspülen. Noch besser wirkt Nelkenöl (erhältlich z. B. in Apotheken), das auf einen Wattebausch geträufelt wird. Den Wattebausch dann für einige Minuten auf den schmerzenden Zahn auflegen, bis die schmerzstillende Wirkung einsetzt.  Wem das zu intensiv ist, kann Nelken in einem Mörser zermahlen und dann einen teeähnlichen Auszug mit heißem Wasser ansetzen. Mit dem abgekühlten Nelkensud den Mund regelmäßig spülen.

Übrigens enthält auch Zimtrinde Eugenol, weswegen oft Zimt als weiteres Hausmittel gegen Zahnschmerzen empfohlen wird. Jedoch ist die Konzentration mit 5 bis 10 Prozent im Vergleich zum Gewürznelkenöl mit einem Gehalt von 70 bis 95 Prozent Eugenol erheblich geringer. Zimt wirkt also deutlich weniger schmerzlindernd als Gewürznelke. 

3. Kamille

Die echte Kamille enthält eine Vielzahl von entzündungs- und bakterienhemmenden Inhaltsstoffen, die sie zu einer wichtigen Heilpflanze machen. Am besten setzen Sie einen frischen Tee aus Kamillenblüten in Apothekerqualität an, denn klassischer Kamillentee im Beutel enthält deutlich weniger von den wertvollen Inhaltsstoffen. Lassen Sie den Tee zehn Minuten lang ziehen und danach abkühlen. Den Aufguss können Sie dann unverdünnt als Mundspüllösung verwenden, wo er insbesondere bei Entzündungen des Zahnfleisches oder Mundraumes hilft. Wenn Sie Kamillentinktur (aus der Apotheke) verwenden, verdünnen Sie diese entsprechend der Packungsbeilage und bereiten Sie die Mundspüllösung jeweils frisch zu. 

4. Alkohol zum Desinfizieren

Hochprozentiger Alkohol (mit 40 oder mehr Volumenprozent) wird auch in der Medizin als Desinfektionsmittel eingesetzt, da er Bakterien und andere Krankheitserreger innerhalb von Sekunden abtötet. Daher wird Alkohol als Hausmittel gegen Zahnschmerzen häufig empfohlen, insbesondere dann, wenn die Schmerzen mit Blutungen einhergehen.

Allerdings sollten Sie den Alkohol nicht trinken (das könnte die Zahnschmerzen eher noch intensivieren), sondern einen kleinen Schluck davon als Mundspülung verwenden und dann ausspucken. Wenn der Alkohol gekühlt wurde, verstärkt das die schmerzlindernde Wirkung noch. Für Kinder ist dieses Hausmittel gegen Zahnschmerzen jedoch nicht geeignet, da Alkohol auch über die Mundschleimhaut aufgenommen wird. 

5. Gesättigte Salzlösung

Eine gesättigte Kochsalzlösung ist ein natürlich wirkendes Desinfektionsmittel, das zudem schnell hergestellt werden kann. Einfach Wasser zum Kochen bringen und dann reichlich Koch- oder Meersalz zugeben und auflösen. Sobald das Wasser gesättigt ist und kein zusätzliches Salz mehr gelöst wird, lassen Sie die Lösung auf Zimmertemperatur abkühlen. Dann in kleinen Dosen als Mundspülung verwenden, dabei die Salzlösung zwischen den Zähnen durchziehen, um sie zu spülen, und anschließend ausspucken.

Das Salz denaturiert Eiweiß und zerstört so die Zellmembran von Mundkeimen, ohne dass es die Mundschleimhaut angreift. Damit wirkt es zwar langsamer als beispielsweise desinfizierende Mundspüllösungen, dafür hält die Wirkung recht lange an und die Behandlung kann regelmäßig wiederholt werden. Für kleine Kinder eignet sich dieses Hausmittel gegen Zahnschmerzen nicht, da die Gefahr besteht, dass sie die Salzlösung verschlucken. 

6. Teebaumöl

Aus den Zweigen und Blättern des australischen Teebaums kann ein ätherisches Öl, das Teebaumöl, gewonnen werden. Es weist antiseptische, antibakterielle und fungizide Wirkungen auf und kann daher auch für Tinkturen oder Spülungen verwendet werden. Allerdings sollten Sie zum einen darauf achten, Teebaumöl in kontrollierter Bioqualität zu verwenden, und es außerdem niemals unverdünnt einsetzen. Am besten geben Sie einen Tropfen davon in ein Glas Wasser, rühren kräftig um und spülen damit den Mund. Bei besonders starken Schmerzen oder Entzündungen können Sie auch etwas von der Spüllösung mit einem Wattebausch aufsaugen und diesen auf die schmerzende Stelle legen. 

7. Zwiebel

Die Zwiebel enthält viele ätherische Öle und andere Verbindungen, die gegen Entzündungen wirken. Auch als Hausmittel gegen Zahnschmerzen ist die Zwiebel gut geeignet, sofern Sie sie richtig anwenden: Schälen Sie eine kleine, frische Zwiebel und zerteilen Sie sie in kleine Würfel. Diese schlagen Sie danach in eine saubere Mullbinde oder ein Stofftuch ein und legen diesen Umschlag von außen auf die schmerzende Stelle. Belassen Sie das Zwiebelsäckchen mindestens eine halbe Stunde lang auf der Haut, damit sich die Wirkung entfalten kann.

Gegen den Zwiebelgeruch auf der Haut hilft es, die Haut mit klarem Wasser anzufeuchten und dann mit trockenem Kochsalz abzureiben. Bei akuten Schmerzen können Sie aber auch eine frisch aufgeschnittene Scheibe zwischen Backe und Zahnfleisch schieben und dort einige Minuten liegen lassen. 

8. Globuli

Die Homöopathie setzt darauf, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren und so eine Verbesserung zu erzielen. Damit sind ihrer Wirkung bei Zahnschmerzen natürliche Grenzen gesetzt, dennoch kann die Einnahme von Globuli insbesondere bei spontanen Zahnschmerzen ohne erkennbare organische Ursache helfen. Am besten lassen Sie sich hierzu von einem Homöopathen oder einem Apotheker mit entsprechenden Erfahrungen beraten, um das für Ihre Situation am ehesten geeignete Präparat zu ermitteln. Legen Sie dann bis zu drei Mal täglich fünf Globuli unter die Zunge und lassen sie sie langsam zergehen. Oder lösen Sie die Globuli in einem Glas Wasser auf, das Sie dann langsam und über den Tag verteilt trinken.

9. Zuckerfreier Kaugummi

Wenn Sie etwa am Wochenende eine Zahnfüllung verlieren und nicht zum zahnärztlichen Notdienst wollen, können Sie einen zuckerfreien Kaugummi weich kauen und damit das Loch verschließen. Um den Zahnnerv nicht unnötig zu reizen, sollten Sie eine Sorte wählen, die keine oder nur wenig Pfefferminze enthält. Denn die ätherischen Öle der Minze haben eine kühlende Wirkung, die Zahnschmerzen verstärken oder sogar auslösen kann.

Diese provisorische Versorgung ist natürlich nicht als Dauerlösung geeignet, sondern verschafft Ihnen lediglich einen kleinen zeitlichen Aufschub. Vereinbaren Sie daher schnellstmöglich einen Termin bei Ihrem Zahnarzt, um die Füllung professionell erneuern zu lassen und so schlimmere Konsequenzen zu verhindern. 

Medizinische und konventionelle Mittel gegen Zahnschmerzen

Am besten ist es natürlich, die Zahnarztpraxis aufzusuchen, bei der Sie regulär in Behandlung sind. Dort kennt man Sie und Ihre Zähne, kann auf Röntgenaufnahmen und Ihre Behandlungshistorie zurückgreifen und die optimale Behandlung wählen. Ist die Praxis jedoch nicht erreichbar, etwa am Wochenende oder während der Urlaubszeit, müssen Sie die Schmerzen deswegen nicht aushalten. Vielmehr können Sie den Notdienst nutzen und sich dort auch außerhalb der Praxiszeiten untersuchen und behandeln lassen. 

Schmerzmittel bei starken Schmerzen

Bei akuten oder chronischen Zahnschmerzen können Schmerzmedikamente für eine schnelle, temporäre Besserung des Befindens sorgen. Lassen Sie sich jedoch vor der Einnahme besser durch Ihren Zahnarzt, Hausarzt oder Apotheker über mögliche Neben- und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten beraten. Um die Wartezeit auf den Termin beim Zahnarzt zu überbrücken und bei Zahnschmerzen etwa die Nacht möglichst schmerzfrei zu überstehen, können Sie mit einem geeigneten Schmerzmittel zumindest die Intensität der Schmerzen dämpfen. Doch nicht jedes frei verkäufliche Schmerzmittel eignet sich gleich gut.

Generell gilt auch bei rezeptfrei erhältlichen Medikamenten, dass diese selbst bei bestimmungsgemäßem Gebrauch unerwünschte Nebenwirkungen haben können. Welches Schmerzmittel Sie auch wählen: Nehmen Sie es nicht länger als erforderlich ein und halten Sie sich an die im Beipackzettel empfohlene Dosierung, sowohl was Einzeldosen als auch die Tageshöchstdosis angeht.

Im Folgenden stellen wir Ihnen vier rezeptfreie Schmerzmittel vor, die oftmals auch gegen Zahnschmerzen verordnet oder eingenommen werden. Wenn Sie unsicher sind, welches Schmerzmittel geeignet ist, bitten Sie Ihren Zahnarzt darum, Ihnen ein Präparat zu empfehlen oder zu verschreiben. 

Ibuprofen

Der Wirkstoff Ibuprofen ist bis zu einer Einzeldosis von 400 mg pro Tablette rezeptfrei und eignet sich zur Bekämpfung von akuten oder chronischen leichten bis mittelstarken Schmerzen. Der Wirkstoff hat auch eine entzündungshemmende und blutverdünnende Wirkung. Ibuprofen sollte nicht auf nüchternen Magen eingenommen werden, da es die Magenschleimhaut reizen kann. 

Paracetamol

Schmerzmittel mit Paracetamol wirken ebenfalls gegen akute oder chronische Schmerzen und können auch in der Schwangerschaft eingenommen werden. Bei einer Überdosierung besteht Lebensgefahr, daher darf Paracetamol nur in begrenzten Mengen und nicht länger als einige Tage hintereinander eingenommen werden. Paracetamol wird häufig auch für Kinder in geringerer Dosierung verschrieben, dennoch sollte eine Einnahme über mehrere Tage nur nach Rücksprache mit einem Arzt oder Zahnarzt erfolgen. 

Acetylsalicylsäure

Acetylsalicylsäure (ASS), besser bekannt unter dem Markennamen Aspirin®, wird als Tabletten mit einer Dosierung von 500 bis 1.000 mg gegen akute oder chronische Schmerzen eingenommen. Es hat neben der schmerzstillenden auch eine blutverdünnende Wirkung und darf daher nicht als Schmerzmittel nach einer Zahnextraktion verwendet werden. Auch sollten Sie, wenn Sie absehen können, dass bei der anstehenden Behandlung ein Zahn gezogen werden soll, auf ASS verzichten, um die Blutgerinnung nicht zu beeinträchtigen.

Diclofenac

Schmerzmittel mit Diclofenac können ebenfalls chronische oder akute Zahnschmerzen lindern. Allerdings kann der Wirkstoff bei empfindlichen Personen zu Beschwerden im Magen-Darmtrakt führen. Zudem ist die Halbwertszeit bei Diclofenac kürzer als bei anderen Schmerzmitteln, es muss also häufiger eine weitere Tablette eingenommen werden, um den Schmerz zu dämpfen. 

Werden die Zahnschmerzen nicht besser, dann ab zum Zahnarzt

Selbst die besten Haus- oder Schmerzmittel aus der Apotheke können die eigentliche Ursache für Zahnschmerzen nicht beseitigen. Wenn Ihnen also ein Zahn über längere Zeit und immer wieder Schmerzen bereitet, müssen Sie zum Zahnarzt. Nur so können Sie verhindern, dass beispielsweise eine Karies sich weiter ausbreitet und immer mehr gesunde Zahnsubstanz schädigt.

Im schlimmsten Fall kann sich der Zahnnerv entzünden, was nicht nur mit stärkeren Schmerzen einhergeht, sondern zur Folge hat, dass der Zahn abstirbt und nur noch durch eine Wurzelbehandlung gerettet werden kann. Ist auch das nicht mehr möglich, muss der Zahn gezogen werden, daher sollten Sie beim ersten Auftreten von Zahnschmerzen nicht zögern, sondern direkt den Zahnarzt aufsuchen. 

Zahnärztlicher Notdienst

Der zahnärztliche Notdienst ist eine Vertretung der Zahnärzte, die für Notfälle im Bereich der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde eingerichtet ist. Der Notdienst wird von örtlichen Zahnärzten und Kieferchirurgen angeboten und steht allen Patienten offen, die zwar keine lebensbedrohlichen Symptome zeigen, aber dennoch mit der Behandlung nicht bis zum nächsten Werktag warten können. Dort wird untersucht, woher die Schmerzen kommen und der Patient befragt, wie sich der Schmerz äußert, um möglichst zielgerichtet Abhilfe zu leisten. Der behandelnde Zahnarzt entscheidet dann, ob der Zahn gezogen werden muss, eine Füllung zu erneuern ist oder ob die Behandlung noch bis zum nächsten Werktag warten kann – in diesem Fall wird meist ein Schmerzmittel verschrieben, um dem Patienten Schmerzen während der Wartezeit zu ersparen. 

Gemäß Notdienstordnung der jeweiligen kassenzahnärztlichen Vereinigung beschränkt sich eine Behandlung im Notdienst jedoch nur auf die unbedingt notwendigen zahnärztlichen Hilfeleistungen, eine Weiterbehandlung erfolgt dann beim Hauszahnarzt. Bei einer Zahnfraktur, etwa aufgrund eines Unfalls, bei Nachblutungen in Folge eines zahnärztlich-chirurgischen Eingriffs oder bei Infektionen im Zahnbereich werden weitergehende Komplikationen abgewendet und die Basis für eine adäquate Weiterbehandlung am Folgetag gelegt. Auch mit sogenannten „relativen Indikationen“, also vom Zahnsystem ausgehende Erkrankungen mit dem Symptom Zahnschmerzen, ist ein Besuch beim zahnärztlichen Notdienst möglich. 

Für gesetzlich Versicherte wird die Behandlung im zahnärztlichen Notdienst von der Krankenkassen bezahlt, der Zahnarzt erhält die üblichen Gebühren zzgl. einem Zuschlag pro Patienten. 

Was ist mit Zahnschmerzen durch Zahnersatz?

Mit zunehmendem Lebensalter werden immer mehr Menschen mit Zahnersatz versorgt, um beispielsweise fehlende oder geschädigte Zähne zu ersetzen und die Kaufunktion eines gesunden Kiefers wieder herzustellen. Angefangen bei Füllungen, mit denen kariöse Stellen am Zahn behandelt werden, über Kronen und Brücken bis zu Prothesen oder Implantaten.

Dieser Zahnersatz wird exakt an die jeweiligen Bedingungen im Mund des Patienten angepasst – dennoch kann es im Laufe der Zeit passieren, dass ehemals perfekt sitzender Zahnersatz nicht mehr richtig sitzt. Wenn etwa Zähne im Mund fehlen, kann sich auch die Lage der verbliebenen Zähne verändern, so dass beispielsweise eine Prothese oder eine Brücke zusätzlichen Druck auf der gegenüberliegenden Zahnreihe erzeugt. Das kann den Zahnnerv oder das Zahnfleisch reizen und für Schmerzen sorgen, die bis zu den Ohren hochziehen können.

Bei länger andauernden Kopf- oder Ohrenschmerzen sollten Sie daher möglichst kurzfristig Ihren behandelnden Zahnarzt aufsuchen und die genaue Ursache für die Schmerzen abklären. 

Bei herausnehmbarem Zahnersatz können Schmerzen aufgrund von Veränderungen des Kiefers entstehen, auch hier hilft der Zahnarzt. Er prüft den Sitz der Prothese und kann diese nötigenfalls anpassen, um wieder eine optimale Passform zu gewährleisten. Auch eine gründliche Reinigung kann bereits helfen, denn Ablagerungen auf der Prothese können das Zahnfleisch reizen und entzünden und so Schmerzen verursachen.


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