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Gesundheit , Zahnpflege , Optimiert

Knirscherschiene - Wann übernimmt die Krankenkasse?

Zusammengefasst – auf einen Blick:

Eine Knirscherschiene ist ein wesentlicher Bestandteil der initialen Schienentherapie, mit der Beschwerden in den Kiefergelenken und daraus folgend an den Zähnen behandelt werden kann. Wie der Name Knirscherschiene bereits nahelegt, handelt es sich um eine Zahnschiene, die vor allem beim unwillkürlichen, oft nachts auftretenden Zähneknirschen eingesetzt wird. So hat Bruxismus, wie das Zähneknirschen in der Medizin bezeichnet wird, zwar oft physische Ursachen wie Stress und Anspannung aufgrund von nicht ausreichend verarbeiteten Konflikten. Dennoch müssen neben der Therapie der eigentlichen Ursachen und Auslöser auch die unmittelbaren körperlichen Auswirkungen beachtet und behandelt werden, um Schäden für die Zahnhartsubstanz zu vermeiden. Wenn der/die Zahnarzt/ -ärztin aufgrund der Diagnose eine Knirscherschiene für notwenig erachtet, wird diese in voller Höhe von der Krankenkasse getragen.

Unter welchen Umständen werden grundsätzlich die Kosten übernommen?

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Aufbiss- oder Knirscherschiene in voller Höhe, sofern der Zahnarzt eine entsprechende Diagnose stellt. Möglich ist die Verordnung einer solchen Schiene beispielsweise dann, wenn der Patient unter starkem und andauerndem Zähneknirschen leidet (Bruxismus) oder eine craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) vorliegt.

Wer also regelmäßig Zahn-, Kiefer- oder Kopfschmerzen verspürt oder morgens häufig mit Verspannungen im Nacken- oder Kieferbereich aufwacht, sollte dieses mit seinem Zahnarzt besprechen. Der klärt zunächst im Gespräch mit dem Patienten, wo und unter welchen Umständen die Schmerzen auftreten und untersucht in einem zweiten Schritt Zähne, Zahnfleisch und Kieferknochen.

Lautet die Diagnose des Zahnarztes dann CMD oder Bruxismus, kann und wird er eine Knirscher- oder Aufbissschiene verordnen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen dabei die Kosten für die Erstuntersuchung sowie für die medizinisch notwendigen Untersuchungen und Maßnahmen zur Anfertigung der Schiene. Sollten dem Patienten zusätzliche Kosten für die Behandlung und Versorgung entstehen - etwa bei einer zusätzlichen Funktionsanalyse des Kiefergelenks - muss der Zahnarzt dieses dem Patienten vorab mitteilen und von diesem bestätigen lassen.

Wie oft hat man Anspruch auf eine neue Aufbissschiene?

Grundsätzlich haben gesetzlich Versicherte ein Anrecht auf die Anfertigung einer individuellen Aufbissschiene. Voraussetzung dafür ist, dass diese medizinisch erforderlich ist und der Zahnarzt diese Notwendigkeit gegenüber der Krankenkasse begründet. Je nach Situation des Patienten kann eine solche Schiene im besten Fall mehrere Jahre halten - bei schwerem Bruxismus kann jedoch auch ein Austausch bereits nach wenigen Monaten erforderlich sein.

Wer nur alle zwei Jahre eine neue Aufbissschiene benötigt, kann sich in der Regel darauf verlassen, dass die Krankenkasse diese Kosten jeweils in voller Höhe übernimmt. Wer nach einem Jahr bereits eine neue Schiene benötigt, hat ebenfalls gute Chancen auf eine Kostenübernahme der gesetzlichen Krankenkasse. Kritisch wird es hingegen, wenn eine Aufbissschiene nicht einmal ein ganzes Jahr hält: Hier kann es durchaus vorkommen, dass die Krankenkasse genauere Informationen vom Zahnarzt anfordert oder sogar eine Zweitmeinung einfordert. Der Patient muss in diesem Fall zu einem von der Krankenkasse benannten Zahnarzt in der Nähe. Kommt auch dieser zum gleichen Ergebnis wie der behandelnde Zahnarzt, ist auch in diesem Fall eine Kostenübernahme möglich.

Die Leistungen der Krankenkassen im Vergleich

Für einige Leistungen, die im Rahmen einer Schienentherapie erbracht werden können, ist eine Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenkasse ausgeschlossen. Es ist den Krankenkassen generell nicht gestattet, bestimmte Leistungen zu übernehmen, unabhängig davon, um welche Krankenkasse es sich handelt. Dieses betrifft in der Regel zusätzliche Leistungen, die zwar unter medizinischen Aspekten durchaus sinnvoll sein können, allerdings nicht im Katalog der GKV-Regelleistungen aufgeführt sind.

Patienten, die dennoch eine solche Leistung wünschen, müssen die zusätzlichen Kosten als Eigenanteil selber übernehmen. Viele private Zahnzusatzversicherungen übernehmen allerdings die Kosten für eine CMD-Schiene zu großen Teilen oder komplett. Ob und in welcher Höhe eine Zusatzversicherung darüberhinausgehende Leistungen erbringt, ist von den jeweiligen Versicherungsbedingungen abhängig.

Daher sollten gesetzlich versicherte Patienten vor Behandlungsbeginn mit dem Zahnarzt abklären, ob Leistungen erbracht werden, die den gesetzlichen Leistungsrahmen überschreiten. Ist das der Fall, sollte vorab die Kostenübernahme einer Zusatzversicherung abgeklärt werden, um eine unliebsame Überraschung am Ende der Behandlung zu vermeiden.

 

Leistung

Kostenübernahme durch Krankenkasse?

Erstuntersuchung und Diagnose

Ja

Funktionsanalyse (Gnathologie)

Nein

Funktionstherapie

Nein

Erstellung Mundabdruck

Ja

Erstellung Schiene

Ja

CAD/CAM-Fertigung

Nein

Gedruckte Schienen

Nein

Anfertigung Doppelschienen

Nein

Anfertigung Myozentrikschienen

Nein

Knirscherschiene verloren – was tun?

Wenn die Aufbissschiene verloren geht, sollte sich der Patient direkt beim Zahnarzt melden und möglichst kurzfristig einen Termin für die Anfertigung einer neuen Schiene vereinbaren. Was die Kostenübernahme angeht, kommt es hier auf die Kulanz von Zahnarzt und Krankenkasse an, denn eine Verpflichtung, die Kosten zu übernehmen, besteht für die Krankenkasse nicht. Mit etwas Glück kann die Schiene schnell neu angefertigt werden, ohne dass der Zahnarzt den Patienten nochmal untersuchen muss - hier besteht dann auch die Chance, dass der Zahnarzt dieses als Kulanzleistung erbringt. Wer ganz sicher gehen will, sollte daher vor dem Anfertigen einer Ersatzschiene mit Zahnarzt und Krankenkasse abklären, in welcher Höhe Kosten zu erwarten sind und ob diese von der Krankenkasse übernommen werden.

Was ist eine Knirscherschiene und wie ist sie aufgebaut?

Eine sogenannte Knirscher- oder auch Aufbissschiene ist ein medizinisches Hilfsmittel, das sich wie eine Schutzschicht über die Zahnoberfläche legt und sie so bei direktem Kontakt vor Beschädigungen schützt. Eine andere wichtige Funktion ist die Harmonisierung des Zusammenspiels von Kiefergelenken und Kaumuskulatur. Denn insbesondere bei einem längeren Verlauf kann Zähneknirschen nicht nur die Zähne zerstören, sondern auch die Gelenke und Muskulatur schädigen.

Eine Knirscherschiene wird daher in den meisten Fällen für den (beweglichen) Unterkiefer angefertigt und muss vom Patienten mindestens in der Nacht regelmäßig getragen werden. Es gibt weiche und harte Knirscherschienen, wobei beide Modellvarianten aus biokompatiblem Kunststoff gefertigt werden. Die weicheren Schienen erinnern in ihrer Konsistenz an Gummi, sind meist farblos-transparent und deutlich widerstandsfähiger. Eine harte Knirscherschiene wird ebenfalls aus einem kunststoffähnlichen Material hergestellt und übt mehr Druck auf den Zahnbogen aus als weichere Ausführungen.

Damit eignet sich eine harte Knirscherschiene nicht nur als Schutz der Zahnoberflächen, sondern kann auch im Rahmen einer CMD-Therapie eingesetzt werden. CMD oder craniomandibuläre Dysfunktion ist eine Erkrankung des Kausystems, die meistens durch ein Fehlverhältnis von Ober- und Unterkiefer ausgelöst wird. Beim Zubeißen treffen Ober- und Unterkiefer nicht in der optimalen Position aufeinander, sodass eine starke Fehlbelastung der Kaumuskulatur entsteht. Diese kann Schmerzen, Schwellungen und sogar Tinnitus auslösen.

Adjustiert oder nicht adjustiert - das sind die Unterschiede

Neben der Unterscheidung in weich und hart lassen sich Knirscherschienen auch danach unterscheiden, ob es sich um eine nicht adjustierte oder Miniplastschiene oder um eine adjustierte Schiene handelt. Während eine nicht adjustierte Knirscherschiene als einfacher Kunststoffüberzug über den Zahnbogen vor allem nachts getragen wird und so die Abnutzung der Zahnoberflächen verhindert, ist die Herstellung und Anpassung einer adjustierten Knirscherschiene erheblich aufwendiger. Für diese muss zunächst ein Modell der beiden Kiefer angefertigt und dann vom Zahntechniker die Schiene so angepasst, dass sich die Kiefergelenke mit der Knirscherschiene in entspannter Ruhelage befinden. Durch kleine Einkerbungen, Reliefs oder Rillen auf der Schiene wird die Bisslage ausgeglichen und so im Idealfall eine dauerhafte Reduktion des Zähneknirschens erreicht.

Was kostet eine Knirscherschiene?

Je nach Ausführung, Größe und Herstellungsaufwand können sich die Kosten für eine individuell angefertigte und angepasste Schiene auf etwa 500 Euro belaufen. Für gesetzlich Krankenversicherte übernimmt die Krankenkasse in der Regel die gesamten Kosten für die Schiene, allerdings nicht in jedem Fall die zusätzlichen Kosten für spezielle Arbeitsschritte wie die Funktionsdiagnostik. Diese sind nicht in jedem Fall erforderlich, wer eine einfache, nicht adjustierte Knirscherschiene benötigt, kann auf die komplizierten und zeitaufwendigen Diagnoseverfahren guten Gewissens verzichten.

Ist eine Knirscherschiene als CMD-Therapie erforderlich, werden oftmals auch die Kosten für aufwendige Diagnoseverfahren von der Krankenkasse übernommen, im Zweifelsfall sollte man jedoch die Kostenübernahme vor Beginn der Behandlung mit der Kasse klären.

Wenn eine vorhandene Schiene nach längerer Tragedauer erneuert oder ersetzt werden muss, übernimmt die Krankenkasse in der Regel auch diese Zusatzkosten. Einige Tarife sehen jedoch Eigenbeteiligungen des Patienten vor oder schließen nur bestimmte Ausführungen oder Materialien ein. Wer daher eine vom Standard abweichende Knirscherschiene wünscht, muss oft zumindest mit einer Zuzahlung rechnen.

Was ist bei der Reinigung zu beachten?

Auch, wenn die Schiene nur in der Nacht getragen wird, kann sich darauf bakterielle Plaque absetzen und vermehren. Daher ist es wichtig für die Zahn- und Mundgesundheit, auch die Knirscherschiene täglich zu reinigen, am besten am Morgen, kombiniert mit dem morgendlichen Putzen der Zähne. Die Schiene kann mit einer separaten Zahnbürste und normaler Zahncreme von Ablagerungen befreit werden. Wichtig ist, die Schiene von beiden Seiten gründlich zu reinigen und unter viel fließendem Wasser abzuspülen. Anschließend sollte die Knirscherschiene abgetrocknet und trocken gelagert werden, damit sich darauf keine Bakterien ansiedeln und vermehren können.


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3 Kommentare

Lucas Nonner

Sehr hilfreicher Artikel! danke!

Felix Rabe
Kostenübernahme Knirscherschiene

Hallo,

die Beihilfe Hessen übernimmt die Kosten für eine weiche Knirscherschiene nur teilweise, mit der Begründung, dass weiche Schienen nicht zum Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenkassen gehören.

Stimmt diese Aussage?

Die32
Kostenübernahme Knirscherschiene

Guten Tag Herr Rabe,

wir produzieren zwar diese Schienen, jedoch können wir Ihnen nicht sagen, welche Kosten genau übernommen werden. Da Sie sich jedoch an die richtige Stelle gewandt haben, sollte diese Aussage richtig sein. Beste Grüße, Ihr Team von Zahnersatzsparen.de

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