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Wissenswertes , Gesundheit

Nicht Rauchen nach der Implantierung!

Rauchen nach der Implantierung (Einsetzen eines Zahnimplantats) erhöht das Risiko, das Implantat wieder zu verlieren. Denn durch das Rauchen gelangen Nikotin und weitere im Tabakrauch enthaltene Schadstoffe auf die Mundschleimhaut, ins Gewebe und ins Blut. Das beeinträchtigt die Durchblutung und kann so Probleme bei der Wundheilung verursachen und die Einheilungsphase nach der Zahnimplantation verlängern.

Vor allem in der ersten Zeit nach der Implantatsetzung, wenn die Wunde im Zahnfleisch noch nicht geschlossen und das Implantat noch nicht eingeheilt ist, können giftige Stoffe, Bakterien und Keime an dieser Stelle ungehindert bis tief ins Gewebe eindringen und dort Entzündungen auslösen. Raucher sind besonders gefährdet, denn sie haben in aller Regel eine schwächere Immunabwehr als Nichtraucher und sind daher allgemein anfälliger für Infektionen. Außerdem ist ihre Mundschleimhaut meist trockener, was die Selbstreinigungskraft durch den Speichel einschränkt. 

Nicht nur nach der Operation, sondern auch auf lange Sicht ist Rauchen ein Risiko für Zähne und Zahnersatz. Die dadurch aufgenommenen Schadstoffe fördern den Knochenabbau, weshalb viele Raucher eine geringere Knochendichte haben. Das betrifft auch den Kieferknochen, das Knochenbett, in dem das Implantat verankert wird. Bei Rauchern sind daher im Vergleich mehr und umfangreichere Knochenaufbaumaßnahmen vor einer Implantation erforderlich als bei Nichtrauchern. 

Implantatverlust schmerzt in Mund, Seele und Geldbeutel

Wenn ein Implantat nicht richtig einheilt, wieder verlorengeht oder wegen einer Entzündung entfernt werden muss, ist das nicht nur schmerzhaft und ärgerlich, sondern auch finanziell belastend. Denn Zahnimplantate werden nicht von den Krankenkassen bezahlt, und wer sich diese hochwertige und ästhetische Versorgung wünscht, muss diese aus eigener Tasche investieren.

Soll nach dem Abheilen der Entzündung an der entsprechenden Stelle erneut ein Implantat eingesetzt werden, bedeutet das zumindest doppelte Kosten und den doppelten Behandlungsaufwand für den Patienten – in vielen Fällen sogar noch mehr, wenn die entstandenen Schäden weitere Maßnahmen, z. B. für den Knochenaufbau, notwendig machen. Das erste Implantat kann sowohl aus hygienischen als auch aus technischen Gründen nicht wiederverwendet werden. Sollte eine weitere Implantierung an der entsprechenden Stelle nicht mehr möglich sein (was durchaus auch eine Kostenfrage sein kann), muss die Lücke schließlich mit einer konventionellen Brücke oder Prothese geschlossen werden. 

Implantatschutz ist ein gutes Motiv, das Rauchen aufzugeben

Generell wird jeder Zahnarzt und Implantologe seinen Patienten vom Rauchen nach der Implantierung dringend abraten. Natürlich weiß auch ein Zahnarzt, dass Rauchen eine Sucht und das Aufhören daher sehr schwierig ist. Trotzdem sollten selbst starke Raucher zumindest in der ersten Woche nach der Implantierung die Selbstdisziplin aufbringen, auf Zigaretten zu verzichten bzw. den Konsum so weit als möglich einzuschränken. Grundsätzlich gilt: Jede nicht gerauchte Zigarette verbessert die Chancen auf eine problemlose Wundheilung und ein rasches Einwachsen des Implantats im Kieferknochen. 

Die Einheilungsphase ist bei einem Zahnimplantat ganz wesentlich. Wenn sie störungsfrei verläuft und abgeschlossen wird, bedeutet das die besten Chancen auf ein Implantat fürs Leben. Selbst Implantate zur Sofortbelastung brauchen eine gewisse Zeit, um in den Kieferknochen einzuheilen und dort wie natürliche Zähne festzuwachsen. Daher werden frisch eingesetzte Zahnimplantate noch nicht mit dem definitiven, dauerhaften Implantataufbau versorgt, sondern allenfalls mit einem Provisorium. Der provisorische Zahnersatz dient als Überbrückungsmaßnahme und kann funktionelle oder ästhetische Mängel ausgleichen, bis die dauerhafte Implantatkrone angepasst werden kann. 

Da Rauchen dem gesamten Organismus schadet, ist es generell empfehlenswert, sich zu Gunsten seiner Gesundheit und allgemeinen Fitness von dieser schädlichen Gewohnheit zu verabschieden. Viele Raucher nutzen die Chance, mit dem Rauchen nach der Implantierung aufzuhören. Der Schutz des wertvollen Zahnersatzes, des neuen Lächelns und damit verbundenen Wohlgefühls kann bei dem Vorhaben, das Rauchen aufzugeben, einen echten Motivationsschub darstellen und auch das Durchhalten erleichtern. 

Vor oder nach der Implantierung als Raucher aktiv werden

Schon lange vor dem Einsetzen des Implantats führt der Zahnarzt mit seinem Patienten ein ausführliches Beratungs- und Aufklärungsgespräch. Er erklärt, welche Vorbereitungen erforderlich sind, wie die chirurgische Implantation der künstlichen Zahnwurzel abläuft und welche Wartezeiten durch Knochenaufbau und/oder die Einheilungsphase entstehen. 

Wenn Sie Raucher sind, weiß Ihr Zahnarzt das – immerhin hat er Ihnen schon gründlich in den Mund geschaut. Daher wird er Sie auch frühzeitig auf die damit verbundenen Risiken für den geplanten Zahnersatz hinweisen, insbesondere auf die schlechtere Wundheilung, die verlängerte Einheilzeit und das erhöhte Risiko für Entzündungen und Implantatverlust.

Zudem erklärt der Arzt (oder das Praxisteam) Ihnen genau, wie Sie die Wunde nach dem Eingriff schützen können und was Sie bei der Zahnreinigung und Mundpflege mit dem neuen Implantat beachten müssen. Am Tag der Implantation bekommen Sie dazu noch entsprechende Merkzettel und Hilfsmittel mit nach Hause, etwa eine besonders weiche Zahnbürste und eine antibakterielle Mundspülung. 

Wenn Sie außerdem nach dem Eingriff konsequent mit dem Rauchen aussetzen oder endgültig Schluss machen wollen, können Sie sich vom Zahnarzt, Arzt oder Apotheker beraten und unterstützen lassen. Gängige Hilfsmittel wie Nikotinpflaster zur Minderung körperlicher Entzugssymptome können Sie rezeptfrei in der Apotheke kaufen. Nikotinhaltige Kaugummis sollten Sie jedoch nach einer Zahnimplantierung nicht verwenden. Sie enthalten zwar nicht die schädlichen Verbrennungsrückstände, die beim Tabakrauchen entstehen, doch transportieren sie das Zellgift Nikotin wie Zigaretten direkt auf Zähne, Mundschleimhaut und Zahnfleisch. Nach dem Eingriff sollten Sie Kaugummis, Kaubonbons oder Ähnliches ohnehin meiden. 

Am wenigsten Stress mit dem Rauchen nach der Implantierung haben Sie natürlich, wenn Sie schon vorher aufgehört haben. Dann sind Sie zu Beginn der Einheilungsphase bereits über die schlimmsten Entzugserscheinungen hinweg und vor Infektionen wie Periimplantitis oder periimplantärer Mukositis optimal geschützt. Wenn Sie standhaft bleiben und nach der Einheilung und endgültigen Versorgung weiterhin als Nichtraucher leben, leisten Sie damit einen nachhaltigen Beitrag zu einer lebenslang verbesserten Zahngesundheit. Denn der Verzicht auf Tabakrauch und Nikotin beugt Knochenabbau und Kieferknochenschwund vor, verringert das Risiko von Zahnfleischentzündungen und Parodontitis und sorgt außerdem dafür, dass die natürliche Zahnfarbe schön bleibt und länger hält.


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