Themenwelt

0 Kommentare

Gesundheit , Wissenswertes

Migräne und schiefe Zähne

Dass die Zähne erheblichen Einfluss auf die Gesundheit haben, ist auch von der Zahnmedizin inzwischen anerkannt und wissenschaftlich belegt. So können krankhafte Veränderungen in der Mundhöhle auch die inneren Organe schädigen, etwa weil schädliche Kariesbakterien über eine entzündete Zahnwurzel in den Blutkreislauf gelangen und dann z. B. Entzündungen am Herzmuskel zur Folge haben können.

Auch umgekehrt sind solche Wechselwirkungen bekannt. So können bestimmte Krebsarten, Blutkrankheiten oder generell Infektionen auch in der Mundhöhle Symptome entwickeln. Möglich und wahrscheinlich ist daher auch, dass schiefe Zähne Migräneanfälle auslösen oder begünstigen können, insbesondere dann, wenn deutliche Zahnfehlstellungen vorhanden sind, die den Biss beeinflussen. Nächtliches Zähneknirschen (der so genannte Bruxismus), bei dem die Kiefer unwillkürlich und häufig mit hohem Anpressdruck aufeinander gepresst werden, gilt ebenfalls als eine mögliche Ursache für Migräne. Bruxismus kann aber auch generell zu Verspannungen der Kiefer- oder Nackenmuskulatur, zu Kopf- und Zahnschmerzen sowie zu einer dauerhaften Schädigung von Zahnschmelz und Zähnen führen. 

Migräne ist wie Kopfschmerzen, nur viel schlimmer

Die typischen Symptome von Migräne sind ein pochender, pulsierender Kopfschmerz, der eine ungeheure Intensität entwickeln und die Lebensqualität dadurch massiv beinträchtigen kann. Begleiterscheinungen sind häufig Schwindelgefühl, Übelkeit, teilweise mit Erbrechen, sowie eine gesteigerte Lichtempfindlichkeit mit Augenflimmern. Als mögliche Ursachen gelten unter anderem Verspannungen im Nacken- oder Kopfmuskelbereich. Aber auch psychische Gründe wie Stress, Nervosität oder innere Anspannung stehen im Verdacht, Migräneanfälle zu provozieren. 

Die Zusammenhänge von Migräne und schiefen Zähnen werden erst in jüngerer Zeit intensiver untersucht und durchleuchtet. So ist bekannt, dass Probleme im Hals-Nackenbereich durch eine Fehlstellung der Zähne entstehen können. Wird diese nicht behandelt, kann das nicht nur Kopfschmerzen verursachen, sondern auch direkt die Zähne und das Zahnfleisch schädigen. Denn vor allem, wenn die Frontzähne schief stehen, können sich dort leichter Karies und Parodontitis entwickeln, sofern Plaque in diesem Problembereich nicht zuverlässig entfernt wird. 

Schienen können den Biss korrigieren

Schiefe Zähne müssen nicht bei jedem Betroffenen Migräne auslösen. Allerdings begünstigen bestimmte Fehlstellungen Spannungskopfschmerzen, da sie den Biss beeinträchtigen. Wenn der Kiefer regelmäßig und auch in der Nacht nicht entspannt wird, kann das auf Dauer zu erheblichen Problemen führen. Daher sollte bei einer chronischen oder regelmäßig wiederkehrenden Migräne zumindest der Zahnarzt aufgesucht und der Biss überprüft werden. 

Wird bei der Untersuchung festgestellt, dass die Zahnreihen nicht optimal aufeinander stehen, gibt es auch für Erwachsene verschiedene Optionen, diese Fehlstellung zu korrigieren. Möglich wird das etwa mit einer klassischen Zahnspange, die auch im ausgewachsenen Kiefer noch wirken kann. Allerdings dauert die gesamte Behandlung (also die Zeit mit der Zahnspange) in der Regel sehr viel länger als bei Kindern und Jugendlichen. 

Eine Alternative zur Zahnspange mit Drähten und Brackets, die vor allem unter ästhetischen Aspekten problematisch ist, sind unsichtbare Zahnschienen aus Kunststoff (so genannte Clear Aligner), wie sie etwa von Invalisign angeboten werden. Clear Aligner werden nicht dauerhaft getragen, sondern in der Regel nur über Nacht. Hierbei gilt: Je intensiver der Patient die Schiene trägt, desto schneller kann sich der Kiefer an die neue Zahnstellung gewöhnen und stabilisieren. Dennoch kann eine solche Behandlung mehrere Jahre in Anspruch nehmen, bis die Zähne die gewünschte Position erreicht haben. 

Der Vorteil der Lösung von Invalisign liegt nicht nur in der weitgehend unsichtbaren Lösung, sondern auch in der Möglichkeit, die Schiene herauszunehmen. Dadurch wird die Mund- und Zahnhygiene erheblich erleichtert, was insgesamt besser für Zähne und Zahnfleisch ist als eine feste Spange mit Brackets, die über Jahre im Mund verbleibt und nur schwer zu reinigen ist. 

Leider übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen nur in besonders schweren Ausnahmefällen die Kosten für eine Zahnspange für Erwachsene. Diese Kosten können je nach Ausführung zwischen 3.000 und über 10.000 Euro liegen und werden nur bei einer schweren Kieferfehlstellung von der Krankenversicherung übernommen. Patienten mit einer Zahnzusatzversicherung haben unter Umständen mehr Glück, denn in einigen Verträgen sind diese Leistungen enthalten, obwohl der Versicherte auch dann meist noch einen Eigenanteil übernehmen muss. 

Migräne – nicht immer sind die Zähne schuld

Neben Zahnfehlstellungen gibt es weitere körperliche Ursachen, die eine Migräne auslösen oder verstärken können. Insbesondere die Craniomandibuläre Dysfunktion, kurz CMD, kann als ein weiterer Auslöser benannt werden. Hierbei handelt es sich um eine Funktionsstörung des Kiefergelenkes, die in den Kopf und sogar bis in die Beine ausstrahlen und verschiedene Schmerzen, Störungsbilder und Beschwerden verursachen kann. 

Daher sollten Migränepatienten, die keine Zahnfehlstellung aufweisen, einen Besuch bei einem erfahrenen Physiotherapeuten in Erwägung ziehen, der mit der Behandlung von CMD Erfahrung hat und entsprechende Therapiemethoden anbietet. Dort können die eigentlichen Ursachen wirkungsvoll behandelt werden, so dass im besten Fall schon nach einigen Behandlungen eine vollkommene Schmerzfreiheit, mindestens jedoch eine signifikante Verbesserung des Allgemeinzustandes erzielt werden kann.


Neuer Kommentar
Unsere Seite verwendet Cookies, um die Funktionalität der Seite zu gewährleisten, die Nutzung durch die Besucher zu analysieren und um Ihnen auf anderen Plattformen z.B. Medienseiten, Suchmaschinen, Social Media, passende Werbung auszuspielen.

Weitere Informationen zur Funktionsweise und der Möglichkeit, dem Einsatz von Cookies zu widersprechen, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung
Verstanden und schließen