Themenwelt

02. Dezember 2014 / 1 Kommentare

Zahnersatz , Gesundheit

Warum übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen nicht alle Kosten bei Zahnersatz?

Natürlich wäre es schön, wenn jeder Zahnersatz der Krankenkasse einfach komplett in Rechnung gestellt werden könnte. Dann bräuchten Patienten mit normalem oder geringerem Einkommen bei Zahnproblemen nicht lange zu rechnen, Kosten zu vergleichen und sich zu überlegen, woher sie günstigen Zahnersatz bekommen, der trotzdem schön aussieht, gesund ist und sich gut anfühlt. Jeder Kassenpatient könnte sich die beste Zahnbehandlung und den optimalen Zahnersatz für seinen jeweiligen Befund leisten, und es wäre nicht mehr möglich, aus dem Zahnstatus bzw. der Zahnversorgung eines Menschen auf dessen Einkommen zu schließen.

Leider wird diese Vorstellung wohl weiterhin ein Wunschtraum bleiben, denn bei Zahnersatz hat die Krankenkasse nicht nur das Wohl des Patienten, sondern auch ihre eigenen Kosten im Blick. Nicht die ideale, sondern eine ausreichende Versorgung wird angestrebt – und wie die im Einzelfall aussehen kann, ist im Leistungskatalog der Krankenversicherung festgeschrieben.

Selbst wer sich für die Regelversorgung entscheidet, also für den Zahnersatz, den die Krankenkasse bei seinem Befund als Standardlösung vorsieht, bekommt nicht die komplette Zahnbehandlung bezahlt, sondern lediglich die Hälfte davon. Dieser sogenannte Festzuschuss hängt nicht von der Art des Zahnersatzes, sondern vom zahnärztlichen Befund ab. Das bedeutet: Wer etwas anderes, etwas Besseres bzw. etwas Teureres will, kann das natürlich ebenfalls bekommen – allerdings bleibt der Festzuschuss der Krankenkasse gleich, nur der Eigenanteil des Patienten erhöht sich.

Was machen Patienten, die sich den Zahnersatz gar nicht leisten können?

Da die Krankenkasse immer nur die Hälfte der Kosten für die Regelversorgung übernimmt, bleibt die andere Hälfte am Patienten hängen. Für Menschen mit geringem oder gar keinem festen Einkommen kann allerdings schon der Eigenanteil eine nicht zumutbare finanzielle Belastung darstellen. Damit sie sich die fällige Krone, Brücke oder Zahnprothese trotzdem anfertigen lassen können, greift hier die sogenannte Härtefallregelung bei Zahnersatz: Die Krankenkasse bezahlt in Härtefällen den doppelten Festzuschuss und übernimmt somit die kompletten Kosten für die Regelversorgung.

Auch dabei gilt wieder: Ob der Patient später den vorgesehenen Zahnersatz oder eine Alternative wählt, beeinflusst nicht die Höhe des Festzuschusses. Der zugrunde liegende Zahnarztbefund wird im Heil- und Kostenplan festgehalten. Daraus können der Patient und die Krankenversicherung ersehen, wie die Diagnose und die empfohlene Zahnbehandlung aussehen und welche Zahnarzt-, Material- und Laborkosten dabei zu erwarten sind.

Laien tun sich in der Regel schwer damit, einen zahnärztlichen Heil- und Kostenplan zu lesen und zu verstehen. Hier lohnt sich ein Anruf bei der Krankenkasse: Die dort angestellten Fachkräfte wissen, worauf es ankommt und was die Zahlen und Abkürzungen bedeuten, und beantworten Patienten- bzw. Verbraucherfragen direkt am Telefon oder bei einem persönlichen Gesprächstermin in der nächsten Filiale.

Zahlt die Krankenkasse auch bei Implantaten oder Zahnersatz aus dem Ausland?

Implantate sind meist besser, aber auch teurer als die Regelversorgung. Der Festzuschuss wird jedoch auch bei einer Implantatversorgung übernommen. Überdies ist die Herkunft von dem neuen Zahnersatz der Krankenkasse egal – sie orientiert sich bei der Abrechnung nur am Heil- und Kostenplan und gegebenenfalls am Bonusheft und weiteren eingereichten Dokumenten, etwa einer Bescheinigung über Sozialleistungen oder die Bestätigung der Härtefallregelung.

Grundsätzlich ist es also auch einem Geringverdiener möglich, seine Wunschversorgung zu realisieren. Es geht vor allem darum, den Eigenanteil so gering wie möglich zu halten und trotzdem den bestmöglichen Zahnersatz zu bekommen. Hier haben sich durch die Möglichkeit, günstigen

Zahnersatz aus dem Ausland zu beziehen und diesen in Deutschland einsetzen zu lassen, viele neue Wege eröffnet, die sowohl von Zahnärzten als auch von Patienten aller Einkommensstufen immer stärker genutzt werden.


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1 Kommentare

Manu /

11. Oktober 2017

Es heißt doch die Zähne sind die Seele des Menschen. Die Krankenkasse sollte deshalb die kompletten Kosten was Zahnersatz und sonstiges betrifft übernehmen.

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