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Behandlung

Was geschieht beim Beschleifen der Zähne?

Viele Menschen haben Angst, wenn das Überkronen von einem oder mehreren Zähnen ansteht. Denn dazu muss der Zahnarzt die Zähne beschleifen, damit die Krone nachher perfekt auf dem präparierten Zahnstumpf sitzt. Doch die Angst vor Schmerzen im Zahnarztstuhl ist unbegründet, denn diese Zahnbehandlung wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt.

Zähne beschleifen ist Präzisionsarbeit

Das Beschleifen der Zähne wird auch Präparation genannt. Dazu benutzt der Arzt Schleifinstrumente mit hoher Drehzahl, die mit Wasser gekühlt werden, um den empfindlichen Zahnnerv vor der Hitze zu schützen. Beim Formen des Zahnstumpfs orientiert sich der Zahnarzt an der Form des natürlichen Zahns, damit die rund um den Nerv übrig bleibende Dentinschicht so dick und so gleichmäßig wie möglich ist.

Ist wenig Zahnsubstanz vorhanden, kann eine sogenannte Aufbaufüllung die Stabilität des Zahnes verbessern. In diesem Fall beginnt das eigentliche Beschleifen der Zähne erst nach dieser Vorbereitung.

Wenn der Zahnstumpf fertig beschliffen ist, wird er gut getrocknet. Um ihn anschließend ganz exakt für das Zahnlabor abformen zu können, wird das Zahnfleisch mit speziellen Ringen oder Fäden ein wenig zurückgeschoben, damit sich der Stumpf vollständig abbilden lässt. Bei der Abformung des beschliffenen Zahns kann der Arzt dann entweder die klassische Abdruckmasse verwenden oder mit einer digitalen Mundkamera 3D-Bilder von Gebiss und Kiefer anfertigen.

Was geschieht beim Beschleifen der Zähne?

Der beschliffene Zahnstumpf ist natürlich sehr empfindlich, da der Zahnschmelz und die natürliche Zahnkrone fehlen. Er muss sofort abgedeckt werden, damit er vor direkter Berührung, Hitze und Kälte geschützt ist. Darum versorgt ihn der Zahnarzt mit einem Provisorium, beispielsweise mit einer Krone oder Brücke für die Übergangszeit bis zur Fertigstellung des endgültigen Zahnersatzes.

Ein Provisorium ist meist aus Kunststoff und von begrenzter Lebensdauer. Beim Beißen und Kauen darf es nicht zu stark belastet werden, da es sich sonst löst und vom Zahnarzt neu eingeklebt werden muss. Um es zu schonen, sollte der Träger mit diesem Zahn nicht in Hartes oder Zähes beißen, nicht zu stark kauen und auch auf Kaugummis und klebrige Bonbons verzichten.

Überkronen nach Wurzelbehandlung oder Parodontitis

Bei akuten oder chronischen Entzündungen an der Zahnwurzel oder am Zahnfleisch muss zuerst die Entzündung behandelt werden, bevor der Zahn für das Überkronen beschliffen wird. Parodontitis (oft fälschlich Parodontose genannt) ist eine Zahnfleischentzündung, die das Gewebe und den Kieferknochen nachhaltig schädigen und so zur Lockerung des Zahns führen kann. Daher muss sie vor der Überkronung behandelt werden, um die Lebensdauer von Zahn und Zahnersatz zu verlängern.

Nach einer Wurzelbehandlung wird immer eine Wartezeit vor dem endgültigen Überkronen eingehalten. Wenn der Patient dauerhaft keine Schmerzen mehr hat und der Zahnarzt feststellt, dass keine Entzündung mehr vorhanden ist, können die Zähne beschliffen und weiter versorgt werden. Entwickelt sich eine Wurzelentzündung an einem bereits überkronten Zahn, kann der Arzt in manchen Fällen die Krone sogar bei der Wurzelbehandlung an ihrem Platz lassen. Er bohrt dann lediglich von oben ein Loch hinein, durch das er den Wurzelkanal erreichen und behandeln kann, und repariert anschließend das Loch in der Krone mit Kunststoff.
Wenn der Arzt die Krone entfernen muss, um darunterliegende Kariesschäden zu reparieren, ist diese in der Regel nicht wiederverwendbar. Nach der Behandlung erhält der Patient ein Provisorium zum Schutz des Zahnes. Sobald der Zahn schmerzfrei und nicht mehr behandlungsbedürftig ist, kann eine neue Krone angefertigt werden.


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