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Wissenswertes , Gesundheit

Neue Studie zur Zahngesundheit von älteren Menschen

Eine neue Studie aus Japan legt einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Anzahl von Zähnen im Mund und der Lebenserwartung und Gesundheit von älteren Senioren nahe. Die Forscher kommen zu dem Ergebnis, dass eine relativ hohe Zahl eigener Zähne (mindestens 20 oder mehr) dazu beiträgt, älter und gesünder älter zu werden. Dazu wurden über einen Zeitraum von etwa 3,5 Jahren die Daten von mehr als 85.000 Bewohnern von japanischen Altenheimen ausgewertet.

Die Forscher kommen zu dem Ergebnis, dass Männer mit 20 oder mehr eigenen Zähnen im Alter von 85 Jahren und darüber 92 Tage zusätzlicher gesunder Lebenszeit gewinnen. Gleichaltrige Frauen gewinnen zumindest 70 Tage hinzu. Auf der anderen Seite war die Zahl der Lebenstage mit Gebrechlichkeit bei Zahnlosen mit 90 Tagen deutlich größer als bei solchen Senioren, die noch einen Großteil ihrer eigenen Zähne besaßen (55 Tage). Und auch das Risiko, vom gesunden in einen gebrechlichen Gesundheitszustand zu geraten oder zu sterben, war für bezahnte Senioren mit 20 oder mehr eigenen Zähnen signifikant geringer als bei der Vergleichsgruppe mit weniger Zähnen.

Japanische Studienergebnisse entsprechen früheren Erkenntnissen

Diese Forschungsergebnisse decken sich zumindest bei der Betrachtung der Gesamtlebenserwartung mit denen früherer Forschungen. Als mögliche Ursachen für die frühere Sterblichkeit bei schlechtem Zahnstatus werden verschiedene Risikofaktoren benannt, etwa eine ungünstige Ernährungslage. Wer im fortgeschrittenen Alter nicht mehr richtig oder schmerzfrei kauen kann, ist nicht mehr unbedingt in der Lage, sich täglich mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Die Folgen können Unterernährung und Untergewicht sein, die alleine oder in Kombination mit anderen Risikofaktoren die Lebenserwartung mindern.

Auch gibt es Studien, die einen Zusammenhang zwischen einer verminderten Kaufunktion und dem Gedächtnis herstellen: Wer nicht mehr richtig kauen kann, baut auch geistig schneller ab als Menschen im gleichen Alter und besserem Zahnstatus. Zudem sehen die Forscher auch eine soziale Komponente, denn wer aufgrund von Schmerzen oder Mundgeruch den Kontakt mit anderen vermeidet oder gemieden wird, vereinsamt zunehmend und hat ein höheres Sterberisiko als Menschen, die keine Probleme mit den Zähnen haben. 

Pflegekräfte sind zunehmend gefordert

Gerade ältere Senioren in Pflegeheimen werden auch heute noch oft nicht optimal zahnmedizinisch betreut. Die Einhaltung der täglichen Mund-, Zahn- und Prothesenpflege wird nicht immer so überwacht und unterstützt, wie es wünschenswert und notwendig wäre. Auch sind nur wenige Zahnärzte auf Haus- und Heimbesuche eingerichtet, so dass gerade immobile, bettlägerige oder demente Patienten nur noch selten, wenn überhaupt, von einem Zahnarzt untersucht werden. Daher ist zu erwarten, dass eine Verbesserung der Pflegesituation auch zu einer Verbesserung der Mund- und Zahngesundheit bei Senioren führen wird.

Dies setzt jedoch Änderungen in den Ausbildungsplänen von Pflegekräften und Zahnmedizinern voraus, um diese bereits während der Ausbildung oder des Studiums über Risiken und deren Vermeidung in Bezug auf die Mundhygiene aufzuklären und zu sensibilisieren. 

Auch wird es notwendig sein, dass mehr Zahnärzte als bisher mobile Behandlungsmöglichkeiten anbieten. Bereits heute lassen sich viele zahnmedizinische Gerätschaften in einem handlichen Koffer unterbringen und so zumindest Standarduntersuchungen und -behandlungen auch im Patientenzimmer oder auf einer Pflegestation durchführen. Allerdings fehlt hier bisher auch ein klares Signal der Politik, etwa um Hausbesuche höher zu vergüten und damit für Zahnärzte attraktiver zu machen. 


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