Themenwelt

0 Kommentare

Zahntechnik , Behandlung

Optimaler Zahnersatz mit CAD/CAM-Technologie

Die Begriffe CAD (Computer Aided Design, „computerunterstütztes Design“) und CAM (Computer Aided Manufacturing, „computerunterstützte Fertigung“) beschreiben Technologien, die ursprünglich aus der Automobil- und Luft-/Raumfahrtindustrie stammen. Inzwischen werden sie in vielen Branchen eingesetzt, etwa im Bereich Architektur, Produktdesign oder eben auch bei der Planung, Gestaltung und Fertigung von hochwertigem Zahnersatz.

Während mit CAD Entwürfe und Modelle am Computerbildschirm entwickelt und getestet werden, sorgt CAM dafür, dass die angeschlossenen Maschinen die Vorgaben aus dem CAD-Programm exakt umsetzen, und das nicht nur auf Augenmaß, sondern in Bereichen von hundertstel Millimetern.

CAD in der Zahnarztpraxis

Um die erforderliche Behandlung bestmöglich zu planen und durchführen zu können, muss der Zahnarzt ein möglichst genaues und vollständiges Bild vom Zahnstatus seines Patienten erhalten. Ist beispielsweise eine Versorgung mit Kronen oder Implantataufbauten geplant, ist zunächst ein Abdruck beider Kiefer erforderlich, der als Modell für den Zahntechniker genutzt wird. Dazu muss der Patient in eine Abdruckmasse beißen und diese bis zum Aushärten im Mund behalten - für viele eine echte Überwindung und ein großer Stress.

Moderne Praxen haben daher auf einen digitalen Workflow umgestellt: Statt Abdruckmasse wird ein Intraoralscanner eingesetzt, der die Kiefer automatisch und ohne Patientenstress exakt vermisst und ein digitales, dreidimensionales Bild davon im Computer erzeugt. Dieses kann dann in einem CAD-Programm weiterverarbeitet werden und ermöglicht es dem Zahnarzt und Zahntechniker, alle wichtigen Details zu erkennen und bei der Versorgung zu berücksichtigen.

Vom Monitor zum fertigen Zahnersatz

Der digitale Workflow hat noch weitere Vorteile, denn das Labor kann direkt mit der Gestaltung des Zahnersatzes beginnen. So ist es nicht mehr notwendig, dass Zahnarzt und Labor sich in unmittelbarer Nähe befinden, da statt des Abdrucks oder eines damit erstellten Gipsmodells nur ein Datensatz versendet werden muss. Und das geht heute einfach auf elektronischem Weg, wodurch selbst große Distanzen keine Hürde mehr darstellen.

Und nicht zuletzt kann eine CAD-Datei einfach an eine CAM-Maschine übertragen werden, so dass nach dem digitalen Design auch die Fertigung mit höchster Präzision erfolgt. Denn moderne Steuerungstechnik ermöglicht eine Exaktheit, die der Mensch nicht oder nur mit unverhältnismäßig mehr Aufwand erreichen kann.

Gerade in den Bereichen Zahntechnik, Prothetik und Implantologie lassen sich daher mit CAD/CAM schneller bessere und damit kostengünstigere Ergebnisse erzielen. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Zahnersatz aus Keramik, Metall oder speziellen Kunststoffen gefertigt werden muss, denn die Maschinen können diese jeweils mit den richtigen Werkzeugen bearbeiten und daraus hochwertigen, exakt passenden Zahnersatz fertigen.

Welche Materialien dabei genau zum Einsatz kommen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Allen gemeinsam ist jedoch, dass sie hypoallergen sind, auch langfristig gut vertragen werden und ausreichend haltbar sind, um viele Jahre und Jahrzehnte im Mund zu verbleiben. Bei Kronen, Brücken und Implantataufbauten kommen heute in der Regel hochwertige Keramiken zum Einsatz. Die sind nicht nur ausgezeichnet zu bearbeiten, hochverträglich und stabil, sondern lassen sich auch optisch und ästhetisch so gestalten, dass der Zahnersatz nicht von echten Zähnen zu unterscheiden ist. Prothesen und herausnehmbarer Zahnersatz brauchen hingegen einen stabilen Unterbau und Verbindungselemente aus Metall, um sicher und fest im Mund zu sitzen. Diese müssen so gestaltet sein, dass sie keine Druckstellen oder sonstige Probleme beim Tragen verursachen und dennoch die natürliche Kau- und Sprechfunktion ermöglichen.

Mithilfe von CAD lassen sich Kiefer, Mundhöhle und sogar die Bewegungen der Kiefer beim Sprechen oder Kauen im Computer simulieren. So kann der Zahntechniker den Zahnersatz zunächst am Modell testen und erst wenn alles wirklich passt anfertigen. Gerade bei komplexen Anforderungen wie der gleichzeitigen Versorgung beider Kiefer ist das ein entscheidender Vorteil, da die Kauflächen des Zahnersatzes optimal zueinander passen müssen, um spätere Probleme wie etwa unangenehmen Zahnkontakt oder gar eine craniomandibuläre Dysfunktion zu vermeiden.

Der Computer unterstützt, der Mensch führt aus

Auch wenn CAD/CAM-Technologie die Arbeit von Zahnarzt und Zahntechniker erleichtert, wird der Mensch auch in absehbarer Zeit nicht vom Computer ersetzt werden können. Denn auch ein mit CAD/CAM angefertigter Zahnersatz muss vom Menschen fachkundig begutachtet, geprüft und freigegeben werden. Zwar sorgt der Computer dafür, dass Arbeitsschritte automatisiert und mit höherer Genauigkeit durchgeführt werden, die Zwischen- und Endkontrolle obliegt dennoch immer dem Menschen. Auch die Auswahl der richtigen Versorgung und des geeigneten Materials kann der Computer nicht leisten.

Daher werden auch in Zukunft das geschulte Auge des Zahntechnikers und die ruhige Hand des Zahnarztes nicht durch einen Roboter ersetzt werden. Doch zumindest da, wo der Computer dem Menschen klar überlegen ist, wird sich die Technologie immer weiter durchsetzen und so für eine höhere Qualität zu geringeren Kosten sorgen.


Neuer Kommentar
Unsere Seite verwendet Cookies, um die Funktionalität der Seite zu gewährleisten, die Nutzung durch die Besucher zu analysieren und um Ihnen auf anderen Plattformen z.B. Medienseiten, Suchmaschinen, Social Media, passende Werbung auszuspielen.

Weitere Informationen zur Funktionsweise und der Möglichkeit, dem Einsatz von Cookies zu widersprechen, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung
Verstanden und schließen