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Gesundheit , Wissenswertes

Viel Sonne für gesunde Zähne: Wie Sonnenlicht vor Karies schützen kann

Wer seine Zähne vor Karies schützen möchte, sollte sich auch regelmäßig eine ordentliche Portion Sonnenlicht gönnen. Denn das UV-Licht der Sonnenstrahlen kurbelt die Produktion von Vitamin D im Körper an – und das „Sonnenschein-Vitamin“ trägt nicht nur zum Erhalt stabiler Knochen bei, sondern fördert auch die Zahngesundheit.

Um genug Vitamin D für den optimalen Zahnschmelz-Schutz zu produzieren, muss man aber nicht stundenlang in der heißen Sommersonne schwitzen: Pro Tag ein halbstündiges Sonnenbad oder ein ausgedehnter Spaziergang im hellen Tageslicht reichen aus. Die früher weit verbreitete Annahme, es sei schon genug, die Hände täglich für zehn Minuten aus dem Fenster zu halten, gilt dagegen längst als überholt.

Was passiert beim Sonnenbaden im Körper?

Die Bildung von Vitamin D wird durch die im Sonnenlicht enthaltene UV-B-Strahlung angeregt. Nur mit ausreichend Sonneneinstrahlung kann der Organismus selbst genug von diesem Vitamin bilden, das für einen ausgewogenen Kalziumspiegel im Blut, starke Knochen und gesunde Zähne unerlässlich ist. Zwar kommt Vitamin D auch in der Nahrung vor (z. B. in fetthaltigem Fisch) oder kann als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden, doch diese können das natürliche Sonnenlicht nicht ersetzen.

Schon vor Jahren konnte nachgewiesen werden, dass Vitamin D auch den Zahnschmelz stärkt. Sowohl Erwachsenen- als auch Kinderzähne sind besser vor Karies geschützt, wenn viel UV-B-Licht aufgenommen und in Vitamin D umgewandelt wird. Darüber hinaus zeigen die Forschungsergebnisse, dass das Sonnenschein-Vitamin die Bildung bestimmter antimikrobieller Proteine im Körper fördert, der sogenannten Cathelicidine. Diese helfen dem Immunsystem bei der Abwehr und Bekämpfung schädlicher Bakterien, zu denen auch Karieserreger gehören.

Keine neue, aber eine weithin unterschätzte Erkenntnis

Ein möglicher Zusammenhang von Sonneneinstrahlung und Zahngesundheit wurde schon vor rund 160 Jahren vermutet. Bei der Untersuchung von Rekruten während des amerikanischen Sezessionskriegs fiel den Medizinern auf, dass es bei der Karieshäufigkeit ein Nord-Süd-Gefälle gab. Rekruten aus sonnenreichen Staaten wie Kentucky litten deutlich seltener unter Zahnfäule als ihre Kameraden aus nördlicher gelegenen, sonnenärmeren Landstrichen wie New England. Ein Forscherteam fand dann in den 1930er Jahren heraus, dass Menschen, die pro Jahr 3.000 Sonnenstunden genießen, im Schnitt nur halb so viel Karies bekommen wie solche aus Gegenden mit jährlich 2.200 oder weniger Sonnenstunden.

Leider wird der Bedeutung des Sonnenlichts für die Zahngesundheit immer noch zu wenig Beachtung geschenkt. Das richtige Zähneputzen wird schon in der Kita geübt, über zahnfreundliche Ernährung gibt es hunderte von Büchern, und in jeder Drogerie kann man heute „mitdenkende“ elektrische Zahnbürsten kaufen. Doch kaum ein Zahnarzt empfiehlt seinen Patienten, ausreichend Sonne zu tanken und sich regelmäßig im Freien aufzuhalten.

Glücklicherweise ist dieser Rat jedoch sehr einfach umzusetzen: Die Sonne zu genießen kostet kein Geld, macht glücklich und funktioniert am Strand ebenso gut wie zu Hause auf dem Balkon, im Garten oder in der Stadt. Sogar im Schatten oder bei bedecktem Himmel bekommt man bei einem einstündigen Aufenthalt im Freien genug UV-B-Strahlung ab, um die körpereigene Vitamin-D-Produktion in Schwung zu bringen. Und wer die Sonne gar nicht mag oder auch im Winter vor einem Vitamin-D-Mangel sicher geschützt sein will, kann sich zusätzlich von seinem Arzt oder einem Ernährungsexperten geeignete Vitaminpräparate empfehlen lassen. 


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