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28. Oktober 2015 / 2 Kommentare

Gesundheit

Härtefallregelung für die Zahnersatzfinanzierung

Zahnersatz und Zahnersatzbehandlungen sind oft mit hohen Kosten verbunden. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen zwar einen befundabhängigen Festzuschuss zu den Zahnersatzkosten, doch dieser deckt nicht die gesamten Kosten ab, sondern nur rund die Hälfte: Je nach Zustand des Bonushefts deckt der Zuschuss der Krankenversicherung 50, 60 oder 65 Prozent der Regelversorgungskosten. Den Rest muss der Patient selbst bezahlen – und das kann bei geringem Einkommen oder in einer schwierigen wirtschaftlichen Situation ein echtes Problem darstellen.

Die Härtefallregelung zur Zahnersatzfinanzierung greift bei allen gesetzlich Versicherten, deren Einkommen unter einer bestimmten Grenze liegt. Sie soll sicherstellen, dass auch Zahnersatzpatienten mit geringem Budget, etwa Empfänger von Sozialleistungen, Alleinerziehende, Auszubildende oder Studenten, sich den Zahnersatz leisten können, den die Regelversorgung für ihren aktuellen Befund vorsieht.  

Die Härtefallregelungen und daraus entstehenden Leistungsansprüche sind im Sozialgesetzbuch V festgeschrieben. Sie umfassen die notwendigen medizinischen Dienst- und Sachleistungen, Arzneien und Heilmittel sowie Prothesen, zu denen auch Zahnersatz gehört. Die Zahnersatz-Härtefallregelung ist separat geregelt: Bei einem anerkannten Härtefall erhöht die gesetzliche Krankenversicherung ihren Festzuschuss von 50 auf 100 Prozent, so dass maximal alle entstandenen Kosten gedeckt werden.

Wer nur knapp über der Einkommensgrenze liegt, kann ebenfalls einen höheren Zuschuss beantragen. Auch hier gibt es Grenzwerte und Anhaltspunkte, anhand derer die Krankenkasse feststellen kann, ob und in welcher Höhe ein Eigenanteil für den Patienten zumutbar ist. Hilfe bei der Beantragung eines abgestuften, erhöhten oder doppelten Zuschusses finden einkommensschwache Versicherte bei ihrem Zahnarzt: Dieser beantragt den Krankenkassenzuschuss und gegebenenfalls die Anerkennung als Härtefall durch den Heil- und Kostenplan.

Zahnersatzfinanzierung bei Privatinsolvenz

Es gibt viele unglückliche Umstände, die dazu führen können, dass ein Versicherter Privatinsolvenz anmelden muss. Auch hier kann eine anstehende Zahnersatzbehandlung eine starke oder unzumutbare  finanzielle Belastung darstellen. Dabei geht es niemals um irgendwelche Schuldfragen, sondern immer nur um die aktuelle wirtschaftliche Situation eines Menschen, der aktuell Zahnersatz benötigt.

Nach der Privatinsolvenz gibt es eine sogenannte Wohlverhaltensphase, in der zusätzliche oder unerwartete Zahnersatzkosten schwer oder gar nicht bezahlt werden können. Wenn der Zahnersatz jedoch notwendig ist, um die Funktionstüchtigkeit des Kauorgans wieder herzustellen oder weitere Schäden an Zähnen und Zahnhalteapparat zu verhindern, können der Patient und der behandelnde Zahnarzt bei der Krankenkasse einen Antrag auf Anerkennung als Härtefall stellen.

Bei der Antragsbearbeitung dient das Einkommen in der Wohlverhaltensphase als Berechnungsgrundlage. Allerdings bedeutet eine Privatinsolvenz nicht automatisch die vollständige Befreiung vom Eigenanteil: Die Krankenkasse prüft im Vorfeld, ob die Zahnersatzfinanzierung wirklich eine unzumutbare Belastung darstellt, und berücksichtigt bei ihrer Entscheidung das monatliche Bruttoeinkommen des Versicherten sowie seiner Haushaltsangehörigen.

Es gibt festgelegte Gehalts- und Einkommensgrenzen, bei deren Auswertung die Krankenkassen zwischen Alleinstehenden, Personen mit einem und Personen mit mehreren Angehörigen unterscheiden. Lebt ein Angehöriger im Haushalt, erhöht sich die Einkommensgrenze, und für jeden weiteren Haushaltsangehörigen wird ein weiterer fester Betrag aufgeschlagen. Für den ersten Angehörigen steigt der Zuschuss am stärksten, die Steigerungen für weitere Angehörige fallen deutlich geringer aus.

Nach der ersten Antragstellung schickt die Krankenkasse dem Versicherten alle erforderlichen Unterlagen zu. Zurückgeschickt werden dann der ausgefüllte Antrag, der Heil- und Kostenplan des Zahnarztes, das Bonusheft und aussagekräftige Nachweise über das Bruttoeinkommen bzw. die individuelle finanzielle Situation. Das kann ein Nachweis über die Privatinsolvenz sein, der aktuelle Hartz-IV-Bescheid oder eine Bescheinigung, die den Versicherten als Schüler oder Studenten ausweist.

Erst die Härtefallregelung beantragen und dann mit der Behandlung beginnen

Um in den Genuss der Härtefallregelung zu kommen, muss der Antrag des Patienten bei der Versicherung eingegangen sein, bevor der Zahnarzt mit der Behandlung beginnt. Im Idealfall sollte bereits die Anerkennung vorliegen. Sonst besteht die Gefahr, dass die Krankenkasse absagt, wenn die Behandlung schon läuft, und der Eigenanteil doch noch auf den Patienten zurückfällt.

Eine Ausnahme bilden hier akute Notfälle: Wer nach einem Zahnunfall oder mit akuten Schmerzen zum Zahnarzt kommt und sofort eine Zahnersatzbehandlung benötigt, muss nicht warten, bis alle Formalitäten erledigt sind. In einem solchen Fall kann der Zahnarzt bereits mit der Behandlung beginnen bzw. eine Notfallversorgung sicherstellen.

Alternativen zur Zahnersatzfinanzierung

Wenn die Härtefallregelung nicht greift, die Zahnersatzkosten aber trotzdem nicht auf einen Schlag beglichen werden können, bietet sich als Alternative eine Teilzahlung oder Ratenzahlung an. Solche Finanzierungsmodelle können Arzt und Patient direkt vereinbaren oder über eine spezielle Zahnzusatzversicherung oder einen Zahnersatzkredit regeln.

Heute gehört das Anbieten einer günstigen Zahnersatzfinanzierung für viele Zahnärzte zum Praxismarketing. Durch die Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Versicherer bzw. Kreditgeber öffnen sie ihren Patienten eine bequeme Möglichkeit zur Finanzierung des Zahnersatzes bzw. Eigenanteils durch Teil- und Ratenzahlungen. Oft sind die entsprechenden Darlehen bis zu einer bestimmten Höhe zinsfrei, so dass durch die Patiententeilzahlung keine weiteren Zahnersatzkosten entstehen.

Zahnersatzfinanzierung mit der MDH AG

Auch die MDH AG, seit über 15 Jahren Marktführer für hochwertigen Auslands-Zahnersatz, bietet ein komfortables und flexibles Finanzierungsmodell für Zahnersatz an. Es heißt DENTA.pay und ist gezielt für Zahnersatz entwickelt worden. In den meisten Fällen ist die Ratenzahlung zinsfrei und somit eine echte finanzielle Entlastung für den Versicherten.

Verbunden mit den MDH-typischen hohen Einsparungen bei den Laborkosten ermöglicht DENTA.pay auch die Finanzierung von hochwertigem und ästhetischem Zahnersatz, der über die Regelversorgung hinausgeht – etwa einer implantatgetragenen statt einer herausnehmbaren Zahnprothese. Das Modell funktioniert auch ohne Bonusheft oder Härtefallregelung. Es hat schon viele Zahnärzte in ganz Deutschland überzeugt und vielen Patienten geholfen, ihre individuelle Wunschversorgung bequem zu finanzieren.


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2 Kommentare

P. Schultz /

10. Oktober 2016

Langwierigen Behandlung

Was ist bei einer langwierigen Behandlung, die als Härtefall begonnen hat und nicht beendet werden kann, bevor der Patient wieder in Erwerbsarbeit geht?

 

Werden dann die eigenanteiligen Kosten auferlegt, auch wenn es nicht in der Person begründet ist, dass die Behandlung länger andauerte?

Ich bin nicht auf irgendwelche Überaschungen erpicht . . . oder muss ich den Netto-Mehrverdienst, der über meinen Hartz-4-Satz hinausgeht, gleich komplett für einen Eigenanteil verwenden?

Dann würde sich mir die Frage stellen, ob sich eine Erwerbsarbeit lohnt.

Ich muss schon einen finanziellen „Quantensprung“ hinlegen, um zum gesetzlich geplanten Selbstzahler zu werden . . .

 

Mit freundlichen Grüßen

P. Schultz

DIE 32 /

11. Oktober 2016

Langwierigen Behandlung

Guten Morgen Frau Schultz,

wir freuen uns sehr, dass Sie sich in unserer Themenwelt umgesehen haben. Ihre Frage bezüglich der Kosten können wir Ihnen jedoch leider nicht beantworten. Bei allen Fragen rund um die Kostenübernahme ist Ihre Krankenkasse der richtige Ansprechpartner. Bei Fragen rund um Zahnersatz helfen Ihnen gerne unsere Kollegen vom Patientenservice weiter. Sie erreichen unsere Mitarbeiter Mo-Fr von 8-17 Uhr unter der kostenlosen Rufnummer: 0800-160 0 170. Beste Grüße, Ihr Team von DIE 32.

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