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Gesundheit

Die 8 gängigsten Zahnprobleme und was man dagegen tun kann

Die meisten Menschen haben irgendwann im Leben Zahnprobleme wie Schmerzen, Mundgeruch oder Zahnfleischentzündungen. In der Regel hilft ein Besuch beim Zahnarzt, um die genauen Ursachen abklären und ggf. behandeln zu lassen, doch auch mit dem richtigen Verhalten lässt sich die Zahngesundheit bewahren und schützen. Im Folgenden stellen wir Ihnen die 8 gängigsten Zahnprobleme vor und geben Tipps, wie Sie sich (und Ihre Zähne) schützen können. 

1. Empfindliche Zähne

Spüren Sie beim Trinken oder Essen bisweilen einen intensiven, blitzartigen Schmerz? Besonders dann, wenn Sie Heißes, Kaltes, Süßes oder besonders Saures zu sich nehmen? Die Ursache sind meist freiliegende Zahnhälse, deren Dentinkanälchen nicht mehr ausreichend vom Zahnfleisch bedeckt sind, so dass chemische und thermische Reize ungehindert bis an den empfindlichen Zahnnerv dringen und dort Schmerzen verursachen können.

Freiliegende Zahnhälse sind meist das Ergebnis einer falschen Zahnputztechnik, doch auch eine unbehandelte Parodontitis führt auf Dauer dazu, dass das Zahnfleisch sich zurückbildet. Verwenden Sie daher keine Zahnbürsten mit harten Borsten und achten Sie darauf, dass Sie beim Zähneputzen nicht zu viel Druck auf das Zahnfleisch ausüben. Zeigt sich nach dem Zähneputzen Blut in der Zahnbürste, sollten Sie das nicht ignorieren, sondern von einem Zahnarzt untersuchen lassen, es könnte ein Signal für eine Parodontitis sein. Gegen schmerzempfindliche Zahnhälse hilft eine Spezialzahncreme, die die Dentinkanälchen verschließt und so die Reizweiterleitung unterbindet. Diese können Sie bei akuten Schmerzen auch direkt mit der Fingerkuppe auf der schmerzenden Stelle für etwa eine Minute verreiben, um eine Linderung zu erreichen.

2. Zahnfehlstellungen

Eine Zahnfehlstellung ist die fehlerhafte Anordnung eines Zahnes, der sich nicht optimal in die Bogenform des Kiefers einfügt und dadurch ästhetische und/oder funktionale Probleme bereitet. Diese sind oft bereits bei älteren Kindern und Jugendlichen erkennbar und können dann auch mit relativ wenig Aufwand durch eine Klammer korrigiert werden. Problematischer sind hingegen Fehlstellungen eines oder mehrerer Weisheitszähne, da diese meist erst nach dem Durchbruch aller anderen bleibenden Zähne im Kiefer gebildet werden und dann nicht selten zu wenig Platz finden oder sogar quer im Knochen lagern.

Wurden die Kosten für eine Zahnspange bei Kindern und Jugendlichen früher in jedem Fall von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen, erhalten Versicherte heute nur noch bei den kieferorthopädischen Indikationsgruppen 3, 4 und 5 Leistungen der Krankenkasse, bei leichteren Fehlstellungen müssen die Behandlungskosten selber übernommen werden. Die Behandlung sollte möglichst früh (im Alter zwischen 9 und 11 Jahren) beginnen, und die Eltern müssen zunächst 20 Prozent der Kosten vorstrecken, diese werden von der Krankenkasse bei einem erfolgreichen Behandlungsabschluss anschließend erstattet. Wer später im Leben Zahnfehlstellungen korrigieren möchte, muss die Kosten vollständig selber tragen.

Der Status der Weisheitszähne sollte ebenfalls möglichst frühzeitig ermittelt werden. Ist eine komplette oder teilweise Extraktion erforderlich, sollte diese ebenfalls möglichst frühzeitig durchgeführt werden, um Zahnprobleme zu vermeiden. Wenn ein durchbrechender Weisheitszahn bereits Probleme in Form von Schmerzen verursacht, ist ein Besuch beim Zahnarzt oder Kieferchirurgen dringend empfehlenswert, denn im schlimmsten Fall kann er einen gesunden Backenzahn beschädigen, so dass am Ende doppelter Zahnverlust droht. 

3. Karies

Karies oder Mundfäule ist eine bakterielle Infektion, die die Zahnhartsubstanz langsam zerstört und sich unbehandelt bis zum Zahnnerv durcharbeiten und diesen entzünden kann. Kariesauslösende Bakterien siedeln bei fast jeder Mundhöhle, selbst kleine Kinder ohne Zähne haben die Erreger bereits in sich. Karies im Initialstadium kann heute gut konservativ behandelt werden, ohne dass der Zahnarzt zum Bohrer greifen muss, unbehandelt wird das Problem immer größer und kann im schlimmsten Fall den Verlust des Zahnes zur Folge haben.

Gegen Karies hilft natürlich das regelmäßige und gründliche Putzen mit Zahnbürste und einer fluoridhaltigen Zahncreme. Fluorid härtet den Zahnschmelz und hilft ihm so, den Säureangriffen der Karieserreger besser zu widerstehen. Das Kauen von zuckerfreien Kaugummis regt die Speichelproduktion an und hilft so, vor Karies zu schützen. Plaque und Zahnstein sollte mindestens einmal im Jahr im Rahmen einer professionellen Zahnreinigung beim Zahnarzt entfernt werden. Wer dann noch den Konsum von zucker- und säurehaltigen Speisen und Getränken (z. B. Limonade) reduziert, tut nicht nur seiner Gesundheit einen Gefallen, sondern auch den Zähnen. 

4. Zahnfleischbluten

Wenn beim Zähneputzen rote Schlieren im Schaum der Zahnpasta oder auf den Borsten zu sehen sind, ist das ein sicheres Anzeichen für Probleme im Bereich des Zahnfleisches. Meist sind es kleine Verletzungen, doch bei längerem oder häufigerem Bluten sollte unbedingt ein Zahnarzt eingeschaltet werden, denn die Wunden können sich entzünden und eine chronische Parodontitis auslösen, eine Entzündung des Zahnhalteapparates. Bei Schwangeren oder kranken Personen kann das Zahnfleisch ebenfalls stärker zu Blutungen neigen, auch dann sollte ein Zahnarzt aufgesucht werden, um die Ursachen abzuklären und Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Gegen Zahnfleischbluten hilft nur eine optimale Mundhygiene, nur so lassen sich die schädlichen Bakterien im Mundraum in Schach halten. Wenn sich bereits tiefe Zahnfleischtaschen gebildet haben sollten, in denen die Mikroorganismen geschützt vor der Zahnbürste siedeln, ist eine Parodontitis-Behandlung erforderlich, bei der der Zahnarzt die Taschen manuell reinigt und mit einem Antibiotikum versieht. Dieses ist die Voraussetzung dafür, dass das Zahnfleisch sich regenerieren kann. Auch eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung hilft dabei, das Zahnfleisch gesund zu erhalten und Zahnproblemen vorzubeugen. 

5. Mundgeruch

Mundgeruch muss nicht unbedingt eine organische Ursache haben: Knoblauch, Zwiebeln und viele andere Lebensmittel sind auch im Atem (und oft störend) wahrnehmbar. Wenn allerdings ein deutlich fauliger, an Verwesung erinnernder Geruch dem Mund dauerhaft entströmt, ist der Grund meist genau dort zu finden, in einer unbehandelten Karies und/oder Parodontitis. 

Hier hilft dann nur der kurzfristige Besuch beim Zahnarzt, um die genauen Ursachen abklären zu lassen. Zusätzlich sollten Betroffene sich Tipps für die richtige Zahnpflege geben lassen und diese konsequent umsetzen. Dazu gehört auch die regelmäßige Verwendung von Zahnzwischenraumbürsten oder Zahnseide, ebenso eine Mundspüllösung mit Fluorid, die den Zahnschmelz härtet und schädliche Bakterien im Mundraum zurückdrängt. 

6. Wurzelentzündung

Eine Wurzelentzündung ist die Folge einer über lange Zeit unbehandelten Karies, die bis zum Zahnnerv dringen konnte. Dort entzündet sich der Nerv aufgrund einer Reaktion des Immunsystems, die Folge sind dann oft starke, pochende Schmerzen, manchmal auch mit einer deutlichen Schwellung des Zahnfleisches verbunden.

Wurde früher der entzündete Zahn einfach gezogen und so das Übel mit der Wurzel entfernt, wird heute zunächst versucht, den Zahn zu bewahren, indem die Wurzelkanäle geöffnet und organisches Material herausgespült wird. Eine solche Wurzelbehandlung ist für den Patienten schmerzfrei, da sie unter örtlicher Betäubung durchgeführt wird und kann den Zahn für einige Jahre retten, auch wenn er dann avital, also tot im Kiefer verbleibt. Wer Kronen im Mund trägt, sollte diese regelmäßig untersuchen und nötigenfalls erneuern lassen, denn wenn sich unter dem Kronenrand erneut Karies bildet, sind Zahnprobleme wie eine Wurzelentzündung meist nicht mehr lange hin. 

7. Zähneknirschen

Rund jeder zweite Deutsche leidet unter nächtlichem, unwillkürlichem Zähneknirschen. Die Ursachen hierfür liegen meist in der Psyche, unverarbeitete Emotionen, Ärger, Stress, werden mit in den Schlaf genommen und führen dann zu heftigem Aufeinanderpressen von Unter- und Oberkiefer. Besonders Frauen im Alter zwischen 30 und 45 Jahren sind davon betroffen und wachen morgens mit Kopf- und Kieferschmerzen, Verspannungen und ähnlichen Symptomen auf.

Beim Knirschen werden Kräfte freigesetzt, die deutlich höher sind als beim Kauen von Nahrung. Bis zu 100 kg oder mehr wirken auf jeden Quadratzentimeter Zahnoberfläche, eine Belastung, der auch der stärkste Zahn nicht auf Dauer standhalten kann. Damit die Zähne davon nicht in Mitleidenschaft gezogen werden (wobei meist zunächst die Backenzähne beschädigt werden, während die Schneidezähne nur bei sehr starken Fehlstellungen betroffen sind), gibt es die Möglichkeit, eine Knirscherschiene vom Zahnarzt individuell anfertigen zu lassen und diese Nachts zu tragen. Das weiche, nachgiebige Material dämpft und reduziert den Kaudruck und schützt so die Zahnoberflächen.

Zusätzlich ist es sinnvoll und empfehlenswert, Entspannungstechniken einzuüben (etwa Autogenes Training, progressive Muskelentspannung oder Yoga), um generell die Resilienz zu erhöhen und gelassener im Alltag zu werden. Denn dann ist meist die eigentliche Ursache für das nächtliche Knirschen und die damit einhergehenden Zahnprobleme beseitigt, die Schlafqualität und damit die Erholung steigt.

8. Kieferschmerzen

Schmerzen im Kiefer müssen nicht unbedingt auf Zahnprobleme hinweisen, sondern können auch die Auswirkung einer kraniomandibulären Dysfunktion (CMD) sein. Dieser Überbegriff kennzeichnet eine Vielzahl von funktionellen, biochemischen und psychischen Fehlregulationen der Muskel- und Gelenkfunktion der Kiefergelenke und kann sich auf vielfältige Weisen äußern. So können neben Kiefer- auch Kopf-, Zahn-, Nacken-, Ohren- oder Gelenkschmerzen auftreten, auch Tinnitus (Ohrgeräusche) haben ihre eigentliche Ursache oft in einer Kieferfehlstellung.

Eine CMD kann durch eine Funktionsdiagnostik beim Zahnarzt diagnostiziert werden und wird mit einer speziell angefertigten Aufbissschiene aus Kunststoff behandelt. Parallel ist häufig auch eine begleitende Physiotherapie erforderlich, um Schmerzen im Rücken, Nacken oder Gelenken zu behandeln. Häufig tritt eine CMD auch in Verbindung mit nächtlichem Zähneknirschen auf, daher können Entspannungsübungen helfen, die Symptome zu lindern.


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