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Zahnersatz , Optimiert

Keramikkrone – Kosten, Vor- und Nachteile & Alternativen

Ist ein Zahn so stark geschädigt, dass eine Füllung oder ein Inlay als Versorgung nicht mehr ausreicht, ist eine Zahnkrone oft die einzige Möglichkeit, um den Restzahn und die Zahnwurzel zu reparieren und zu erhalten. Unterschieden werden dabei Vollkronen, die den gesamten sichtbaren Zahn rundum umschließen, und Teilkronen, bei denen der Kronenrand nicht überall bis an das Zahnfleisch reicht. Veneers (Verblendschalen für die sichtbaren Schneidezähne) gelten ebenfalls als Teilkronen, sind jedoch ein Sonderfall, da sie meist nur aus ästhetischen und nicht aus funktionalen Gründen eingesetzt werden.

Kronen können aus unterschiedlichen Materialien gefertigt werden. In der Regel bestehen sie aus Metall oder Keramik. Sie werden im Labor angefertigt und in einem zweiten Behandlungsschritt vom Zahnarzt auf den vorher beschliffenen („präparierten“) Zahnstumpf aufgeklebt. 

Die Kosten für eine Keramikkrone

Mit welchen Kosten Patienten für eine Versorgung mit Kronen oder Zahnersatz rechnen müssen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen davon, wie viele und welche Zähne geschädigt sind. Dann davon, wie umfangreich die Schäden sind und aus welchem Material die Krone angefertigt werden soll. Der Zahnarzt plant die Behandlung in enger Abstimmung mit dem Patienten und legt den geplanten Behandlungsablauf und die Versorgung mit Zahnersatz wie Kronen im Heil- und Kostenplan fest.

Die Gesamtkosten der Behandlung setzen sich dann zusammen aus dem zahnärztlichen Honorar und den Kosten für das Labor, also für Material und Arbeitszeit. Je nach Zahnarzt und Labor können die Kosten daher sehr unterschiedlich ausfallen. Aus diesem Grund kann es sich insbesondere bei umfangreicheren Behandlungen mit mehreren Kronen lohnen, vorab nicht nur bei einem Zahnarzt anzufragen und die Kosten zu vergleichen. Zudem lassen sich die Laborkosten senken, indem die Keramikkronen im Ausland gefertigt und dann in die Zahnarztpraxis in Deutschland gesendet werden. 

Was übernimmt die Krankenkasse?

Für Kassenpatienten mit durchschnittlichem oder niedrigerem Einkommen sind Zahnkronen oft auch eine Kostenfrage. Gemeinhin gilt eine Versorgung aus Vollkeramik als ästhetisch schönste Alternative. Die Keramikkrone gehört jedoch nicht zu den Standard-Kassenleistungen der Regelversorgung. Wer sie trotzdem möchte, muss also mit einem höheren Eigenanteil rechnen.

Denn die gesetzliche Regelversorgung der Krankenkassen sieht nur einen Festzuschuss für eine Metallkrone aus einem Nichtedelmetall (eine sogenannte NEM-Krone) vor. Dieser liegt bei einem Backenzahn üblicherweise zwischen 135 und 175 Euro pro Krone, bei einem zu überkronenden Schneidezahn etwas höher bei 184-238 Euro. Im sichtbaren Zahnbereich (Front- und Eckzähne) übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen zusätzlich noch einen Zuschuss für die Verblendung mit Keramik oder Kunststoff. Wer als finanzieller Härtefall gilt, erhält auf Antrag den doppelten Festzuschuss, muss allerdings darüberhinausgehende Kosten dennoch aus eigener Tasche zahlen.

Patienten, die in einer privaten Krankenversicherung versichert sind, können meist mit höheren Zuschüssen oder einer vollständigen Kostenübernahme für die Behandlung und Laborkosten rechnen. Auch wer eine private Zahnzusatzversicherung abgeschlossen hat, kann je nach gewähltem Tarif den verbleibenden Eigenanteil deutlich senken oder komplett einsparen.

Was wird durch die Regelversorgung abgedeckt?

Zu den Kassenmodellen unter den Zahnkronen gehören Metallkronen, wie die unverblendete oder teilverblendete Vollgusskrone. Verblendet wird eine Regelversorgungs-Zahnkrone nur dann, wenn sie im vorderen Sichtbereich liegt. Kronen für Schneide- oder Eckzähne werden dabei auf der sichtbaren Seite mit einer zahnfarbenen Keramik versehen.

Vollverblendete Kronen sind ringsum mit Keramik überzogen. Das Metall ist also nirgendwo mehr zu sehen. Auch eine Vollverblendung erhöht bereits die Kosten für die Krone, denn sie ist aus medizinischer Sicht nicht unbedingt notwendig. Trotzdem wünschen sich die meisten Patienten zumindest vollverblendeten Zahnersatz, da er natürlicher aussieht und keine sichtbaren Metallflächen aufweist.

Die Vor- und Nachteile einer Keramikkrone

Keramikkronen überzeugen durch eine sehr natürliche Ästhetik. Wohl auch deswegen wünschen sich immer mehr Patienten, ihre alten Amalgam-Füllungen durch Keramikvoll- oder Teilkronen zu ersetzen, auch wenn diese Versorgung nicht frei von Nachteilen ist. Welche das konkret sind und welche Vorteile ihnen gegenüberstehen, haben wir für Sie in der folgenden Übersicht zusammengestellt: 

Vorteile von Keramikkronen:
  • eine natürliche Ästhetik, auch im sichtbaren Front- und Eckzahnbereich
  • Versorgung aller Zähne möglich, auch im besonders belasteten Backenzahnbereich
  • sehr gute Verträglichkeit durch hypoallergenes Keramik
  • hohe Stabilität und Haltbarkeit 
Nachteile von Keramikkronen:
  • Vergleichsweise hohe Kosten für Material und Herstellung
  • Abrechnung fast vollständig als Privatleistung, daher hoher Eigenanteil
  • bei der Präparation muss relativ viel Zahnsubstanz entfernt werden

Alternative - Keramikkrone für Allergiker

Manche Menschen reagieren besonders empfindlich oder sogar allergisch auf bestimmte Materialien, die im Zahnersatz verwendet werden. Mit einer Krone aus Vollkeramik gehen sensible Patienten auf Nummer sicher, denn metallfreier Zahnersatz aus Hochleistungskeramik, wie Zirkonoxyd ist antiallergen und besonders biokompatibel, also körperverträglich.

Das bedeutet aber nicht, dass jede Metallkrone ein Allergierisiko birgt: Gold bzw. Legierungen mit einem hohem Goldanteil werden von den meisten Menschen sehr gut vertragen. Angesichts des Goldpreisniveaus ist eine Goldkrone jedoch zumindest preislich keine echte Alternative zur Keramikkrone, zumal auch diese hypoallergen ist, also auch von Metallallergikern problemlos vertragen wird und sich – im Gegensatz zur Goldkrone – unauffällig im Mund einreiht und nicht als Zahnersatz zu erkennen ist.

Alternativen zu Zahnkronen

Nicht in allen Fällen ist eine Zahnkrone, gleich aus welchem Material, die optimale Lösung zur Versorgung eines kariösen Zahnes. Ist nur ein kleines Stück von der Zahnoberfläche, etwa an einem Frontzahn, abgebrochen, kann dieser oft mit einer Teilkrone oder einem Inlay versorgt werden.

Gehen die Defekte im Zahn nicht besonders tief und verfügen die verbleibenden Zahnwände über eine ausreichende Stabilität und Stärke, ist ebenfalls eine konventionelle Füllung mit einem speziellen Kunststoff möglich, die in den präparierten Zahn eingeklebt wird und diesen auch langfristig stabilisiert.

Sollen die Frontzähne nicht nur überkront, sondern gleichzeitig auch in Farbe, Form und Stellung korrigiert werden, sind Veneers besser geeignet. Diese hauchdünnen Keramik- oder Kunststoffverblendungen werden auf den Zahnschmelz geklebt, der Zahn selber muss hierfür nicht oder nur in sehr geringem Maße angeschliffen werden. 


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