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Behandlung

Mobile Behandlungseinheiten für die zahnärztliche Betreuung im Altenheim

Einer verbesserten zahnmedizinischen Versorgung und Prävention ist es zu verdanken, dass immer mehr Senioren noch über eigene Zähne oder Implantate verfügen. Damit die auch im hohen Alter gesund bleiben, müssen Tugenden wie das regelmäßige Zähneputzen und andere Maßnahmen zur Mundhygiene ein Leben lang eingeübt und praktiziert werden. Auch der regelmäßige Besuch beim Zahnarzt ist unverzichtbar, um Probleme frühzeitig zu erkennen und behandeln zu können.

Problematisch ist es jedoch, wenn ältere Menschen aufgrund von geistigen oder körperlichen Einschränkungen nicht mehr in der Lage sind, Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt zu organisieren und sich auf den Weg in die Praxis zu machen. Denn auf Hausbesuche ist der Zahnarzt meist nicht eingestellt, schließlich braucht er für eine Untersuchung und Behandlung spezielle Geräte – und die lassen sich in der Regel nur schlecht transportieren.

Die Zahnarztpraxis im Reisekoffer

Eine Lösung sind portable und damit mobile Behandlungseinheiten, die von verschiedenen Herstellern angeboten werden. Sämtliche für die Behandlung notwendigen Geräte werden dazu in einem kompakten Gehäuse zusammengefasst, um sie einfach transportieren und schnell einsetzen zu können. Die Einheiten bieten damit die gleichen Untersuchungs- und Behandlungsmöglichkeiten wie in einer gut ausgestatteten Praxis und können auch zur Prophylaxe eingesetzt werden.

Je nach technischer Ausstattung muss der Zahnarzt für die Anschaffung einer solchen mobilen Behandlungseinheit zwischen 2.000 und 10.000 Euro investieren, laufende Kosten entstehen dann für Wartung und Reparaturen. Zwar ist das im Vergleich zu den Kosten, die eine vollwertige moderne Praxisausstattung aufmacht, ein eher geringes Investitionsvolumen, dennoch müssen auch diese Kosten zunächst durch den Zahnarzt aufgebracht werden. Erschwerend kommt hinzu, dass die weiteren Kosten für einen Hausbesuch, also etwa die Fahrzeiten sowie Zeiten für Auf- und Abbau der Geräte, nicht in voller Höhe von den Krankenkassen übernommen werden. Für den Zahnarzt ist es damit wirtschaftlich aktuell weniger attraktiv, zusätzlich oder gar vollständig auf die mobile Patientenversorgung zu setzen.

Nicht nur Senioren haben Bedarf

Auf der anderen Seite nimmt der Bedarf stetig zu, denn auch bei ausreichender Mundhygiene ist die regelmäßige Kontrolle durch einen Zahnarzt unverzichtbar. Nur durch eine regelmäßige zahnärztliche Untersuchung können bakterielle Entzündungen frühzeitig erkannt und behandelt werden, bevor sie weitergehende Schäden an den Zähnen und dem Zahnhalteapparat verursachen und den gesamten Organismus schädigen. Das gilt für Senioren ebenso wie für Menschen mit Behinderungen, die nicht selbständig dazu in der Lage sind, regelmäßige Mundhygiene zu betreiben und dabei Anleitung und Unterstützung benötigen.

Informationen über mobile Zahnärzte gibt es bei den Landeszahnärztekammern

Daher ist es aus Sicht einer bestmöglichen Patientenversorgung wünschenswert, dass mehr Zahnärzte sich eine mobile Behandlungseinheit anschaffen und zumindest tageweise ihre älteren, immobilen oder eingeschränkten Patienten besuchen. Ebenso gilt es jedoch auch, die Praxisräume so zu gestalten, dass sie möglichst barrierearm sind, um Patienten mit eingeschränkter Mobilität den Besuch zu vereinfachen.

Zur Verbesserung der Versorgungssituation gibt es vereinzelt bereits Initiativen, etwa den Arbeitskreis Alterszahnheilkunde und Behindertenbehandlung der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg, der 2001 gegründet wurde. Er verfolgt das Ziel, durch eine flächendeckende Förderung von zahnärztlichen Betreuungsmöglichkeiten die Mundgesundheit und Lebensqualität von älteren Menschen und Menschen mit Behinderungen zu verbessern. So kann auf der Homepage der LZA BW die Zahnarztsuche genutzt werden, um Adressen von Zahnärzten zu finden, die Hausbesuche absolvieren.

Auch andere Landeszahnärztekammern haben vergleichbare Initiativen zur zugehenden Betreuung gestartet, entsprechende Informationen sind auf den jeweiligen Internetseiten der Kammern zu finden.


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