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23. September 2016 / 0 Kommentare

Zahntechnik, Wissenswertes

Warum lockert sich die Krone?

 

Zahnkrone lockert sich – das sind mögliche Ursachen

Eine Zahnkrone dient dazu, verlorene Zahnhartsubstanz zu ersetzen und so die natürliche Funktion des überkronten Zahnes wieder herzustellen. Kronen werden dann eingesetzt, wenn die Oberfläche des Zahnes etwa durch Karies oder einen Unfall so stark beschädigt ist, dass eine einfache Füllung nicht mehr ausreicht oder sie keine ausreichende Stabilität gegenüber den beim Kauen auftretenden Kräften bietet. Denn gerade auf den Kauflächen der Backenzähne müssen Füllungen viel aushalten, so dass hier oftmals nur eine Voll- oder Teilkrone aus Metall oder Keramik eingesetzt werden kann.

Kronen sind wie Brücken per se fest sitzender Zahnersatz, das bedeutet, dass sie dauerhaft im Mund verbleiben und fest mit dem Trägerzahn verbunden werden. Wenn sich eine Krone lockert, ist dieses also ein klares Warnsignal und sollte dem behandelnden Zahnarzt sofort mitgeteilt werden. Denn selbst, wenn die Krone noch teilweise auf dem Zahn hält und nur etwas Spiel hat, etwa beim Sprechen oder Kauen, können sich schädliche Bakterien in den Spalt zwischen Zahnstumpf und Krone einnisten, dort vermehren und so den präparierten Zahn weiter schädigen. Wenn dann einige Wochen oder Monate später die gesamte Krone keinen Halt mehr findet und sich löst, ist es meist nicht mehr möglich, sie einfach wieder zu befestigen.

So findet eine Zahnkrone Halt am Zahn

Bevor der Zahnarzt einen Zahn überkront, muss dieser zunächst beschliffen werden. Dabei trägt der Zahnarzt mit einem speziellen Bohrer Zahnhartsubstanz vom Zahnstumpf ab, er „präpariert“ den Zahn. Bei einer Vollkrone, die den gesamten Zahn überdeckt, wird der Zahnstumpf bis unter die Zahnfleischkante rundum abgeschliffen, so dass im Optimalfall ein Kegelstumpf entsteht, der einen Öffnungswinkel von 6-8 ° aufweist. Die Krone, die im Zahnlabor angefertigt wird, weist den gleichen Öffnungswinkel auf und haftet dann bereits bei der Anprobe fest am Zahnstumpf. Zusätzlichen Halt geben der Zement oder Kleber, die jedoch im Wesentlichen dafür Sorge tragen, dass der Spalt zwischen Krone und Zahnstumpf abgedichtet wird.

Je größer der Öffnungswinkel des Kegelstumpfes ist, desto weniger stark wird die Krone alleine aufgrund von Adhäsivkräften gehalten, und umso stärker wird die Klebeverbindung belastet. Da besonders beim Kauen starke Kräfte im Kiefer und damit auf die Krone wirken, kann diese sich in einem solchen Fall immer mehr lockern und im Laufe der Zeit komplett an Halt verlieren. Das kann innerhalb von Wochen, Monaten oder auch Jahren der Fall sein.

Eine Präparation, bei der der Zahnstumpf zu konisch beschliffen wurde, kann leider nicht in jedem Fall korrigiert werden. Sollte die ursprüngliche Beschädigung des Zahnes zu fortgeschritten gewesen sein, war es erforderlich, bei der Präparation viel Zahnhartsubstanz zu entfernen. Das hat zur Folge, dass im ungünstigen Fall der Zahnnerv angegriffen würde, sollte der Zahn erneut präpariert werden. Dieses hätte eine Wurzelbehandlung zur Folge und könnte nur noch durch einen Stift mit einer Krone versehen werden.

Patienten, die den Verdacht hegen, dass die Krone aufgrund einer mangelhaften Präparation wackelt, etwa weil auch ein erneutes Einkleben keine dauerhafte Abhilfe bringt, sollten sich nicht scheuen, eine Zweitmeinung von einem anderen Zahnarzt einzuholen. Dieser kann Krone und Zahnstumpf untersuchen und beurteilen, ob es sich hierbei tatsächlich um einen Behandlungsfehler handelt oder die Krone aufgrund anderer Ursachen nicht festsitzt. Die Krankenkasse kann in einem solchen Fall vertrauenswürdige Zahnärzte nennen, auch eine Zahnklinik ist eine gute Anlaufstelle für eine Zweitmeinung bei Verdacht auf einen Behandlungsfehler.

Mögliche Ursachen für sich lockernde Kronen

Wenn ein Zahn stark vorgeschädigt ist, kann die verbliebene Zahnhartsubstanz unter Umständen nicht ausreichen, um den Zahn optimal zu präparieren. Der Zahnarzt wird dann versuchen, den Zahn möglichst nahe am Ideal zu präparieren, dennoch ist dann nicht ausgeschlossen, dass die Krone sich im Laufe der Zeit lockert und löst.

Auch kann es sein, dass die Krone zu hoch ausgeführt ist und mit der Kaufläche Kontakt zur gegenüberliegenden Zahnreihe erhält. Je nachdem, wo genau dieser Kontakt stattfindet, kann sich dadurch die Krone immer mehr lösen, wenn sie dem Kaudruck nachgibt. Da sich der Biss, also der Kontakt der oberen und unteren Zahnreihen, im Laufe des Lebens verändern kann (etwa nach einem Bruch des Kiefers oder einer Operation im Gesichtsbereich), kann sich selbst eine über viele Jahre und Jahrzehnte stabile Krone lockern.

Auch Bruxismus, also unwillkürliches Zähneknirschen, kann eine Zahnkrone überlasten: Wer, vor allem nachts im Schlaf, mit den Zähnen knirscht, stört damit nicht nur die Nachtruhe anderer, sondern belastet seine Zähne erheblich mehr. Das andauernde Zusammenbeißen und Knirschen der Zähne ist eine echte Belastungsprobe für jeden Zahnersatz (und ebenso für die gesunden Zähne) und kann ebenfalls zur Folge haben, dass eine Krone sich lockert und löst.

Auch unzureichende Mundhygiene kann ein Grund dafür sein, dass Kronen nicht halten, denn wenn etwa auf Zahnseide bei der täglichen Mundpflege verzichtet wird, kann sich am Zahnhals Karies bilden, die im Laufe der Zeit unter die Krone kriecht und dort die Zahnsubstanz schädigt. Diese ist jedoch unabdingbar für einen festen Halt, den die Krone so nach und nach verliert.

Die Krone ist raus – was nun?

Wie eingangs beschrieben, sollten man beim ersten Anzeichen einer Lockerung sofort einen Termin beim Zahnarzt vereinbaren und den Zahn fachkundig untersuchen lassen. Der Zahnarzt kann eine gelockerte, aber noch auf dem Zahn verankerte Krone mit speziellen Werkzeugen gänzlich entfernen und dann ermitteln, ob sie wieder eingeklebt werden kann. Das ist leider nicht immer der Fall, erspart dem Patienten jedoch dann eine erneute Präparation ebenso wie die Kosten für eine neue Krone.

Wenn die Krone bereits komplett herausgefallen ist, muss diese gesichert und möglichst zeitnah zum Zahnarzt gebracht werden. Auch in diesem Fall untersucht der zunächst den Zahnstumpf und die Krone und entscheidet dann, ob sie erneut eingesetzt werden kann. Ist das möglich, wird der Zahnarzt zunächst die Krone reinigen und desinfizieren, um sie dann erneut mit dem Zahnstumpf zu verkleben.

Hat sich hingegen unter der Krone Karies gebildet oder ist der überkronte Zahn anderweitig beschädigt, muss eine andere Lösung gefunden werden. Bei gutem Erhaltungszustand des Zahnes wird das in der Regel eine erneute Präparation und die Anfertigung einer neuen Krone sein. Ist der Zahn stärker geschädigt, kann ein Stift eingesetzt werden, auf dem die Krone befestigt wird, oder der Zahn wird komplett extrahiert und durch ein Implantat oder eine Brücke ersetzt.


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