Themenwelt

0 Kommentare

Behandlung

Ständiger Würgereiz während der Zahnbehandlung – es geht auch ohne

Der Würgereiz ist ein unwillkürlicher Reflex, mit dem sich der Körper davor schützt, dass Fremdkörper in die Atemwege eindringen. Dieser Schutzreflex wird vor allem dadurch ausgelöst, dass der hintere Gaumenteil oder der hintere Teil der Zunge berührt wird. Oft verursacht eine solche Berührung, etwa beim HNO- oder Zahnarzt, nur ein unangenehmes Würgen, bei empfindlichen Patienten kann jedoch auch ein Brechreiz ausgelöst werden.

Viele Patienten mit Zahnarztangst berichten davon, dass sie regelmäßig einen Würgereiz bei der Zahnbehandlung verspüren, wodurch sich die Angst vor der zahnärztlichen Behandlung noch weiter verstärkt. Besonders häufig wird der Würgereflex ausgelöst, wenn zahnärztliche Instrumente oder Abdruckmassen in den Mundraum eingeführt werden – beides lässt sich jedoch bei einem Zahnarztbesuch und einer notwendigen Behandlung nicht immer vermeiden. Für die betroffenen Patienten entwickelt sich so leicht ein Teufelskreis, wenn aus Scham und Angst vor dem Würgereiz bei der Zahnbehandlung notwendige Besuche beim Zahnarzt verschoben werden und darunter die Mundgesundheit leidet.

Dabei gibt es einige Möglichkeiten, um mit dieser unwillkürlichen Reaktion des Körpers umzugehen und den Würgereiz zu unterdrücken. Wichtig ist vor allem, offen mit seinen Ängsten und Unsicherheiten umzugehen und das Zahnarztteam bereits beim ersten Besuch darauf hinzuweisen. Dann können gemeinsam die geeigneten Maßnahmen festgelegt werden, wie mit dem Problem umzugehen ist.

Was hilft gegen den Würgereiz bei der Zahnbehandlung?

Bereits mit kleinen Tricks lässt sich der unangenehme Würgereflex unterdrücken, etwa durch das sanfte Massieren der Hautfalte zwischen Zeige- und Mittelfinger der linken Hand während der Behandlung. Dieses kann der Patient selber machen und sich so gleichzeitig von der Behandlung ablenken. Eine Stimulation der Zungenspitze mit Salz oder Zucker wirkt dem Würgereiz bei der Zahnbehandlung ebenfalls entgegen, sollte jedoch nur in Absprache mit dem behandelnden Zahnarzt erfolgen.

Auch Hypnose kann wirken, sie wird in manchen Praxen angeboten, um Patienten mit Zahnarztangst zu behandeln, die eine Narkose nicht gut vertragen. Allerdings setzt dieses eine Zusatzausbildung des Zahnarztes voraus und erfordert die Bereitschaft des Patienten, sich auf eine Hypnose einzulassen.

Eine andere wirkungsvolle Strategie stellt die Akkupunktur dar, besonders effizient sind Akkupunkturpunkte am Kinn, mit denen der Würgereiz komplett unterdrückt werden kann. Wenn das noch nicht ausreichen sollte, kann zusätzlich eine Seitenlagerung des Patienten während der Behandlung helfen, da in dieser Körperlage der Würgereiz oftmals weniger stark auftreten kann.

Was in den USA und skandinavischen Ländern schon lange zum Behandlungsalltag zählt, bieten zunehmend auch immer mehr Zahnärzte in Deutschland an: die Behandlung mit Lachgas (N2O). Dieses wird während des Eingriffs über eine Nasenmaske zugeführt und sorgt für eine besonders entspannte Behandlung, da Lachgas eine stimmungsaufhellende Wirkung besitzt. Um einen möglichen lokalen Schmerz dennoch sicher zu verhindern, wird Lachgas oft mit einer lokalen Anästhesie verbunden.

Bei größeren und länger dauernden Eingriffen kann auch eine Behandlung in Vollnarkose sinnvoll sein. Hierbei wird dem Patienten ein Narkosemittel verabreicht, weswegen bei der Behandlung auch ein ausgebildeter Anästhesist anwesend sein muss, der die Vitalfunktionen überwacht und die Narkose steuert.

Moderne Abdruckmassen und CAD-CAM-Technik machen es möglich, dass heute oft nur noch geringe Mengen Abdruckmasse und kleine Abdrucklöffel in den Mundraum eingeführt werden müssen, so kann die Prozedur für den Patienten deutlich angenehmer gestaltet werden.

Fazit: Ängste und Verunsicherungen offen ansprechen und gemeinsam Lösungen finden

Wer Angst davor hat, dass ein Würgereiz während der Zahnbehandlung auftritt, sollte damit offen umgehen und Zahnarzt sowie Praxisteam darüber informieren. Der Zahnarzt kann gemeinsam mit dem Patienten entscheiden, welche alternativen Behandlungsmöglichkeiten genutzt werden, um die Zahnbehandlung so angenehm wie möglich zu gestalten.


Neuer Kommentar
Um unsere Internetseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Internetseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.
OK!