Themenwelt

25. September 2014 / 0 Kommentare

Gesundheit

Tag der Zahngesundheit 2014 – Kinderzähne stehen im Fokus

Den Tag der Zahngesundheit gibt es schon seit mehr als 20 Jahren. Er findet in ganz Deutschland am 25. September statt und stellt ein Statement für mehr Aufklärung, Achtsamkeit und Eigenverantwortung im Bereich der Zahnpflege, Mundhygiene und Prophylaxe dar. Ins Leben gerufen wurde dieser Aktions- und Gedenktag im Jahr 1991 vom damals frisch gegründeten „Aktionskreis Tag der Zahngesundheit“, der bis heute die Koordination der vielfältigen lokalen und regionalen Veranstaltungen und Maßnahmen zum Thema Mundgesundheit übernimmt. Beim Tag der Zahngesundheit 2014 gilt die Aufmerksamkeit im Besonderen den Zähnen der Kinder.  Das diesjährige Motto lautet „Gesund beginnt im Mund – ein Herz für Zähne!“ und soll so auf die Wichtigkeit hinweisen, Kinder schon früh an regelmäßiges und richtiges Zähneputzen zu gewöhnen und ihnen auch die Bedeutung einer zahnfreundlichen Ernährung  zu vermitteln. Letztlich geht es jedoch immer um die Zähne der gesamten Bevölkerung, denn wenn der Grundstein für Mundgesundheit und Vorsorge bereits in der Kindheit und frühen Jugend gelegt wird, sind die Chancen auf gesunde Zähne bis ins hohe Alter weitaus größer.

Karies wird immer mehr zum Klassenproblem

Im internationalen Vergleich der Häufigkeit von Karies und anderen Zahn- und Kiefererkrankungen schneiden die Deutschen grundsätzlich sehr gut ab. Auf der zentralen Pressekonferenz zum Tag der Zahngesundheit 2014 betonte Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, dass Deutschland in puncto Kariesrückgang einen Spitzenplatz belege. Das sei vor allem am Rückgang der Karies bei Kindern und Jugendlichen zu bemerken. Bedenklich sei jedoch, dass Karies zwar im Gesamtbild rückläufig sei, jedoch immer mehr zu einem Problem in sozial problematischen und einkommensschwachen Familien werde. In diesem Zusammenhang wird bereits von einer so genannten Polarisierung der Karies gesprochen, die sich aus entsprechenden Studien, etwa der Deutschen Mundgesundheitsstudie, eindeutig ablesen lässt. Laut Prof. Dr. Oesterreich entfielen 60 bis 80 Prozent der kariösen Zähne in Deutschland auf rund 10 bis 30 Prozent der Kinder bzw. Jugendlichen. Daran wird erkennbar, dass es vielen jungen Menschen an Aufmerksamkeit und Fürsorge zum Thema Zahngesundheit und Mundhygiene mangelt. Vor allem der sogenannte Vorsorgegedanke kommt in Familien mit sozialen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten oder in problematischen Lebenssituationen oft zu kurz. Häufig fehlen den Eltern das nötige Wissen oder die Zeit, um ihre Kinder zur sorgfältigen Zahnpflege anzuleiten oder sich um die richtige Mundhygiene bei Säuglingen und Kleinkindern zu kümmern. So hat vor allem die frühkindliche Karies in ihrer Häufigkeit zugenommen: Während Karies bei den bleibenden Zähnen erfreulicherweise weiterhin rückläufig ist, sind Zahnschäden an den Milchzähnen von Babys und Kleinkindern recht verbreitet, 7 bis 20 Prozent der 0- bis 3-Jährigen haben einen oder mehrere schadhafte Zähne im Mund.

Für bessere Zusammenarbeit von Eltern, Zahnärzten und Kinderärzten

Letztlich entstehen der Vorsorgegedanke und die entsprechenden Handlungen aus dem nötigen Grundwissen des Einzelnen und der guten Zusammenarbeit und Kommunikation von Eltern, Zahnärzten, Kinderärzten sowie Betreuungs- und Bildungsinstituten. Hier besteht offensichtlich vermehrt Aufmerksamkeits- und Nachholbedarf, wobei Prof. Dr. Oesterreich darauf hinweist, dass Prophylaxe nicht allein Sache des Arztes sei. Die Hauptverantwortung, vor allem für die Kleinsten, liegt weiterhin im familiären Bereich. Mittlerweile ist längst erwiesen, dass Karies der Milchzähne ebenso schmerzhaft ist wie an den bleibenden Zähnen. Schäden, die sich in den ersten Lebensjahren bilden, beispielsweise durch Nuckelflaschen mit zucker- und säurehaltigen Getränken,  gefährden auch die späteren Zähne. Außerdem ist Karies ansteckend und kann sich umso besser verbreiten, je weniger die Betroffenen darüber wissen. Vielfach kommen Kinder mit Zahnschmerzen oder Zahndefekten jedoch zu spät oder gar nicht in die Zahnarztpraxis. Das liegt unter anderem daran, dass viele Erwachsene selbst Angst vor dem Zahnarzt haben und entsprechende Probleme verdrängen oder herunterspielen. Nicht wenige neigen zu der früher landläufigen Ansicht, die Milchzähne seien nicht so wichtig, da sie ohnehin ausfielen. Zudem schaut nicht jeder Kinderarzt bei den Vorsorgeuntersuchungen auch gewissenhaft nach den Milchzähnen und rät den Eltern bei Frühwarnzeichen zum fälligen Zahnarztbesuch. Um hier Abhilfe zu schaffen, gibt es bereits einige Initiativen, um Eltern zu unterstützen und Jung wie Alt besser aufzuklären. Ein Konzept zur gezielteren Vorsorge ist das Netzwerk „Frühkindliche Karies vermeiden“, das von der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung, dem Bundesverband der Kinderzahnärzte, der Bundeszahnärztekammer und dem Deutschen Hebammenverband geschaffen wurde. Ziel ist es, den Zahnarztbesuch ab dem ersten Lebensjahr auch gesetzlich zu etablieren, dafür sollen entsprechende Rahmenbedingungen ausgearbeitet werden. Nach einer aktuellen Forderung der Bundeszahnärztekammer zum Tag der Zahngesundheit soll zudem die Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde stärkere Berücksichtigung bei allen Aktivitäten im Bereich der Gesundheitspolitik erfahren.

Mund- und Zahngesundheit im Pflegebereich

Neben der Pflege der Milchzähne und dem besseren Schutz vor frühkindlicher Karies widmet sich der Tag der Zahngesundheit 2014 einem weiteren wichtigen Thema: der Mundhygiene und Zahnpflege von älteren Menschen sowie Behinderten und Fürsorgebedürftigen. So weist Manuela Schäfer vom GKV-Spitzenverband darauf hin, dass sich das Motto „Gesund beginnt im Mund – ein Herz für Zähne!“ auch gut auf die Gesellschaftsgruppe der Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz übertragen lasse. Aufgrund des demografischen Wandels wird diese Gruppe stetig größer, und für viele ist der Gang zum Zahnarzt eine Herausforderung, die nur mit fremder Hilfe bewältigt werden kann. Eine systematische und regelmäßige Mund- und Zahnpflege hilft nicht nur,  das eigene Gebiss lange gesund zu erhalten, sondern ist auch bedeutsam für Menschen, die bereits festen oder herausnehmbaren Zahnersatz tragen. Denn auch Brücken, Implantate, Teil- und Vollprothesen erfordern sorgsame Pflege, damit sie lange halten, angenehm zu tragen sind und im Mund keine Reizungen oder Infektionen hervorrufen. Die gesetzlichen Krankenkassen sehen sich hier in der Pflicht, die Versorgungssituation für Betroffene und Pflegende weiter zu verbessern. Ein wichtiger Schritt hierzu sei die Aufnahme neuer Leistungen und Versorgungsziele in die Krankenkassenkataloge. Dazu gehören etwa Hausbesuche durch den behandelnden Zahnarzt oder das Optimieren der zahnärztlichen Versorgung in Pflege- und Altersheimen.


Neuer Kommentar
Sie benötigen Zahnersatz?
Fordern Sie jetzt Ihren kostenlosen Patientenratgeber an.

Mit diesem Ratgeber erhalten Sie auch Adressen 
von Referenzzahnärzten in Ihrer Umgebung.

Um unsere Internetseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Internetseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.
OK!