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Gesundheit

Stichwort Bioverträglichkeit

Bioverträglichkeit von Zahnersatz – ein wichtiges Thema für Patienten

Wenn ein Zahn so stark geschädigt ist, dass er ganz oder teilweise ersetzt werden muss, fragen sich viele Patienten zurecht, ob durch die beim Zahnersatz verwendeten Materialien Allergien oder andere unerwünschte Nebenwirkungen ausgelöst werden können. Denn Zahnersatz bleibt in der Regel für viele Jahre und Jahrzehnte im Mund und ist dort zahlreichen Belastungen ausgesetzt, die auch zur Folge haben können, dass kleine Mengen der Werkstoffe im Laufe der Zeit verschluckt werden oder anderweitig in den Organismus gelangen.

In der Medizin wird dieses unter dem Begriff „Bioverträglichkeit“ (auch als Biokompatibilität bezeichnet) zusammengefasst. Bioverträglichkeit meint, dass die verwendeten Werkstoffe sich im Körper neutral verhalten, sie also keine allergischen oder gar toxischen, also giftigen Reaktionen auslösen. Dieses muss nicht nur direkt nach dem Einsetzen, sondern über die gesamte Lebensdauer des Zahnersatzes gewährleistet sein, wobei es im Mund mit seinem feuchten Milieu besonders um die Korrosionsbeständigkeit geht, also darum, dass die verwendeten Materialen nicht oder nur wenig auf dauerhafte Feuchtigkeit reagieren.

Dazu kommt, dass der menschliche Speichel chemisch nicht neutral, sondern sauer ist, er ist also reaktionsfreudiger als reines Wasser. Zudem werden KronenInlays, Füllungen und anderer Zahnersatz auch mechanisch stark beansprucht, beim Kauen können starke Kräfte auftreten, die einen Abrieb an der Oberfläche zur Folge haben können. Dieser Abrieb darf ebenfalls keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit haben, auch dann nicht, wenn er in das noch saurerer Milieu des restlichen Verdauungstrakts gelangt. Bioverträglich sind Materialien dann, wenn sie nur in minimalen Mengen in Lösung gehen oder mit Körperflüssigkeiten reagieren.

Wovon hängt die Bioverträglichkeit ab?

Welche Materialen bioverträglich sind und sich damit als Werkstoffe eignen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. So spielt die Zusammensetzung des Materials eine Rolle, das Herstellungsverfahren und die Verarbeitung im Dentallabor oder beim Zahnarzt. Und auch der Patient selber, genauer die Zusammensetzung seines Speichels, hat Einfluss auf die Biokompatibilität der Materialien.

Zwei Materialien haben sich dabei als besonders bioverträglich und damit geeignet erwiesen: Zum einen das Element Titan, das ein so genanntes Übergangsmetall darstellt. Es ist sehr korrosionsbeständig und eignet sich damit besonders gut für die Herstellung von Implantaten, sowohl in der Zahnmedizin wie in der Chirurgie. Auch Kronen und Brücken können aus Titan gefertigt werden. Titan ist besonders gut verträglich und weist ein geringes allergenes (Allergien auslösendes) Potential auf. Obwohl es seit Jahrzehnten eingesetzt wird, sind bisher keine allergischen Reaktionen auf Titan als medizinischen Werkstoff beobachtet worden.

Eine metallfreie Alternative zu Titan, die eine vergleichbar hohe Bioverträglichkeit aufweist, sind keramische Werkstoffe, allen voran das das Zirkonoxid. Keramiken besitzen von Natur aus eine sehr geringe Löslichkeit, so dass sie sich für den Einsatz im Mund besonders empfehlen. Dazu besitzen sie den Vorteil der guten optischen Gestaltbarkeit, Kronen, Brücken oder Inlays lassen sich zahnfarben gestalten und sind so auch ästhetisch einwandfrei und unauffällig.

Ebenfalls eine gute Bioverträglichkeit besitzen Edelmetalle wie Gold, das besonders bei Gussrestaurationen oft verwendet wird. Reines Gold wäre jedoch viel zu weich und würde den auftretenden Kaukräften im Mund nicht lange widerstehen können, aus diesem Grund werden Legierungen – Mischungen von reinem Gold und anderen Metallen, die gemeinsam eingeschmolzen werden – eingesetzt. So wird etwa durch eine Beimischung von Titan eine höhere Festigkeit erreicht, ohne dass die Bioverträglichkeit beeinflusst wird.


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