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29. März 2016 / 0 Kommentare

Gesundheit , Zahnpflege

Tipps bei Zahnfleischbluten

Das Zahnfleisch ist relativ empfindlich und kann leicht, etwa durch harte Brotkanten, kräftiges Zähneputzen mit zu harten Borsten oder die unsachgemäße Anwendung von Zahnseide ausgelöst werden. Zwar ist Zahnfleischbluten oft nicht akut gefährlich, dennoch sollten Betroffene die Symptome ernst nehmen und rechtzeitig zum Zahnarzt gehen, um Schlimmeres zu verhindern.

Ursachen für Zahnfleischbluten

Die menschliche Mundflora besteht aus Hunderten von unterschiedlichen Bakterien, die meisten davon sind notwendig, um den Körper vor Infektionen zu schützen oder die Nahrung vorzuverdauen. Doch aufgrund verschiedener Ursachen kann die Mundflora aus dem Gleichgewicht kommen und das Zahnfleisch kann sich entzünden. Diese so genannte Gingivitis ist verantwortlich für Blut in der Zahnpasta oder beim Abbeißen von einem festen Apfel. Entzündetes Zahnfleisch blutet nicht nur, sondern sieht auch gerötet aus, verursacht oft Schmerzen und kann auch eine Ursache für unangenehmen Mundgeruch sein.

Verantwortlich für diese Entzündungen sind schädliche Bakterien, die aufgrund mangelhafter oder ausbleibender Mundhygiene nicht regelmäßig entfernt werden. Wer seine Zähne also zu selten oder nicht ausreichend gründlich reinigt, schafft ideale Bedingungen für Bakterien, die sich zusammen mit Speiseresten und Speichel als Plaque auf Zähnen und Zahnfleisch absetzen. Und das nicht nur auf den glatten Oberflächen der Zähne, sondern vor allem dort, wo Zahnbürste und Zungenspitze nicht gut hingelangen, etwa an den Zahnzwischenräumen und am Übergang von Zahnfleisch zu Zahn.

Wird diese Plaque nicht regelmäßig und gründlich entfernt, kann sie zu einer Zahnfleischentzündung führen und diese wiederum die Blutungsneigung des Zahnfleisches erhöhen. Schon geringer Druck reicht bei entzündetem Zahnfleisch aus, um eine Blutung auszulösen, etwa der Biss in ein festes Stück Brot oder Obst.

Dazu kommen weitere Risikofaktoren, die Zahnfleischbluten noch verstärken können, jedoch nicht als Auslöser wirken. So können Prothesen, Zahnfüllungen oder auch Zahnspangen die Ablagerung von Plaque begünstigen und somit auch die Neigung zu Zahnfleischbluten. Auch Stress, Rauchen, Krankheiten wie Diabetes oder erbliche Veranlagungen zählen zu den Risikofaktoren.

Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, kann damit unter Umständen auch Zahnfleischbluten begünstigen, besonders Gerinnungshemmer, die die Blutgerinnung beeinflussen, können negative Auswirkungen auf das Zahnfleisch haben. Und auch bestimmte Lebensumstände gelten als begünstigende Faktoren, beispielsweise eine Schwangerschaft oder hormonelle Schwankungen in der Pubertät. So leiden Teenager oft unter einer Pubertätsgingivitis, die jedoch auch nur ein Symptom und nicht die eigentliche Ursache darstellt, denn nur dort, wo Keime aufgrund mangelnder Hygiene vorhanden sind, können diese sich vermehren und dann Zahnfleischbluten und schlimmere Symptome auslösen.

Tipps bei Zahnfleischbluten – was wirklich hilft

Entzündungen im Mund sollten vom Patienten unbedingt ernstgenommen werden, denn eine relativ harmlose Zahnfleischentzündung kann in eine Parodontitis übergehen, bei der sich der gesamte Zahnhalteapparat entzündet, mit weitreichenden Folgen. Nicht nur können so auch gesunde Zähne ausfallen, da sie keinen ausreichend festen Halt mehr im Kiefer finden, die Bakterien können auch auf andere Organe, etwa das Herz, übergehen, sich dort einnisten und Entzündungen auslösen.

Der Zahnarzt kann mit einem speziellen Test, dem so genannten PSI-Test (Parodontal Screening Index) ermitteln, ob es sich bei einer Entzündung im Mund um eine Parodontitis oder eine weniger weitreichende Gingivitis handelt. Dieser Test wird von der Krankenkasse bezahlt und kann zur Früherkennung alle zwei Jahre durchgeführt werden.

Wer bei blutendem  Zahnfleisch einige Tage auf das Putzen der Zähne komplett verzichtet, erweist seiner Gesundheit damit einen Bärendienst. Denn vielmehr ist es wichtig, bei Zahnfleischbluten richtig und sehr gründlich zu putzen, um die Entzündung im Mund zu bekämpfen und die schädlichen Keime zu entfernen.

Gerade beim Zähneputzen kann man jedoch eine Menge falsch machen: Um Zahnfleischbluten zu verhindern und Zähne und Zahnfleisch gesund zu erhalten, ist es wichtig, zunächst die Zahnzwischenräume zu reinigen, dann die Außenflächen im inneren Mundraum und danach erst die glatten Zahnflächen, an denen sich Plaque am schwersten festsetzen kann. Besonders zwischen den Zähnen können sich hingegen Bakterien besonders einfach einnisten, daher ist hier besonders gründliches Putzen notwendig.

Zu diesem Zweck sollte man regelmäßig zu Zahnseide oder Interdentalborsten greifen, um diese Stellen von Bakterien und Essensresten zu befreien. Denn eine Gingivitis beginnt immer an den Zahnzwischenräumen und breitet sich dann weiter aus. Beim Reinigen kommt es daher auf die richtige Technik an, die Patienten sich am besten von ihrem Zahnarzt erläutern und zeigen lassen sollten. Keinesfalls darf man mit Zahnseide in Richtung Zahnfleisch sägen, sondern immer von unten nach oben arbeiten, um die Plaque zu entfernen.


Ebenfalls helfen kann ein antibakterielles Mundwasser, das verbliebene Erreger abtötet und so eine Entzündung eindämmen können. Allerdings sind besonders aggressive Mundspüllösungen nicht für den Dauergebrauch gedacht, sondern nur für eine kurzzeitige Anwendung. Diese reicht auch in der Regel aus, um Entzündungen zurückzudrängen und wieder eine gesunde Mundflora zu gewährleisten.

Sollte das Zahnfleischbluten auch bei regelmäßiger Mundpflege nicht nachlassen oder sich sogar verstärken, sollte man den Zahnarzt aufsuchen und die Ursache genauer untersuchen lassen. Auch bei Schwellungen im Zahnfleisch, starken Rötungen oder wenn sich Zahnfleischtaschen gebildet haben, ist ein kurzfristiger Besuch in der Zahnarztpraxis Pflicht, denn dieses können Vorzeichen einer beginnenden Parodontitis sein.

Der Zahnarzt kann nicht nur die Ursachen genauer eingrenzen und Tipps für die Behandlung geben, sondern auch durch eine professionelle Zahnreinigung selbst hartnäckige Plaque entfernen und so die Heilungschancen erhöhen. Allerdings übernimmt die Kasse die Kosten für eine professionelle Zahnreinigung in der Regel nicht, diese müssen vom Patienten aus eigener Tasche bezahlt werden. Mit ungefähr 100 Euro ist sie jedoch vergleichsweise günstig und kann dabei helfen, deutlich teurere Behandlungen zu vermeiden.


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