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06. Januar 2017 / 0 Kommentare

Zahnpflege, Gesundheit

Karies ist keine Kinderkrankheit – Warum Rentner häufiger Karies haben als Kinder

„Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“, weiß der Volksmund zu berichten. Aus diesem Grund wird in Kitas, Kindergärten und Grundschulen zunehmend auch die richtige Mund- und Zahnpflege trainiert und geübt. Auch die Eltern achten bei ihrem Nachwuchs zumeist sehr genau darauf, dass dieser sich an das tägliche Zahnputzritual gewöhnt und seine Zähne regelmäßig mit Bürste und Zahnpasta reinigt. Denn schon die Milchzähne können mit Karies erkranken, was zwar am Zahn selber keine Schmerzen verursacht, jedoch negative Auswirkungen auf die bleibenden zweiten Zähne haben kann.

Doch eine aktuelle Studie des Zentrums für Krankheitskontrolle in den USA verdeutlicht, dass nicht nur Kinderzähne besonders gefährdet sind, sondern gerade ältere Menschen ein deutlich erhöhtes Risiko für Karies aufweisen. Denn mit zunehmendem Alter verringern sich oft Mobilität und Feinmotorik, was auch mit Problemen beim Zähneputzen einhergehen kann. Beeinträchtigungen der Auge-Hand-Koordination erschweren bei vielen Senioren das gezielte, gründliche Reinigen der Zähne, mit erheblichen Konsequenzen für die Mund- und Zahngesundheit.

Auch haben die Forscher festgestellt, dass 60 Prozent aller befragten Rentner im letzten Jahr nicht bei einem Zahnarzt zur Untersuchung oder Behandlung waren, obwohl auch für Senioren die Regel gilt, sich mindestens einmal im Jahr zahnärztlich untersuchen zu lassen. Ein erheblicher Anteil der Befragten, genauer jeder Vierte, gab sogar an, seit mehr als fünf Jahren nicht mehr in einer Zahnarztpraxis gewesen zu sein. Wie die Forscher weiter berichten, konnten selbst starke Zahnschmerzen die Betroffenen nicht dazu motivieren, einen Termin beim Dentisten zu vereinbaren. In den USA sollen Zahnarztpraxen daher in Zukunft verbilligte Behandlungen anbieten, um zumindest die finanziellen Hemmnisse zu beseitigen.

Auch in Deutschland brauchen viele Senioren Unterstützung bei der Zahnpflege

Allerdings sind Karies und Parodontitis bei Senioren kein rein US-amerikanisches Problem, denn die aktuelle Mundgesundheitsstudie der Zahnärzteschaft zeigt auch in Deutschland Mängel in der Mund- und Zahnpflege der älteren Generation auf. Besonders betroffen sind demnach ältere Menschen mit Pflegebedarf, von denen jeder Dritte in der Altersgruppe zwischen 75 und 100 Jahren nicht mehr selbständig dazu in der Lage ist, seine Zähne oder Prothesen selbständig zu reinigen. Sie sind auf Hilfe und Unterstützung angewiesen, die durch das Pflegepersonal oder pflegende Angehörige zu leisten wären.

Dennoch habe sich die Zahngesundheit im Vergleich zu früheren Erhebungen verbessert, so besitzen jüngere Senioren heute im Schnitt fünf eigene Zähne mehr als vor etwa 20 Jahren, auch Parodontitis trete heute bei dieser Gruppe weniger häufig auf. Allerdings verschlechtere sich die Situation oft dramatisch, wenn die Betroffenen körperlich oder geistig nicht mehr in der Lage seien, die Zahnpflege alleine durchzuführen. Daher sei es wichtig, bei der Ausbildung von geriatrischen Pflegekräften stärker auf das Thema Mundhygiene einzugehen und die notwendigen Kompetenzen und Fähigkeiten zu vermitteln.

Ebenso sollten Angehörige und Pflegepersonal für das Thema sensibilisiert werden, um degenerative Erkrankungen an Zähnen und Zahnfleisch frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu reagieren. So sollten Senioren regelmäßig an die Notwendigkeit des Zähneputzens erinnert und nötigenfalls dabei unterstützt werden. Auch ein Besuch beim Zahnarzt sollte mindestens einmal im Jahr eingeplant werden, um Karies und Parodontitis frühzeitig erkennen und behandeln zu können.


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