Themenwelt

25. Juni 2015 / 2 Kommentare

Zahnersatz

Reagieren Metalldetektoren, zum Beispiel am Flughafen, auf implantatgetragenen Zahnersatz?

Patienten, die eines oder mehrere Zahnimplantate im Kieferknochen tragen, sind beim Verreisen oft unsicher: Sie fürchten, der Metalldetektor bzw. Scanner könne beim Durchqueren der Kontrollstation auf die Implantate reagieren und Alarm schlagen – und damit jede Menge Erklärungsnot, Stress und womöglich peinliche Situationen verursachen.

Geschichten wie die von Menschen, die aufgrund ihrer Prothesen oder Körperpiercings lange Wartezeiten in Kauf nehmen oder sogar Leibesvisitationen über sich ergehen lassen mussten, können wirklich verunsichernd und auch abschreckend wirken. Denn wer will schon wegen Zahnersatz aus Metall ermüdende Fragen des Sicherheitspersonals beantworten oder womöglich seinen Flug verpassen?

Zum Glück sind dementsprechende Geschichten über Titan-Zahnimplantate reine Mythen, von denen es zu diesem Thema mehrere gibt. Die Scanner bzw. Metalldetektoren an Flughäfen oder in manchen öffentlichen Gebäuden sind so konstruiert, dass sie auf Implantate nicht reagieren. Wer also plant, sich einer Implantattherapie zu unterziehen, braucht sich auch in Zukunft nicht vor dem Verreisen oder Fliegen zu fürchten.

Warum dentale Implantate nicht vom Metalldektektor indentifiziert werden

Das Metall bzw. der Materialmix muss üblicherweise zumindest schwach magnetisch sein, um vom Detektor erkannt zu werden. Und das trifft auf Zahnimplantate nicht zu. Denn diese Implantate sind aus Titan, einem Metall, das weder magnetisch ist noch allergische Reaktionen auslösen kann. Es verhält sich also auch bei einer Sicherheitskontrolle wie ein Teil des Körpers und passiert den Detektor ohne Probleme. Darum ist es auch nicht notwendig, bei einer Flugreise den Implantatpass mitzuführen oder vorzuzeigen.

Anders verhält es sich mit Prothesen aus Titan-Stahl-Legierungen oder besonderen Materialmischungen aus Metall, Kunststoff und Keramik, etwa in Herzschrittmachern, Endoprothesen oder Schulterprothesen. Wer ein solches „Ersatzteil“ im Körper trägt, sollte das entsprechende Dokument, vor allem auf Auslandsreisen, immer dabei haben. Träger eines Herzschrittmachers sollten auf diesen Umstand schon vor dem Durchschreiten des Detektors hinweisen, ihren Herzschrittmacherausweis vorzeigen und sich zur Sicherheit nur kurz im Magnetfeld des Kontrollbereichs aufhalten.

Wenn Sie wissen möchten, welche Metalle oder Legierungen in anderem Zahnersatz, z. B. Ihrer geplanten Brücke oder Krone, enthalten sind, kann Ihr Zahnarzt Sie darüber informieren und ausführlich beraten. Alle für Zahnersatz verwendeten Materialien müssen dem deutschen Medizinproduktegesetz entsprechen und biokompatibel sein, das heißt optimal vom Körper vertragen werden.

Wie funktioniert der Metalldektektor am Flughafen?

Die Kontrolltöne von Metalldetektoren, beispielsweise bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen, gehören ganz klar zu den akustischen und nervlichen Stressfaktoren. Wer etwas Metallisches am Körper oder in den Taschen vergisst bzw. nicht auf das entsprechende Band legt, muss damit rechnen, von einem Piepen erschreckt zu werden, das dann auch das Kontrollpersonal auf den Plan ruft: Die Sicherheitsangestellten sind verpflichtet, bei unklaren Tönen durch zusätzliche Fragen und gegebenenfalls Untersuchungen Klarheit über den metallischen Gegenstand zu schaffen.

An Flughäfen, in Gerichtsgebäuden, bei manchen Veranstaltungen, Messen etc. können grundsätzlich zwei Arten von Metalldetektoren zum Einsatz kommen: Fest installierte Geräte in speziellen Durchgängen (Schleusen) und kleine Handgeräte, mit denen das Sicherheitspersonal mit einigen Zentimetern Abstand über Kleidung und Körper streicht. Die Detektoren erzeugen ein relativ schwaches, niederfrequentes Magnetfeld, wodurch sie in der Lage sind, Metalle und Metallmixe zu identifizieren.

Ziel der Sicherheitskontrollen ist vor allem das Aufspüren von Waffen und gefährlichen elektrischen bzw. elektronischen Geräten. Da der Detektor jedoch nicht zwischen gefährlichen und ungefährlichen Metallgegenständen unterscheiden kann, piepst er jedes Mal, wenn er entsprechende Metalle in ausreichend großer Menge verortet. Die Detektorempfindlichkeit kann dabei unterschiedlich hoch eingestellt sein – je nach Ort, Anlass und Vorschriften der Kontrolle. Es ist daher auch nicht ungewöhnlich, dass bestimmte Metallprothesen (etwa eine Hüft- oder Knieprothese), große oder viele Piercings, Metallbügel von Büstenhaltern etc. den Piepston auslösen. Doch kleine Metallteile im Zahn bzw. Gebiss, etwa Füllungen oder Kronen, würden schon rein von der Menge her dafür nicht ausreichen.


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2 Kommentare

Zocher /

11. August 2017

Kronen und Brücken

Ich habe mehre Kronen und Brücken im Mund. Kann ich damit sorgenlos reisen?

DIE32 /

14. August 2017

Kronen und Brücken

Guten Tag Herr Zocher,

Sie können unbesorgt sein. Ihrer unbeschwerten Reise steht nichts im Wege. Metalldetektoren am Flughafen werden nicht auf Ihren Zahnersatz reagieren. Beste Grüße, Ihre Redaktion vom Online Magazin DIE32

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