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Wissenswertes , Gesundheit

Feste Zahnspange für Erwachsene? Geradere Zähne mit Hilfe der Schienentherapie


Die Schienentherapie (Aligner-Therapie) stellt eine kieferorthopädische Behandlungsmethode dar, mit der sich leichte Zahnfehlstellungen nahezu unsichtbar korrigieren lassen. Die Therapie fällt in den Bereich der Orthodontie, also der Zahnregulierung im Rahmen einer kieferorthopädischen Behandlung. Dabei kommen mehrere, jeweils individuell für den Patienten angefertigte Aligner (von dem englischen to align = ausrichten) aus einer dünnen und durchsichtigen Kunststoffschiene zum Einsatz, die jeweils für einen Zeitraum von zwei Wochen kontinuierlich getragen werden müssen.

Wie sehen die Möglichkeiten und Grenzen der Aligner-Therapie aus?

Die erste kieferorthopädische Zahnschiene wurde bereits im Jahr 1945 entwickelt und angewendet. Seitdem wurde das Verfahren stetig verbessert, um die gewünschten Effekte zuverlässiger zu erzielen und den Tragekomfort der Schiene für den Patienten zu erhöhen.

Der größte Vorteil der Aligner-Therapie im Vergleich zu einer klassischen festen oder herausnehmbaren Zahnspange liegt darin, dass die Kunststoffschienen aus einem durchsichtigen Material gefertigt werden und damit beim Tragen nahezu unsichtbar sind. Zudem sind Aligner herausnehmbar, so dass sie dem Patienten bei der Zahnhygiene oder beim Essen keine Probleme bereiten.

Wie läuft eine Aligner-Therapie genau ab?

Zunächst muss der aktuelle Status der Zähne durch einen 3D-Scan oder eine Abformung ermittelt und dokumentiert werden. Anhand dieses Modells kann der Kieferorthopäde oder fachspezifische Zahnarzt dann den individuellen Therapieplan erstellen und diesen immer wieder korrigieren und erweitern, bis das gewünschte Endergebnis erreicht ist.

Die eigentliche Behandlung wird in mehrere aufeinanderfolgende Phasen mit einer Dauer von jeweils zwei Wochen aufgeteilt. Der Patient erhält dazu jeweils eine neue Schiene, mit der die Zähne sanft in die gewünschte Richtung gebracht werden, ohne dabei zu viel Druck auszuüben. Entscheidend für den Therapieerfolg ist, dass die Schiene vom Patienten jeweils mindestens für 22 Stunden am Tag getragen und nach Ablauf der zwei Wochen durch die Folgeschiene ersetzt wird.

Die Basis für die Aligner stellen die virtuellen Modelle des Patientenkiefers dar. Deren Qualität und Exaktheit ist maßgeblich für den Erfolg der Aligner-Therapie.

Was ist bei vorhandenen Schäden an Zähnen oder Zahnfleisch?

Grundsätzlich kann eine Aligner-Therapie Teil eines interdisziplinären Therapieplanes sein. Das bedeutet, dass nach einer kieferorthopädischen Vorbehandlung sowohl prothetische, kieferchirurgische, konservierende als auch implantologische Therapien möglich sind. Selbst ein Implantat kann im Verlauf der der Schienentherapie eingesetzt werden, muss jedoch bei der Therapieplanung berücksichtigt werden. Sind allerdings weitere Eingriffe erforderlich, sollten diese vor Beginn einer Aligner-Therapie abgeschlossen werden, um Komplikationen zu vermeiden.

Wie lange dauert eine Aligner-Therapie?

Je nach Schwere und Art der Zahnfehlstellungen kann eine Behandlung mit Alignern zwischen 6 und 18 Monaten dauern. Ob dabei alleine Aligner oder zusätzlich Brackets oder Gummizüge zum Einsatz kommen, mit denen die Zahnstellung stärker als nur durch eine Schiene beeinflusst werden kann, wird stets individuelle für den Einzelfall beurteilt und festgelegt. Denkbar ist beispielsweise die Kombination mit der Lingualtechnik, bei der Brackets auf der Zahninnenseite befestigt werden, um schwerwiegende Fehlstellungen zu korrigieren. Im Anschluss kann dann mit Alignern die Feinjustierung vorgenommen werden, bis der gewünschte Behandlungserfolg erreicht ist.

Um die Therapiezeit möglichst kurz zu halten, muss der Patient die Aligner konsequent tragen und auch den zweiwöchentlichen Wechsel selbstständig vollziehen. Auch gilt es, während der Behandlungszeit die Zahn- und Mundhygiene konsequent zu betreiben, um Probleme mit Karies oder Parodontitis zu vermeiden.

Welche Grenzen gibt es bei der Aligner-Therapie?

Nicht jede Zahnfehlstellung kann alleine mit Alignern korrigiert werden. Bestimmte Befunde machen es erforderlich, die Schiene durch zusätzliche (Teil-)Bracketapparaturen zu ergänzen, etwa wenn ein schiefliegender Backenzahn durch reine Wurzelbewegungen und unter Beibehaltung der Zahnachsenstellung) aufgerichtet werden soll.

Wie hoch sind die Kosten einer Aligner-Therapie, und was übernimmt die Krankenkasse?

Die Kosten für die Therapie lassen sich nicht pauschal beziffern, da viele Faktoren darauf Einfluss nehmen. Wer privat krankenversichert ist, hat die Chance auf eine Kostenübernahme, sofern diese Leistung im Vertrag aufgenommen ist. Die Behandlung wird leider von den gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland nicht bezuschusst.


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