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Zahntechnik

Individuelle Abutments dank moderner Intraoralscanner

Ein gesunder Zahn besteht aus der sichtbaren Zahnkrone und der im Kiefer verwachsenen Zahnwurzel. Wenn der Zahn entfernt werden muss oder ausfällt, kann die Lücke auf verschiedene Weisen geschlossen werden: durch eine Brücke, eine Verblendung oder durch ein Implantat. Letzteres stellt die technisch anspruchsvollste aber auch gleichzeitig beste Versorgung dar, denn hiermit wird die natürliche Funktion des Zahnes sowohl im sichtbaren Bereich (in Form einer implantatgetragenen Krone) als auch im nichtsichtbaren Kieferbereich (durch das eigentliche Implantat, eine künstliche Zahnwurzel) wieder hergestellt.

Um Implantate und Aufbauten zu verbinden, ist noch ein drittes Element nötig, das so genannte Abutment. Dieser Begriff stammt aus dem Englischen und bedeutet „Stützpfeiler“, was seine Funktion und Bedeutung gut beschreibt. Abutments werden in der Regel aus Titan oder modernen Hochleistungskeramiken wie Zirkonoxid gefertigt und bilden den Übergang zwischen dem Implantat und dem eigentlichen Aufbau. Auch werden Abutments als Schutzkappe verwendet, um das Implantat während der Einheilungszeit von einigen Monaten zu verschließen.

Individuelle Abutments sind Maßarbeit

Bei jedem Implantat ist es erforderlich, die Größe und Gestaltung des Mundes, die Stellung der Zähne zueinander und viele andere Parameter zu erfassen und auszuwerten. Das kann durch Abdrücke des Mundes erfolgen, allerdings ist dieses Verfahren für viele Patienten unangenehm, zudem muss von den fertigen Abdrücken zunächst ein Gipsmodell erstellt werden, bevor der Zahntechniker damit beginnen kann, die Abutments zu fertigen.

Daher setzen immer mehr Zahnarztpraxen auf digitale Anwendungen und auf moderne Intraoralscanner, die die Arbeitsabläufe in der Praxis und im Labor beschleunigen und zudem für den Patienten angenehmer sind. Der Mundraum wird mit einem speziellen Scanner mit höchster Präzision vermessen und die ermittelten Daten können direkt digital weiterverarbeitet werden. Das spart Zeit und ermöglicht es dem Zahnarzt, den digitalen Datensatz an das Labor zu übermitteln, wo er mittels CAD/CAM-Technologie direkt weiterverarbeitet werden kann.

Das Verfahren ermöglicht eine hohe Präzision und ist gleichzeitig mit wenig Belastung für den Patienten verbunden, denn das wiederholte Beißen auf die zähe Abdruckmasse entfällt hierbei. Die so ermittelten Daten können digital weitergeleitet werden, beispielsweise per E-Mail, so kann das Labor sofort mit der Arbeit beginnen, egal, wo es sich befindet.

Das individuelle Abutment kann am Computer entwickelt und mittels 3D-Technologie genau simuliert werden, und das nicht nur statisch, sondern auch in Bewegung, etwa beim Kauen. So kann beispielsweise das Durchtrittsprofil, das ist der Übergang von Wurzel und Krone, für jeden Patienten optimiert werden. Auch die Zahnform kann so im Computermodell entwickelt und angepasst werden, bis alle Anforderungen an Sitz, Funktion und Ästhetik in vollem Umfang erfüllt werden. Erst dann werden die Abutments und Kronen gefertigt und an den Zahnarzt ausgeliefert.

Intraoralscanner schließen die digitale Lücke

Der Einsatz von modernen CAD/CAM-Arbeitsplätzen in der Zahntechnik ermöglicht es, Zahnersatz in höchster Qualität zu fertigen und gleichzeitig die Kosten zu reduzieren. Allerdings setzen diese Verfahren voraus, dass die notwendigen Informationen in digitaler Form vorliegen. Daher ist es bei einer klassischen Abformung erforderlich, das Gipsmodell zunächst mit einem 3D-Scanner zu digitalisieren, um dann den digitalen Workflow fortsetzen zu können.

Mit Intraoralscannern ist es nun möglich, diese digitale Lücke zu schließen und von der Zahnarztpraxis bis ins Labor komplett auf digitaler Ebene zu kommunizieren. Das bietet Vorteile für alle Beteiligten: der Patient muss keine Wartezeiten für den Transport und die Nachbearbeitung seiner Abdrücke in Kauf nehmen und profitiert von einer gleichbleibend hohen Qualität der Versorgung, und Arzt und Zahnlabor können ihre Zusammenarbeit deutlich vereinfachen und beschleunigen. Damit ist es vollkommen irrelevant, wo genau das Zahnlabor ansässig ist, denn dank Internet und E-Mail können die erforderlichen Daten einfach und verzögerungsfrei versendet werden.


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