Themenwelt
Gesundheit, Wissenswertes
Zahnersatz, Wissenswertes
Gesundheit, Zahnpflege

12. Juli 2016 / 0 Kommentare

Gesundheit

Herzkrankheiten und Zahnverlust – eine tödliche Kombination

In einer aktuellen Studie aus Schweden wurden die Daten von mehr als 15.000 Patienten untersucht, um zu analysieren, ob ein möglicher Zusammenhang zwischen Herzkrankheiten und Zahnverlust besteht. Die Ergebnisse sind alarmierend, denn nach Erkenntnissen der Forscher steigt das Sterberisiko von Patienten, wenn diese unter einer Herzkrankheit leiden und darüber hinaus Zahnverluste aufweisen.

Die Forscher untersuchten dazu 15.456 Patienten aus 39 Ländern über einen Zeitraum von fast vier Jahren. Etwa 40 Prozent aller untersuchten Patienten besaßen nur noch die Hälfte ihrer Zähne, rund 16 Prozent waren komplett zahnlos. Das Sterberisiko von diesen ist im Vergleich zu Menschen, die noch alle eigenen Zähne im Mund tragen etwa doppelt so hoch. Damit zählt Zahnverlust zu den wichtigsten Risikofaktoren für Schlaganfälle, Herzinfarkt oder anderen oft tödlich verlaufenden Erkrankungen.

Zahnerhaltung ist Gesundheitsschutz

Neben den gesundheitlichen Aspekten bewerteten die Forscher auch sozioökonomische Faktoren und kommen zu dem Ergebnis, dass jeder Zahnverlust das Risiko für schwere Herz-/Kreislauferkrankungen um sechs Prozent erhöht. Natürlich sind solche statistischen Betrachtungen nicht auf jeden Menschen gleichermaßen zu übertragen, dennoch macht die Studie deutlich, dass es einen klaren Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Herzkrankheiten und Zahnverlust gibt.

Im Umkehrschluss heißt das, dass die Bedeutung der Zahnmedizin und Kieferheilkunde für die Lebenserwartung und Lebensqualität oftmals noch unterschätzt wird. Wer daher möglichst lange und gesund leben möchte, sollte sich regelmäßig beim Zahnarzt untersuchen lassen und Probleme wie Karies oder Parodontose schnellstmöglich behandeln lassen, um die eigenen Zähne möglichst lange gesund im Mund zu erhalten.

Gerade Zahnfleischerkrankungen wie Parodontitis können auch gesunde Zähne gefährden, denn wenn die Zähne nicht mehr stabil und sicher im Kiefer sitzen, erhöht das die Gefahr von Herzkrankheiten und Zahnverlust. Dabei muss es nicht soweit kommen, denn Zahnfleischtaschen können beim Zahnarzt leicht erkannt und auch in einem fortgeschrittenen Stadium gut behandelt werden. Die Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der Patient frühzeitig seinen Zahnarzt aufsucht und sich behandeln lässt.

Vorbeugung und Pflege schützen

Um seine Zähne möglichst lange gesund zu erhalten, sollten sie regelmäßig – mindestens zweimal am Tag – gereinigt werden. Am besten geht das mit einer elektrischen Zahnbürste mit einem weichen Bürstenkopf, der zudem in regelmäßigen zeitlichen Abständen (spätestens nach einem Vierteljahr) erneuert werden muss.

Auch eine professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt hilft dabei, Zähne und Zahnfleisch bis ins hohe Alter gesund zu erhalten. Diese muss zwar in der Regel vom Patienten selber bezahlt werden, da die Krankenkassen diese Kosten nicht übernehmen, doch angesichts der positiven Wirkungen – auch auf den Gesamtorganismus – ist das ein vergleichsweise geringer Preis, den es zu zahlen gilt.

Wer schon länger nicht mehr bei einem Zahnarzt war, sollte die Erkenntnisse der Studie als zusätzliche Motivation nehmen und eine Untersuchung wahrnehmen. Viele Zahnärzte bieten mittlerweile Alternativen zur (ebenfalls sehr wirksamen) örtlichen Betäubung an, um Schmerz- und Angstpatienten eine schmerzfreie Behandlung zu ermöglichen, etwa eine Behandlung unter Hypnose, im Dämmerschlaf oder Vollnarkose.


Zudem kann der Zahnarzt, frühzeitig involviert, Schäden schneller und mit weniger Aufwand beseitigen, was sich nicht nur in Form einer kürzeren Behandlungsdauer auszahlt, sondern auch die Kosten begrenzt. Denn oftmals reichen dann kleinere und kostengünstigere Behandlungsmethoden aus, um den Zahnstatus zu verbessern und damit auch das Risiko für schwere oder tödliche Krankheiten zu senken.


Neuer Kommentar