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Wissenswertes

Mit Zahnspange ins Auslandsjahr gehen?

So einfach wie heute war es für deutsche Schüler oder Studenten noch nie, ein Auslandsjahr einzulegen. Innerhalb der EU herrscht Reisefreiheit, es ist also weder ein Visum noch eine Aufenthaltsgenehmigung erforderlich. Zudem kann in vielen europäischen Ländern mit dem Euro bezahlt werden, so dass sich die Finanzen ebenfalls leichter regeln lassen. Und nicht zuletzt ist auch die medizinische Versorgung weitgehend gesichert, denn mit der europäischen Krankenversichertenkarte (EHIC) werden die Kosten für einen Vertragsarzt oder ein Vertragskrankenhaus wie in Deutschland übernommen. Die EHIC ist in den meisten europäischen Mitgliedsländern gültig, Ausnahmen bilden Staaten wie Monaco, Andorra oder Vatikanstaat.

Anders sieht die Sache aus, wenn das Auslandsjahr etwa in den USA oder in Asien verbracht werden soll. Denn hier greift die eigene Krankenversicherung nicht mehr, vielmehr ist eine zusätzliche private Auslandskrankenversicherung erforderlich. Beim Abschluss sollte unbedingt auf die Laufzeit des Vertrages geachtet werden: Viele Versicherer bieten sowohl Kurzzeittarife für Urlaubsreisen als auch Langzeittarife von bis zu 365 Tagen an. Wichtig ist zudem, dass die Versicherung auch die Kosten für einen Krankenrücktransport übernimmt, etwa nach einem Unfall oder einer Erkrankung. Denn andernfalls müssen diese Kosten vom Versicherten selber getragen werden, und das kann unter ungünstigen Umständen erhebliche Kosten verursachen. 

Auslandskrankenversicherungen: Leistungen und Kosten genau vergleichen

In der Regel wird für jeden Tag, der im Ausland verbracht wird, eine feste Pauschale für den Versicherungsschutz fällig. Dennoch sollte bei einem Vergleich nicht alleine der Preis verglichen werden, sondern auch das versicherte Leistungsspektrum. Denn während die Versorgung im Notfall, nach einem Unfall oder bei Krankheiten in der Regel abgedeckt ist, kann es beispielsweise im Bereich Kieferorthopädie Ausnahmen geben.

Das trifft besonders Schüler und junge Studenten schwer, die mit einer Zahnspange ins Auslandsjahr starten und dann oftmals verunsichert sind, ob die Kosten für mögliche Korrekturen oder Anpassungen durch einen Kieferorthopäden übernommen werden. Denn Zahnspangen sind bekanntermaßen langfristig angelegte Maßnahmen zur dauerhaften Zahnregulierung und können daher ein dauerhafter Begleiter im Auslandsjahr sein.

Wenn es sich um eine feste Zahnspange mit Brackets handelt, sind innerhalb eines Jahres meist mehrere Anpassungen oder kleinere Reparaturen erforderlich. Damit die Zahnspange im Auslandsjahr dauerhaft keine Probleme bereitet, sollte daher am besten noch vor Beginn der Reise nicht nur abgeklärt sein, dass die Krankenversicherungskosten übernommen werden, sondern auch, welcher Zahnarzt oder Kieferorthopäde im Zielland geeignet ist, um die Behandlung fortzusetzen.

Zahnspange im Ausland anfertigen lassen?

Wer aus Kostengründen erwägt, seine Zahnfehlstellungen nicht in Deutschland, sondern im Ausland behandeln zu lassen, sollte sich über die möglichen Konsequenzen im Klaren sein. Denn gerade eine langfristige Behandlung mit einer Zahnspange erfordert regelmäßige Kontrollen und Anpassungen, um die gewünschte Zahnstellung zu erreichen. Allerdings ist es nicht realistisch, dass ein in Deutschland niedergelassener Zahnarzt oder Kieferorthopäde einen Patienten mit im Ausland eingepasster Zahnspange weiterbehandelt.

In der Konsequenz bedeutet das, dass es entweder erforderlich sein würde, während der oftmals mehrere Jahre dauernden Behandlung regelmäßig wieder ins Ausland reisen zu müssen, um die Zahnspange vom behandelnden Zahnarzt einstellen und weiter anpassen zu lassen. Oder es müsste in Deutschland eine neue Zahnspange angefertigt werden, was ggf. mit weiteren Kosten verbunden ist – im ungünstigen Fall muss dann zweimal für ein makelloses Gebiss bezahlt werden.

Alternativen zur festsitzenden Zahnspange

Damit es mit der Zahnspange im Auslandsjahr möglichst wenig Komplikationen gibt, sollte zunächst mit dem behandelnden Zahnarzt abgeklärt werden, ob ggf. eine lose Spange statt einer festen mit Brackets eingesetzt werden kann. Die herausnehmbaren Modelle sind deutlich weniger nachbehandlungsbedürftig und können damit auch während eines Auslandsjahres getragen werden, ohne dass es damit zu Problemen kommt.

Ob eine lose Zahnspange geeignet ist, muss in jedem Einzelfall entschieden werden. Daher empfiehlt es sich, einen geplanten längeren Auslandsaufenthalt frühzeitig mit dem Zahnarzt zu besprechen und dann gemeinsam mit diesem zu entscheiden, ob (und falls ja, in welcher Weise) diese Versorgung in Frage kommt und welche Konsequenzen daraus erwachsen.


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